Pfarrer Heinrich Plaßmann in der St. Amandus Kirche - auch 2019 musste die Gemeinde zahlreiche Austritte verkraften.
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Pfarrer Heinrich Plaßmann in der St. Amandus Kirche - auch 2019 musste die Gemeinde zahlreiche Austritte verkraften.

Kirchengemeinden in Datteln

Kirchenaustritte sind keine Überraschung: Das sind die Gründe 

  • Fabian Hollenhorst
    vonFabian Hollenhorst
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  • Sarah Kuhlmann
    Sarah Kuhlmann
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Die St. Amandus Gemeinde in Datteln muss wieder zahlreiche Austritte verkraften - im Jahr 2015 war die Austrittswelle sogar noch schlimmer.

  • 137 Menschen sind im Jahr 2019 aus der Kirche ausgetreten
  • Im Jahr 2015 waren es sogar 143 ausgetretene Gemeindemitglieder in Datteln
  • Pfarrer Heinrich Plaßmann und Pfarrerin Elke Engel nennen die Gründe

Update, 18. Juli, 15.22 Uhr: Aus der Evangelischen Kirche sind im vergangenen Jahr 46 Menschen ausgetreten. Im Vergleich zur St.-Amandus-Gemeinde ist das knapp die Hälfte. "Aber trotzdem zu viel", sagt Elke Engel. 

Datteln: Evangelische Kirche verliert Mitglieder

Vor allem Menschen jüngeren oder mittleren Alters verlassen häufiger die Kirche. Oft ist die Kirchensteuer ein Grund dafür. Dabei werden mit dem Geld auch Kitas und Pflegeeinrichtungen unterstützt oder Rücklagen aufgebaut, sagt Engel. Kirchliche Trauungen oder Taufen wollen dann aber trotzdem gern in Anspruch genommen werden, nur zahlen möchte man nicht. 

Wiedereintritte kann die Evangelische Kirche jedes Jahr zwischen fünf und zehn verzeichnen. Das gesamte Kirchenteam versuche, neue Wege zu finden, um den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. 

6. Juli, 7.30 Uhr: „Es ist ein Trend“, sagt Plaßmann, „wir müssen uns darauf einstellen, dass wir weniger werden.“ Eine Möglichkeit ist, dass sich Menschen über die Kirche geärgert haben. Das sei vor allem 2015 so gewesen, als die ersten Missbrauchsskandale in der Kirche ans Licht kamen. Da haben 143 Dattelner St. Amandus verlassen. 

Datteln: Kirche spielt keine große Rolle mehr im Leben

Es kann aber auch sein, dass Kirche „einfach keine große Rolle mehr im Leben spielt“, sagt Plaßmann. „Sie haben nichts dagegen, finden aber auch nichts, das für die Kirche spricht.

Auf Taufen, Hochzeiten oder Gottesdiensten versuche man in der Gemeinde „es möglichst gut zu machen“, sagt Plaßmann. Damit wolle man den Mitgliedern auch die Bedeutung der Gemeinde näher bringen.

Gleichzeitig versuche man, den Menschen etwas zu bieten, etwas, das viele anspricht, sagt er und verweist auf das Projekt „Amandus leuchtet“. „Das sind Projekte, mit denen wir zeigen, wir können auch anders und wir können mehr.“

Datteln: Mit kleinen Schritten das Vertrauen zurück gewinnen

„Es ist ein Weg der kleinen Schritte“, sagt der Pfarrer. Man wolle Menschen und Familien in Datteln wieder zusammenbringen und Menschen miteinander verbinden. 

„Wir werden nicht durch große Events das Ruder herum reißen“, sondern langsam versuchen, das verlorene Vertrauen zurück zu gewinnen. Teilweise sogar mit Erfolg: Zwei Mitglieder sind zuletzt wieder eingetreten.

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