Polizeiauto mit Blaulicht
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Die Polizei hat zwei Tatverdächtige festgenommen.

Teure Autoteile

„Kat-Diebe“ auf frischer Tat ertappt - es gab schon mehrere Fälle in Datteln

  • Simone Hollenhorst
    vonSimone Hollenhorst
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Auf frischer Tat ertappt wurden jetzt zwei Männer, als sie den Katalysator eines Autos an der Mozartstraße gestohlen haben. Kein Einzelfall. In der Vergangenheit hat es in Datteln immer mal wieder Fälle von „Kat-Klau“ gegeben. Warum haben es Langfinger gezielt auf dieses Autoteil abgesehen?

„In Katalysatoren sind Edelmetalle enthalten“, erklärt der Dattelner Kfz-Sachverständige Oliver Bader, Chef des gleichnamigen Kfz-Meisterbetriebs an der Straße Im Timpen. Platin, Palladium und Rhodium können in den Katalysatoren stecken. Und diese Edelmetalle sind ziemlich wertvoll. Der Preis für ein Gramm Platin zum Beispiel liegt derzeit bei rund 30 Euro. „Steigen die Preise bei den Edelmetallen, gibt es auch mehr Kat-Diebstähle“, weiß der Kfz-Fachmann zu berichten.

Ärgerlich, teuer und gefährlich

Allein im vergangenen Jahr waren zwei Autofahrerinnen bei ihm in der Werkstatt, denen der Katalysator geklaut wurde, ein Leser berichtet von einem „Kat-Klau“ im Sommer. Für die Autofahrer ist so ein Diebstahl nicht nur ärgerlich und teuer, er kann auch gefährlich werden. Ohne Katalysator, der sich an jedem Auto mit Verbrennungsmotor an der Fahrzeugunterseite am Auspuff befindet, können heiße Gase an den Unterboden gelangen. Wenn der Kat fehlt, würden Autofahrer das übrigens schnell merken, sagt Bader. „Das Auto ist dann sehr laut“.

Gebrauchte Katalysatoren für mehrere hundert Euro

Anfragen von Leuten, die gezielt nach Kats von Schrottautos suchen, hat Bader häufiger. Gebrauchte, intakte Katalysatoren werden im Internet für mehrere hundert Euro gehandelt – je nach Fabrikat. Begehrt seien offenbar Teile von BMW oder „alten Japanern“. Möglicherweise steckt in ihnen besonders viel Edelmetall.

Teil wird geräuschlos vom Auto entfernt

Den Katalysator zu stehlen, ist kein großes Unterfangen, weiß der Fachmann. „Das Teil wird geräuschlos mit einer Schneidschere herausgeschnitten“. Wie Autofahrer ihr Fahrzeug vor „Kat-Dieben“ schützen können – das weiß Bader nicht. „An einer viel befahrenen Straße parken“, rät er.

In dem jüngsten Fall an der Mozartstraße konnten die Tatverdächtigen nach einem Zeugenhinweis aufgegriffen werden.

Das hatten wir zunächst berichtet:

Der Polizei sind zwei Autodiebe ins Netz gegangen. Ein Zeuge hatte Samstagnacht gegen 2.38 Uhr zwei Männer beobachtet, die mit einem Werkzeug an einem Auto an der Mozartstraße herumwerkelten.

Die beiden setzten sich anschließend in ein anderes Auto und fuhren davon. Die Polizei konnte sie in Tatortnähe anhalten und fand einen Akku-Winkelschleifer sowie einen abgetrennten Katalysator im Wagen.

Hinweise auf Drogenkonsum

Die Polizei nahm die beiden Verdächtigen, einen 24-Jährigen und einen 31-Jährigen aus Castrop-Rauxel, vorläufig fest. Dem Autofahrer wurde eine Blutprobe entnommen, weil es Hinweise auf den Konsum von Drogen gab. Ob die beiden noch weitere Autos ausgeschlachtet haben, steht noch nicht fest. Die Ermittlungen dauern an.

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