Zwei Dattelner (20 und 21) mussten sich vor dem Jugendschöffengericht in Recklinghausen verantworten.
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Zwei Dattelner (20 und 21) mussten sich vor dem Jugendschöffengericht in Recklinghausen verantworten.

Beutezug im Yachtclub

Äußerung des Vaters bringt einen Dattelner (20) und seinen Kumpel (21) vor Gericht - so lautet das Urteil

  • Werner von Braunschweig
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Ein diebischer Beutezug bei einem Kanal-Yachtclub in Olfen bleibt wohl für immer ungeklärt. Angeklagt vor dem Jugendschöffengericht waren zwei 20 und 21 Jahre alte Dattelner.

Dass das Duo, das vom Gericht in Recklinghausen freigesprochen wuirde, überhaupt ins Visier der Ermittler geraten ist, lag an einem Familienmitglied. Denn der Vater des 20-Jährigen, ein Ex-Mitglied in dem Club am Dortmund-Ems-Kanal, soll sich angeblich kurz nach dem aufsehenerregenden Klau eines Benzinhäckslers vom 24. Oktober 2018 im Kreis seiner Bootskollegen verplappert haben. „Ich meine, genau so ein Ding steht jetzt bei uns zu Hause in der Garage.“ So oder so ähnlich soll der Vater sich nach und nach gegenüber mehreren entrüsteten Yachtclubmitgliedern geäußert haben.

Nachdem anschließend aber einige Zeit nichts weiter passiert sein soll, soll aus dem Kreis des Yachtclubs schließlich eine Strafanzeige erstattet worden sein. Die dann schlussendlich auch zu einer Anklage gegen den 20-jährigen Sohn und seinen Kumpel führte. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich folgenden Tatablauf rekonstruiert: In der Nacht auf den 25. Oktober 2018 sollen die beiden Freunde aus Datteln mit einem Auto über ein Feld zum Gelände des Olfener Yachtclubs gefahren sein.

Datteln/Olfen: Geklauter Benzinhäcksler kostet über 2000 Euro

An der Einfahrtspforte sollen sie ein Vorhängeschloss aufgebrochen haben und weiter auf das Grundstück des Bootsclubs gefahren sein. Dort sollen sie dann aus einem Holzverschlag einen Benzinhäcksler der Marke Stihl (Wert: 2.336,13 Euro) in das Fahrzeug geladen und das Gelände wieder verlassen haben.

Im Prozess vor dem Jugendschöffengericht bestritten die beiden Angeklagten an der Seite ihrer Anwälte Jens Tuschhoff und Matthias Tillmann die Vorwürfe vehement. Weil der Vater des 20-Jährigen zu der Geschichte – was als Angehöriger sein gutes Recht ist – als Zeuge von seinem Schweigerecht Gebrauch machte, war die Angelegenheit für die Richter nicht mehr aufzulösen. „Ein Tatnachweis, dass die zwei Angeklagten damit etwas zu tun haben, kann nicht geführt werden. Es bleiben einfach so viele Zweifel übrig“, sagte Richterin Sigrid Schöne.

Andere Indizien als die ursprüngliche Bemerkung des Vaters hatten so gut wie nicht vorgelegen. Der verschwundene Häcksler ist bis heute übrigens nirgendwo aufgetaucht.

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