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Der Angeklagte hat jetzt Revision eingelegt.

Urteil im Missbrauchsprozess

Missbrauch an zahlreichen Mädchen und Frauen: Angeklagter wehrt sich gegen Hafturteil

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Er soll zahlreiche Frauen und Kinder betäubt, missbraucht und dabei gefilmt haben. Seit Mitte 2019 läuft das Verfahren um den 55-Jährigen aus Datteln. Jetzt wurde das Urteil gesprochen. 

  • Der 55-jährige Briefzusteller aus Datteln wurde zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. 
  • Das Bochumer Landgericht hat außerdem die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. 
  • Im Jahr 2019 wurde er wegen Missbrauch in 62 Fällen angeklagt. 

Update, 7.4., 16.01 Uhr: Wie am Dienstag bekannt geworden ist, hat der Angeklagte im Missbrauchsprozess Revision eingelegt. "Bei so einer hohen Strafe kommt man nicht umhin, das Urteil durch den Bundesgerichtshof noch einmal auf Rechtsfehler überprüfen zu lassen", sagte Verteidiger Jens Tuschhoff auf Anfrage. Richter hatten den 55-Jährigen zu elfeinhalb Jahren Haft und anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Der Angeklagte selbst hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt und auf eine Strafe von unter zehn Jahren gehofft - ohne Sicherungsverwahrung. Wann der Bundesgerichtshof in Karlsruhe den Fall bearbeiten wird, ist noch unklar. Mit einer Entscheidung kann aber wohl frühestens Ende des Jahres gerechnet werden.

Update, 3.4. 17.25 Uhr: Zur Urteilsverkündung - elfeinhalb Jahre Haft und anschließende Sicherheitsverwahrung - ist sogar eines der Opfer gekommen. Die Opfer des 55-Jährigen wissen oft bis heute nicht, was damals mit ihnen geschehen war. Die Mädchen waren mit dem Sohn des Angeklagten befreundet, dieser hatte großen Wert darauf gelegt, dass die Mädchen nicht im Zimmer seines Sohnes übernachteten - denn nur so konnte er sich ungestört an ihnen vergehen. 

Missbrauch in Datteln: 55-Jähriger betäubte seine Opfer

Die Vorgehensweise war laut Urteil immer gleich. Der Dattelner hatte seinen Opfern Schlafmittel oder Antidepressiva in ihre Getränke gemischt. Drohten die Mädchen während der Missbrauchstaten wach zu werden, wurde nachdosiert. Mit einer Spritze, direkt in den Mund. Die Mädchen hätte dadurch ersticken können, denn durch die Betäubung fehlte der Schluckreflex. 

Seine Taten hatte er auf Video aufgenommen, auf denen er selbst zu sehen war, teilweise sogar nackt. Im Urteil wurde am Ende von sieben Mädchen und zwei Frauen gesprochen. Insgesamt sollen es über 50 Taten gewesen sein. Der Angeklagte selbst hatte im Prozess ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Bei der Verkündung des Urteils regte sich der Mann kaum, er hatte jedoch gehofft, dass keine Sicherheitsverwahrung angeordnet wird. Doch für die 8. Strafkammer des Bochumer Landgerichts war das klar, denn auch nach elfeinhalb Jahren in Haft könnte der Mann noch immer gefährlich sein. 

Missbrauch in Datteln: Briefzusteller muss lange in Haft

Update, 3. April, 13.57 Uhr: Das Urteil ist gesprochen. Nach einer Serie an Missbrauchstaten an Mädchen und Frauen wurde der 55-jährige Dattelner zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Außerdem hat das Bochumer Landgericht die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet - zum Schutz der Allgemeinheit. Der Angeklagte hatte seine Opfer Schlafmitteln oder Antidepressiva betäubt, sexuell missbraucht und seine Taten gefilmt. Im Prozess war er weitgehend geständig. Das Urteil lautet auf Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, gefährliche Körperverletzung und Herstellung von Kinderpornographie.

30. März: Es scheint ein Ende im Prozess um den gefilmten sexuellen Missbrauch zahlreicher betäubter Frauen und Mädchen durch einen Briefzusteller (55) aus Datteln zu geben: Am kommenden Freitag, 3. April, soll das Urteil gesprochen werden. Ihm droht die Höchststrafe.

Briefzusteller aus Datteln droht Höchststrafe

Dem 55-Jährigen droht die Höchststrafe. Die Staatsanwaltschaft hat am Montag neben 13 Jahren Haft auch die anschließende und unbefristete Sicherungsverwahrung beantragt - zum Schutz der Allgemeinheit, heißt es vom Sprecher des Bochumer Landgerichts. 

Bereits seit Mitte 2019 läuft der Prozess um den 55-Jährigen. Er soll in seiner Wohnung an der Castroper Straße mehrere Frauen und Kinder betäubt, missbraucht und dabei gefilmt haben

Der Prozess hatte sich um einiges verzögert - Grund dafür waren die Verteidiger des Angeklagten. 

Ein 55-jähriger Waltroper ist wegen Vergewaltigung einer Schülerin angeklagt.

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