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Die Gymnasiastinnen Tabea Riemer (li.) und Julianna Wilczewski rufen zur ersten „Fridays for Future“-Demo in Datteln auf.

Fridays for future

Klima-Streik: Findet die Demo tatsächlich statt?

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Seit etwa einem Jahr gehen Schüler regelmäßig auf die Straße und demonstrieren für den Klimaschutz. Jetzt beteiligen sich auch Schüler der Dattelner Schulen am Klimastreik. 

Update 18. September

Bei den Dattelner Vertretern der Parteien und Sozialverbänden kommt das Interesse an dem Klima-Thema gut an.  „Zum einem ist das sehr erfreulich, dass sich Kinder und Jugendliche um ihre Zukunft sorgen und dafür demonstrieren (nicht streiken!)“, sagt Peter Amsel, Fraktionsvorsitzender der FDP. „Offensichtlich hat das Klima das politische Interesse der Jugend geweckt, das ist zu begrüßen, denn in den letzten Jahren war ein Interesse an Politik offensichtlich nicht vorhanden.“

„Die aktuellen Demonstrationen und Aktionen zeigen, dass sich immer mehr Jugendliche für ihre und die Zukunft unseres Landes interessieren. Das erkennen wir an und kritisieren jeden, die dem mit Ablehnung und Häme begegnen“, teilen die Dattelner Jusos mit. 

„Die jungen Leute müssen das für sich selber wollen“, sagt er. „Auch für uns Senioren ist das Thema wichtig, obwohl wir davon nichts mehr haben werden – das heißt aber nicht, dass wir nichts mehr tun müssen", sagt Wilfried Krull vom Seniorenbeirat.

Protest in Datteln steht noch in den Sternen

Noch steht in den Sternen, ob die Protestaktion überhaupt stattfinden wird. Von anderen Schulen kommt wenig Interesse und auch am Comenius-Gymnasium liegen noch keine Meldungen für einen sogenannten Unterrichtsgang vor. Dabei sei das, so Schulleiterin Regina Brautmeier, erforderlich. Dafür müssten die Schüler in jeder Klasse demokratisch darüber entscheiden, ob sie an dem Klima-Protest teilnehmen wollen, erklärt die Schulleiterin.

 „Findet sich eine Mehrheit dafür“, so Brautmeier, „müssen die Schüler auch noch eine Lehrkraft finden, die zum Zeitpunkt der Protest-Aktion keinen Unterricht hat und sich bereit erklärt, die Schüler zu begleiten.“

Eingegangen ist bei Brautmeier bis jetzt noch nichts. 

Die Gründung des Stadtverbands:

Tabea Riemer und Julianna Wilczewski haben den Ortsverband "Fridays for Future Datteln" gegründet und wollen nun bei dem globalen Klimastreik am kommenden Freitag, 20. September, teilnehmen.

Zum Orga-Team gehören noch drei weitere Mitmacher: Selin, Franka und Victoria. Alle fünf haben bereits an der Demo in Recklinghausen teilgenommen. Doch auch die Dattelner wollen sie wachrütteln. 

Schüler bekommen Unterstützung von Schulleitung und Bürgermeister in Datteln

Regina Brautmeier, Schulleitung am Comenius-Gymnasium, unterstützt ihre fünf Schüler laut deren Aussagen, denn das Team darf in dieser Woche kräftig die Werbetrommel in den Jahrgangsstufen sieben bis neun rühren. Genehmigt sei der Streik laut Regina Brautmeier von ihr aber dadurch nicht. „Wer dem Unterricht unentschuldigt fernbleibt, wird dafür auch einen Eintrag kassieren.“

„Wir sind keine Schulschwänzer. Wir gehen mit großen Schritten auf das Abi zu. Wir brauchen gute Zensuren, um die erforderlichen Punkte zu sammeln", so das Orgateam. 

Sogar Bürgermeister André Dora unterstützt das Team und wird am Freitag sogar eine Ansprache halten. 

Schon zu Hause in Datteln wird viel fürs Klima getan

Eingeschränkter Fleischkonsum, Fahrrad statt Auto, Bambuszahnbürsten und ein Sodastreamer sind im Einsatz und Jute- statt Plastikbeutel - das alles ist Alltag im Zuhause von Tabea und Julianna. 
Die Schüler hoffen nun, dass sich am kommenden Freitag viele Dattelner am Streik beteiligen. 

Auch Schüler aus Oer-Erkenschwick und Herten setzen sich für das Klima ein. 

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