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Wie müssen zukünftig die Weichen gestellt werden, damit auch Flächen wie hier am Schemm ihre Tristesse verlieren und sinnvoll genutzt werden?

Vom Abstieg bedroht

Studien-Schock: Datteln gehört zu den Verlierern deutscher Mittelstädte

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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In gleich drei Studien belegt die Stadt Datteln die hinteren Plätze. Dabei reichen schon durchschnittliche Bewertungen aus, um zu den Verlierern der Studien zu gehören. Was sind die Gründe dafür?

Platz 533 von möglichen 581 in der Studie „Verbesserte Lebensbedingungen“. Das ist ein herber Schlag für die Stadt Datteln. Doch die Kanalstadt steht in dem Ranking nicht ganz allein da. Das Magazin Kommunal hat gemeinsam mit dem Standortanalyse-Tool Contor-Regio deutsche Mittelstädte untersucht, um herauszufinden, in welchen Städten sich die Lebensbedingungen für die Einwohner verbessert haben, wie die Städte für die Zukunft gerüstet sind und wie es um die Gründerfreundlichkeit bestellt ist. Grundlage für die Berechnungen sind Daten des Statistischen Bundesamtes. In allen drei Studien belegen die Städte im Vest die hinteren Plätze.

Datteln: Studie zeigt, dass Durchschnitt auch Abstieg bedeutet

Trotzdem Datteln seit Jahren stabil dasteht und entweder genau im Bundesdurchschnitt oder nur leicht darunter liegt, gehört die Stadt zu den Verlierern der Studie. Denn Durchschnitt wird hier mit Stillstand, bzw. Abstieg gleichgesetzt. Die Einwohnerzahl hat sich seit 1985 nur marginal verändert, ebenso sind kaum Auffälligkeiten im Bereich der Zu- oder Abwanderung festzustellen. Gleiches gilt auch für die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, sowie die Kriminalitätsrate. Sämtliche Werte haben sich in den letzten fünf Jahren, wenn überhaupt, nur leicht verändert. Datteln tritt also seit Jahren auf der Stelle.

Auch die Studie zu den „Perspektiven deutscher Städte" wirft kein gutes Licht auf Datteln. Anhand von 34 Datenvariablen haben die Studienersteller versucht, Gemeinsamkeiten unter den 554 Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern zu finden, die Rückschlüsse auf ihre Zukunftsfähigkeit zulassen. Dabei wurden sieben Gruppen herausgearbeitet. Datteln ist in der Gruppe der kleinstädtischen Absteiger gelandet. Nicht ausgeprägte Branchenschwerpunkte, hohe Gewerbesteuerhebesätze und auch die negativen demografischen Tendenzen werden hier als negativ bewertet. Auffällig hingegen ist, dass es mehr Aus-, als Einpendler gibt – ein kreisweites Problem.

Datteln: Gründer sind von der Region noch nicht überzeugt

Nicht wirklich besser sieht es bei der Studie zur "Gründeratmosphäre" aus. Datteln liegt auf Platz 468 von 581. Auch hier wird der hohe Gewerbesteuerhebesatz als Grund für das schlechte Abschneiden angesehen. "Die Analyse zeigt, dass wir uns als Stadt im nördlichen Ruhrgebiet leider immer noch im Strukturwandel befinden", sagt Bürgermeister André Dora in einer ersten Reaktion auf die vorliegenden Studien. "Und, dass es weiterhin wichtig ist, dass wir unsere Stadt voranbringen: unter anderem mit einer gut aufgestellten Wirtschaftsförderung, mit neuen und guten stadtplanerischen Ansätzen."

In den kommenden Wochen werden sich Mitglieder der Parteien in Datteln dazu äußern, wie sie Datteln für die Zukunft aufstellen wollen. 

Die Ladenmieten in der Innenstadt haben sich seit 2004 kaum verändert.  Trotzdem bleiben viele Geschäfte leer.

Teurere Mülleimer in der Innenstadt

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