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Voller Emotionen waren die Fälle vor Gericht im Jahr 2019.

Gerichts-Rückblick

Kindesmissbrauch, Pfarrhaus-Bande, Böllerunfall: Das waren die Fälle vor Gericht 2019

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Voller Emotionen war das Jahr 2019 in vieler Hinsicht, auch an den für Datteln zuständigen Gerichten: Mal dramatisch, mal unfassbar. 

Das turbulente Gerichtsjahr neigt sich dem Ende zu. Für eine der abscheulichsten Missbrauchs-Serien in den letzten Jahren muss sich seit September ein Briefzusteller aus Datteln vor dem Landgericht verantworten, der über Jahre hinweg Frauen und Kinder missbraucht hat. 

Der Briefzusteller hat weite Teile der Anklage eingestanden, zuletzt wurde der Prozess jedoch überschattet von Zwangspausen, Befangenheitsanträgen und angeblichen Patzern eines Schöffen. Mit einem Urteil ist frühestens im Februar 2020 zu rechnen.

Pfarrhaus-Bande war auch in Datteln unterwegs

Seit inzwischen fast einem Jahr wird gegen drei mutmaßliche Sonntags-Einbrecher verhandelt, die sich auf gemeine Plünderungen in Pfarrhäusern während des laufenden Gottesdienstes spezialisiert haben sollen. In Datteln sollen die Einbrecher im März 2018 im Pfarrhaus von St. Amandus zugeschlagen haben. Die Täter hatten einen Schranktresor mitgehen lassen, in dem sich Kirchenbücher mit Ehe-, Sterbe und Taufregister befanden. Außerdem nahmen sie 3000 Euro Bargeld mit. 

Böller-Unfall im Jammertal in Datteln

Endgültig abgeschlossen ist seit 2019 der Prozess um den folgenschweren „Böller-Unfall“ im Jammertal, der in der Neujahrsnacht zu 2016 geschah. Ein Gastwirt aus Lütgendortmund hatte mit einer umgestürzten Böller-Batterie ein Silvesterunglück am Wellnesshotel im Jammertal herbeigeführt.

Betrug einer Pflegedienstleitung in Datteln

Eine Ex-Geschäftsführerin eines Pflegedienstes wurde nach Erstattungs-Betrügereien mit einem Schaden in Höhe von mehr als einer halben Million Euro wegen 60-fachen gewerbsmäßigen Betruges zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Sie hatte Mitarbeiter für die Pflege eingesetzt, die gar nicht dafür ausgebildet waren. 

Zufallstreffer des Jahres: Drogendeal in Datteln

Im August wurde ein Lagerist aus Datteln zur maximalen Bewährungshaftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Polizei wurde im Juni 2018 gerufen, da sich Zeugen über einen auffälligen, süßlichen Geruch beschwerten. Es stellte sich heraus, dass der Angeklagte und ein Bekannter offensichtlich gerade einen neuen Drogendeal abwickelten – und sich dabei einen Joint nach dem anderen genehmigten.

Ein sonderbarer Fall sorgte im Gericht für den einen oder anderen Lacher: Mit 31 Jahren fand sich im November der wohl älteste Angeklagte aller Zeiten vor dem Jugendrichter am Amtsgericht wieder. In den Akten war beim Jahrgang eine Ziffer vertauscht worden - und schwupps war auf dem Papier ein „Bubi“ geboren.

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