Diphtherie und Scharlach wurden mehrfach zum Problem für die Stadt Datteln.
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Diphtherie und Scharlach wurden mehrfach zum Problem für die Stadt Datteln.

"Die gute alte Zeit"

Dattelner Kinder wurden früher von der Gesundheitspolizei zum Duschen abgeholt

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Einige Dattelner Bürger fühlen sich durch die coronabedingten Abstands- und Hygieneregelungen in ihren Grundrechten eingeschränkt. Dabei hat es ähnliche Regelungen schon vor über 100 Jahren gegeben.

  • Schon vor über 100 Jahren mussten die Dattelner mit empfindlichen Einschränkungen leben.
  • Grund dafür waren verschiedene Epidemien, die sogar Todesopfer forderten.
  • Ursache war unter anderem mangelnde Bildung und unzureichende Hygiene.

Schon zu Kaisers Zeiten, also lange vor Corona, wussten Mediziner und Wissenschaftler, wie wichtig die Hygiene für die Volksgesundheit ist. Aus diesem Grund wurde im Jahr 1900 unter anderem ein Verein für Volkshygiene gegründet, der auch für die Aufklärung der Dattelner Bürger zuständig war.

1902 veröffentlichte der Verein auch in Datteln die ersten Broschüren. Denn es sollten vor allem "die weniger gebildeten Kreise unseres Volkes" über gesundheitliche und hygienische Fragen aufgeklärt werden. 

Datteln: Viele Krankheiten waren anzeigepflichtig

Doch damit nicht genug. Sogar eine Gesundheitspolizei wurde gegründet. Denn Krankheiten wie Diphtherie, Scharlach oder die Pocken waren fortan anzeigepflichtig. Und mit diesen Erkrankungen hatten auch die Dattelner Bürger zu kämpfen.

Als im Jahr 1910 eine schwere Scharlach-Epidemie in Datteln ausbrach, wurden alle Schulen der Stadt geschlossen. Ein großes Problem zu dieser Zeit in Datteln war die Krätze. Wieder war die unzureichende Hygiene der Bürger ausschlaggebend. 

Datteln: Duschzwang bei unzureichender Hygiene

Entsprechend konsequent wurde in Datteln durch die Behörden durchgegriffen. In die Dattelner Schulen mussten fortan Duschen eingebaut werden und eine wöchentliche Badestunde wurde für sämtliche Schüler verpflichtend eingeführt.

Erkrankten Kinder aus Datteln dennoch an der Krätze, wurden sie von der Polizei abgeholt und um Zwangsduschen in ein Krankenhaus gebracht, da "die häusliche Pflege ohne Erfolg blieb". 

Weitere spannende Details zu diesem Bericht lesen Sie in der Printausgabe der Dattelner Morgenpost oder in unserem ePaper

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