Ulrike Köster (l.) vom Kaffeehaus Köster bietet im Lockdown Frühstücks- und Vesper-Boxen sowie Kuchen über ihren Außer-Haus-Verkauf an.​
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Ulrike Köster (l.) vom Kaffeehaus Köster bietet im Lockdown Frühstücks- und Vesper-Boxen sowie Kuchen über ihren Außer-Haus-Verkauf an.​

Folgen der neuen Corona-Maßnahmen

Dattelner Gastronom ärgert sich: Lockdown „light“ nach acht Monaten zu wenig

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Dattelns Gastronomen werden die ab Montag geltenden Maßnahmen umsetzen. Einige nutzen den Lockdown für eine Pause, andere wollen neue Geschäftsideen austesten. Doch einer macht seinem Ärger Luft.

„Wie kann es sein, dass der Regierung nach acht Monaten Corona-Pandemie nicht mehr als der ab Montag geltende Lockdown light eingefallen ist“, sagt Stephan Schnieder, Juniorchef im Dattelner Jammertal Resort. „Wobei das gar nicht so light ist. Das ist ja schon eher ein Dreiviertel-Lockdown.“

Er bezweifle weder die Existenz, noch die Gefährlichkeit des Virus‘, die von der Regierung jüngst getroffenen Entscheidung hingegen schon. Auch die Gastronomen in Datteln hätten die letzten Monate genutzt, um in den Schutz von Mitarbeitern und Gästen zu investieren. „Wir haben alles dafür getan, um unter erschwerten Bedingungen weiter arbeiten zu dürfen“, sagt Stephan Schnieder.

Datteln: Viel Geld in Schutz der Gäste investiert

Die Regierung habe diese Zeit offensichtlich nicht genutzt, um sinnvolle und vor allem zielgerichtete Maßnahmen zu erarbeiten. „Karl Lauterbach zum Beispiel hat immer wieder davor gewarnt, dass eine zweite Welle kommen wird. Wir wussten das. Wir Gastronomen haben uns darauf vorbereitet“, macht Schnieder seinem Ärger Luft. „Jetzt ist die zweite Welle da und die Politik zeigt sich überrascht.“

Cama Mujcic kann aktuell noch nicht abschätzen, welche Folgen die staatlich verordnete Schließung für das Steakhouse am Alten Markt am Tigg haben wird. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass sie sich von Teilen ihrer Belegschaft trennen muss. „In den letzten Wochen kamen schon immer weniger Gäste“, sagt die Gastronomin. „Viele haben Angst, sie könnten sich infizieren.“

Datteln: Außer-Haus-Verkauf kann Verluste nicht decken

Diese Einbußen hätten auch die Außerhausverkäufe nicht kompensieren können. Sie werde die Entscheidung der Regierung dennoch mittragen. „Wir müssen da jetzt einfach durch“, sagt sie und hofft auf bessere Zeiten. Das Restaurant am Ankerplatz nutzt die unfreiwillige Pause einfach für die Betriebsferien.

„Und danach starten wir wieder durch“, gibt sich Betreiberin Liliane Stegemann kämpferisch. Ulrike Köster aus Datteln sorgt sich vor allem um die Kollegen, die ihre Einkünfte ausschließlich durch den Verkauf von Getränken generieren müssen. „Die können ja kein Bier-to-go verkaufen“, sagt die Inhaberin von Köster’s Kaffeehaus.

Der erste Lockdown habe sie viele Kunden gekostet, sagt Ulrike Köster. Aufgeben sei aber keine Option. Im Kaffeehaus werde man die Zeit nutzen, um das Außerhaus-Angebot weiter anzukurbeln. Wir bieten weiterhin unsere Frühstücks- und unsere Vesper-Box an und auch unsere Kuchen verkaufen wir natürlich weiterhin außer Haus“, sagt Köster.

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