Gegen Datteln 4 werden weitere Proteste erwartet.
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Gegen Datteln 4 werden weitere Proteste erwartet.

Der "neue Hambacher Forst"

Protest im Mai - Macht "Ende Gelände" Datteln 4 zur Belagerungszone?

  • Sarah Kuhlmann
    vonSarah Kuhlmann
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  • Sebastian Balint
    Sebastian Balint
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430 Teilnehmer haben an der letzten Fridays-for-Future-Demonstration in Datteln teilgenommen. Jetzt kündigt das Anti-Kohle-Bündnis "Ende Gelände" eine Protest-Aktion am Kraftwerk an.

  • Klimaschützer, die auch für den Hambacher Forst gekämpft haben, wollen nun verhindern, dass Datteln 4 ans Netz geht.
  • Die Polizei bereitet sich trotz bisher friedlichen Streiks auf kommende, größere Protestaktionen vor. 
  • Die IG Meistersiedlung wird weiterhin friedlich gegen die Inbetriebnahme kämpfen. 

Update, 29. Januar, 16.00 Uhr: Als Folge der politischen Entscheidung, das Kohlekraftwerk Datteln 4 im Sommer ans Netz gehen zu lassen, kündigt das Anti-Kohle-Bündnis „Ende Gelände“ nun eine Protestaktion für Ende Mai an. Details zum Umfang der Aktion, Dauer und Teilnehmerzahlen konnte Parks zum jetzigen Zeitpunkt auf Anfrage noch nicht nennen. Man sei noch in der Planungsphase. 

Datteln 4: Klare Meinung der Aktivisten

Das Gesetz zum Kohleausstieg helfe den Konzernen, aber nicht dem Klima, erklärt Parks. Die Milliarden schweren Entschädigungen würden veraltete Technologien subventionieren. Zudem würde man mitten in der Klimakrise stecken und der Regierung falle nichts Besseres ein, als den Kohleausstieg um weitere 20 Jahre zu verschieben. Über die Proteste im Mai sagt Parks: „Wir kommen, um RWE, Uniper und Co. die Bilanz zu versauen. Gemeinsam mit der gesamten Klimabewegung werden wir verhindern, dass die Dreckschleuder namens Datteln 4 ans Netz geht.“

Unsere bisherige Berichterstattung: 

Umweltschützer nehmen Datteln 4 ins Visier: Mit diesen Aktionen rechnet die Polizei

Zwar waren die Demonstrationen der Fridays-for-future-Bewegung in Datteln gegen das Kohlekraftwerk Datteln 4 bisher friedlich, jedoch bereiten sich das Polizeipräsidium in Recklinghausen sowie weitere Sicherheitsbehörden auf größere Protestaktionen vor. 

Vom Spatenstich bis heute: Der Streit ums Kraftwerk Datteln 4 in Bildern

2007: Die größte Baustelle im Ruhrgebiet ist eröffnet.
2007: Die größte Baustelle im Ruhrgebiet ist eröffnet. © Andreas Kalthoff
Unfreiwillig baden geht dieser Mann während der Protestaktion zur Grundsteinlegung fürs Kraftwerk im November 2007.
Unfreiwillig baden geht dieser Mann während der Protestaktion zur Grundsteinlegung fürs Kraftwerk im November 2007. © Andreas Kalthoff
Das Altkraftwerk in Datteln mitten im Winter.
Das Altkraftwerk in Datteln mitten im Winter. © Andreas Kalthoff
2008: Greenpeace demonstriert vor dem Kraftwerksbau in Datteln.
2008: Greenpeace demonstriert vor dem Kraftwerksbau in Datteln. © Andreas Kalthoff
Ende 2009 nimmt Baustellenchef Jean-Paul Probst (damals 65 Jahre jung) unsere Redaktion mit auf eine frostige Baustellenbesichtigung.
Anfang 2009 nimmt Baustellenchef Jean-Paul Probst (damals 65 Jahre jung) unsere Redaktion mit auf eine frostige Baustellenbesichtigung. © Andreas Kalthoff
2009: Baustellenbesichtigung bei E.ON.
2009: Baustellenbesichtigung bei E.ON. © Andreas Kalthoff
2009: Ende Januar geht es weiter voran, die Zufahrten sind schon ausgebaut.
2009: Ende Januar geht es weiter voran, die Zufahrten sind schon ausgebaut. © Andreas Kalthoff
2009: Die Baustelle des Kraftwerks Datteln 4 aus der Luft.
2009: Die Baustelle des Kraftwerks Datteln 4 aus der Luft. © Jörg Gutzeit
2009: Im April trainieren die Höhenretter am Kraftwerksturm.
2009: Im April trainieren die Höhenretter am Kraftwerksturm. © Andreas Kalthoff
2009: Im April trainieren die Höhenretter am Kraftwerksturm.
2009: Im April trainieren die Höhenretter am Kraftwerksturm. © Andreas Kalthoff
2009: Im September steht der Kühlturm schon fast bis ganz oben.
2009: Im September steht der Kühlturm schon fast bis ganz oben. © Andreas Kalthoff
Groß ist die Freude am 3. Oktober 2009 bei der Landwirtsfamilie Greiwing aus Waltrop-Oberwiese und beim Berliner Anwalt Philipp Heinz (re.): Ihre Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster hatte Erfolg, der Bebauungsplan ist unwirksam.
Groß ist die Freude am 3. Oktober 2009 bei der Landwirtsfamilie Greiwing aus Waltrop-Oberwiese und beim Berliner Anwalt Philipp Heinz (re.): Ihre Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster hatte Erfolg, der Bebauungsplan ist unwirksam. © Andreas Kalthoff
2009: Im Oktober gelingt unserem Fotografen dieses Luftbild.
2009: Im Oktober gelingt unserem Fotografen dieses Luftbild. © Jörg Gutzeit
2010 in der Meistersiedlung in Datteln: Kraftwerksgegner Rainer Köster hat im Garten jetzt Blick auf das Kraftwerk.
2010 in der Meistersiedlung in Datteln: Kraftwerksgegner Rainer Köster hat im Garten jetzt Blick auf das Kraftwerk. © Tobias Ertmer
2010: Jürgen Trittin von den Grünen besucht das Kraftwerk und anschließend die Anwohner der Meistersiedlung.
2010: Jürgen Trittin von den Grünen besucht das Kraftwerk und anschließend die Anwohner der Meistersiedlung. © Andreas Kalthoff
2011: Viel Technik ist in der Schaltzentrale des Kraftwerks zu sehen.
2011: Viel Technik ist in der Schaltzentrale des Kraftwerks zu sehen. © Andreas Ka lthoff
Einen Einblick ist die Schaltzentrale von Datteln 4 gewährt uns Projektleiter Dr. Andreas Willecke im Januar 2011.
Einen Einblick ist die Schaltzentrale von Datteln 4 gewährt uns Projektleiter Dr. Andreas Willecke im Januar 2011. © Andreas Kalthoff
2012: Erörterungstermin zum FFH-Gutachten in der Aula der Realschule.
2012: Erörterungstermin zum FFH-Gutachten in der Aula der Realschule. © Andreas Kalthoff
2012: Christian Lindner besucht das Dattelner Kraftwerk.
2012: Christian Lindner besucht das Dattelner Kraftwerk. © Andreas Kalthoff
2013: Das Kraftwerk Datteln 4 aus der Vogelperspektive.
2013: Das Kraftwerk Datteln 4 aus der Vogelperspektive. © Jörg Gutzeit
2014: Fahraddemo gegen das neue Kraftwerk.
2014: Fahraddemo gegen das neue Kraftwerk. © Andreas Kalthoff
Im April 2015, fünfeinhalb Jahre nach dem Gerichtsurteil, das den ersten Bebauungsplan fürs Kraftwerk kippte, füllen die Kraftwerksakten im Dattelner Bauamt schon eine ganze Regalwand.
Im April 2015, fünfeinhalb Jahre nach dem Gerichtsurteil, das den ersten Bebauungsplan fürs Kraftwerk kippte, füllen die Kraftwerksakten im Dattelner Bauamt schon eine ganze Regalwand. © Andreas Kalthoff
Greenpeace und Bürgerinitiative demonstrieren am Kraftwerksneubau Datteln 4 gegen Kohlekraftwerke und den Weiterbau des E.ON-Projekts.
Greenpeace und Bürgerinitiative demonstrieren am Kraftwerksneubau Datteln 4 gegen Kohlekraftwerke und den Weiterbau des E.ON-Projekts. © Stefan Huxel
2016: Das Kraftwerk wird umgestaltet - es gehört nicht mehr zu E.ON, sondern zu Uniper.
2016: Das Kraftwerk wird umgestaltet - es gehört nicht mehr zu E.ON, sondern zu Uniper. © Andreas Kalthoff
2016: Blick in die Kontrollzentrale des Kraftwerks.
2016: Blick in die Kontrollzentrale des Kraftwerks. © Björn Korte
2016: Das Kraftwerk Datteln 4 ist noch mitten im Bau, vieles ist schon fertig gestellt.
2016: Das Kraftwerk Datteln 4 ist noch mitten im Bau, vieles ist schon fertig gestellt. © Björn Korte
2017: Hier haben die Uniper-Mitarbeiter des Kraftwerks alles unter Kontrolle.
2017: Hier haben die Uniper-Mitarbeiter des Kraftwerks alles unter Kontrolle. © Andreas Kalthoff
2018: Datteln 4 im Sommer mit Blick vom Waltroper Gebiet.
2018: Datteln 4 im Sommer mit Blick vom Waltroper Gebiet. © Andreas Kalthoff

"Ende Gelände" und Greenpeace wollen nach Hambi nun für Datteln 4 kämpfen

Klima- und Umweltschützer von "Ende Gelände" haben bereits erfolgreich gegen die Abholzung des Hambacher Forstes gekämpft und wollen jetzt verhindern, dass Datteln 4 im Sommer ans Netz gehtGreenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser bestätigt, dass Datteln 4 nun die Stelle von "Hambi" eingenommen hat. Auch die IG Meistersiedlung wird sich weiterhin an Protesten beteiligen.

Dauerbelagerungen gegen Datteln 4?

Das bestätigt Medienberichten zufolge auch Kathrin Henneberger, Sprecherin des Protestbündnisses „Ende Gelände“. Vermutet werden weitere, größere Protestaktionen bis hin zu Dauerbelagerungen.  Auf solche Aktionen bereitet sich die Polizei bereits vor. Bei Gewaltanzeichen wird die Polizei gegen Straftäter vorgehen.

Waltroper Ratsherr Michael Finke (Waltroper Aufbruch) hat derweil die Haltung der NRW-Grünen-Chefin Mona Neubaur zu Datteln 4 als „Heuchelei“ kritisiert, denn sie habe sich mit dem Protest solidarisch erklärt, jedoch keinen Widerstand gegen Datteln 4 geleistet. 

Datteln 4: Die Ermittlungskommission hat die ersten Täter identifiziert.

Kraftwerk Datteln 4 besetzt: Angeketteter Aktivist nennt Ziel der Aktion.

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