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Für den Bauern Frank-Thomas Knigge können die vielen Erdhäufchen zum richtigen Problem werden.

Tier des Jahres 2020

Der Maulwurf spaltet die Gemüter - aber wer ihn loswerden will, muss mit hohen Strafen rechnen

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Er geht unterirdisch auf die Jagd nach Insekten, Würmern und Schnecken und hinterlässt bei dem einen oder anderen Garten- und Wiesenbesitzer unerwünschte Hügel: der Maulwurf wurde zum Tier des Jahres ernannt. 

  • Die Deutsche Wildtier-Stiftung hat den Europäischen Maulwurf zum Tier des Jahres 2020 ernannt.
  • Der Maulwurf ist kein Feind von Pflanzen, da er ein Insektenfresser ist und die Natur nicht beschädigt - anders als die Wühlmaus. 
  • Für die Landwirte stellt das Tier ein Problem dar, da seine Hügel das Tierfutter der Bauern verunreinigen. 

Um auf seine besondere ökologische Funktion hinzuweisen, hat die Deutsche Wildtier-Stiftung den Europäischen Maulwurf (Talpa europaea) zum Tier des Jahres 2020 ernannt. Trotzdem sehen viele Garten- und Wiesenbesitzer viele Nachteile in dem Tier.  Einige wollen ihn loswerden, aber das Tier steht unter Natur- und Artenschutz.

Die Jagd auf Maulwürfe kann für Bürger aus Oer-Erkenschwick und Umgebung teuer werden

Deshalb müssen Menschen, die einen Maulwurf fangen, verletzen oder töten oder ihre Ruhe- oder Fortpflanzungsstätte stören, mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Wer mehreren Tieren schadet, kann dafür sogar ins Gefängnis wandern. 

Dabei hat der Maulwurf auch viele Vorteile für die Natur. Er ist ein Insektenfresser und kein Pflanzenfresser. Somit zerstört er keine Wurzeln, wenn er durchs Erdreich kriecht. Georg Wegmann von der gleichnamigen Baumschule sieht in dem Tier keinen Feind: "Der Maulwurf ist ein Nützling für die Baumschulen." Denn er frisst Engerlinge (Käferlarven) und andere Schädlinge.

Landwirte aus Datteln haben Probleme mit Maulwürfen

Frank-Thomas Knigge vom Hof Engelkamp sieht in dem Insektenfresser ein Problem. Maulwurfshügel befinden sich nämlich häufig auf Wiesen, die abgemäht als Futter dienen. Durch das Mähen werden die Haufen platt gefahren und Erde gelangt in das Tierfutter. Außerdem werden die Gänge und Bauten auch gern von Wühlmäusen genutzt, die, im Gegensatz zum Maulwurf, viel Schaden an Pflanzen anrichten. 

Im Innenstadtbereich sei der Maulwurf selten anzutreffen, weiß Georg Ludbrock, Vorsitzender des Hegerings. Vorzufinden ist das Tier eher auf Flächen und Wiesen, die nicht viel genutzt werden. Und selbst wenn ein Maulwurfshügel im Garten auftaucht, darf dieser ruhig platt gemacht werden. Das Tier trägt keinen Schaden dadurch - eher im Gegenteil. Durch das Plätten fällt Erde zurück in die Gänge, durch die der Maulwurf neue Nahrung findet. 

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