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Drei Termine wurden im Dattelner Missbrauchs-Prozess bereits aufgehoben.

Landgericht Bochum

62-facher Missbrauch in Datteln: Prozess wird fortgesetzt - aber es gibt neue Unruhe

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Der Prozess wegen Missbrauchs in 62 Fällen gegen einen Briefzusteller aus Datteln wird fortgeführt. Schon jetzt gibt es aber neue Unruhe.

  • Ein 55-jähriger Briefzusteller aus Datteln soll über Jahre hinweg Frauen und Kinder  in seiner Wohnung an der Castroper Straße durch in Getränke gemischte Betäubungsmittel wehrlos gemacht, sie dann missbraucht und gefilmt haben.
  • Die Staatsanwaltschaft wirft dem Dattelner sexuellen Missbrauch in 62 Fällen vor. Im Falle einer Verurteilung geht es auch um Sicherungsverwahrung.
  • Der Briefzusteller ist nahezu voll geständig. Der Prozess findet mit Blick auf den Opferschutz fast ausnahmslos nicht-öffentlich statt.

Update, 19. Dezember, 6.30 Uhr: Mit einem Befangenheits-Antrag gegen die erfahrene Rechtspsychologin Prof. Sabine Nowara ist der 55-jährige Angeklagte nun abgeblitzt. 

Die vom Gericht beauftragte Sachverständige soll angeblich eine parteiische Bemerkung fallenlassen haben. Die Richter der 8. Jugendstrafkammer entschieden jedoch, dass der Briefzusteller die mutmaßliche Entgleisung der Rechtspsychogin – Stand jetzt - nicht ausreichend glaubhaft gemacht hat.

Datteln: Vorwurfsäußerung reicht nicht aus

„Wir gehen daher davon aus, dass eine solche Äußerung nicht gefallen ist“, sagte Richter Stefan Culemann. Die bloße Vorwurfäußerung reiche jedenfalls so nicht aus. Zumal die Anschuldigung von der Rechtspsychologin auch in Abrede gestellt worden sei.

Am 26. August soll die Sachverständige den Dattelner nach einem Gespräch im Gefängnis angeblich sinngemäß mit den verächtlichen Worten verabschiedet haben: „Wissen Sie, mit Kindern sowas geht gar nicht.“

Datteln: Volle Schuldfähigkeit und empfohlene Sicherheitsverwahrung

Die Rechtspsychologin hatte ein Gutachtens zur Schuldfrage erstellt. Mit dem für den Angeklagten niederschmetternden Ergebnis: Es ist volle Schuldfähigkeit anzunehmen und eine Unterbringung in der Sicherungsverwahrung dringend zu empfehlen.

Pflichtverteidiger Jens Tuschhoff hatte der Professorin in seinem Befangenheitsantrag „Unprofessionalität“ sowie „zahllose Fehler“ vorgeworfen. Doch auch in diesem Punkt blitzte die Verteidigung bei den Richtern ab. Sie entschieden, etwaige Gutachten-Fehler als „offenkundige Versehen“ und damit bedeutungslos zu betrachten.

Unsere vorherige Berichterstattung: Weil eine Schöffin derzeit offenbar so schwer erkrankt ist, dass ihr eine Teilnahme an der Verhandlung unmöglich ist, mussten am Bochumer Landgericht seit bereits drei planmäßige Sitzungstage im Prozess gegen den 55-jährigen Briefzusteller aus Datteln aufgehoben werden. Eine Fortsetzung ist nun erstmal auf den 18. Dezember terminiert.

„Unendlich“ darf der seit dem 9. August laufende Strafprozess nicht unterbrochen werden. Zwischen zwei Fortsetzungstagen ist ein Zeitraum von maximal drei Wochen üblich. „Im Krankheitsfall einer Richterin oder eines Richters gibt das Gesetz darüber hinaus die Möglichkeit auf maximal sechs weitere Wochen Unterbrechung her“, erklärt Gerichtssprecher Volker Talarowski.

Datteln: Ein Neuanfang der Verhandelung ist möglich

Danach müsse entweder zwingend weiterverhandelt werden. Andernfalls werde die Verhandlung ausgesetzt und müsse mit einer neuen Besetzung – drei Berufs-, zwei Laienrichter (Schöffen) – von vorne beginnen. 

Für das Dattelner Verfahren bedeutet das: Spätestens Anfang Januar 2020 muss die Verhandlung fortgesetzt werden – oder das Verfahren „platzt“.

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