In diesem Haus an der Holtbredde spielte sich das tödliche Drama ab. 
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In diesem Haus an der Holtbredde spielte sich das tödliche Drama ab. 

Prozess in Bochum

Datteln: Vor dem Mord bedrohte der Beschuldigte eine Nachbarin im Keller

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Vor dem Schwurgericht in Bochum wird seit dem 25. Mai der Fall eines 45-jährigen Dattelners verhandelt, der am 14. Oktober eine Frau erwürgte und dann verbrannte. 

  • Dattelner soll Nachbarin ermordet haben.
  • Seit dem 25. Mai wird der Fall vor dem Schwurgericht in Bochum verhandelt.
  • Ihm droht die dauerhaft zwangsweise Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie.
  • Eine klassische Bestrafung des psychisch kranken Mannes wurde von vorneherein ausgeschlossen.
  • Jetzt äußerte sich Nachbarn des Beschuldigten vor dem Schwurgericht.

Am Dienstag wurde das Sicherungsverfahren vor dem Bochumer Landgericht fortgesetzt, mit brisanten Zeugenaussagen. Am Tattag hatte der psychisch kranke Beschuldigte offenbar auch noch eine andere als die später getötete Nachbarin in Angst und Schrecken versetzt. "Ich wusste, da passiert irgendetwas", berichtete die Zeugin, die damals wenige Minuten nach dem unheimlichen Vorfall sofort schnurstracks zur Polizei gegangen war. 

Psychisch kranker Dattelner brüllt oft in seiner Wohnung herum

Als die 46-Jährige von der Wache in Datteln - wo Kraftwerk Datteln 4 nun stillsteht - wieder zurück an der Holtbredde eingetroffen war, stieg ihren Angaben zufolge bereits aus der Wohnung des Beschuldigten Rauch auf.  "Immer morgens um 5.30 Uhr stand der Beschuldigte bei mir vor der Wohnungstür und brummelte obszöne Beleidigungen. Ich habe mich gar nicht getraut, durch den Spion zu gucken", erinnerte sich die 46-Jährige. Auch habe sie gehört, wie der Mann immer wieder in seiner Wohnung herumgebrüllt hätte. Ebenso habe sie hören können, dass der psychisch kranke Elektroinstallateur gegen Gegenstände geboxt habe.  

Vor dem Mord belästigt der Beschuldigte aus Datteln noch eine andere Frau

Am 14. Oktober, dem Tattag, sei sie von dem 45-Jährigen im Waschkeller überrascht worden. "Er hat die Tür hinter sich zugemacht und kam mit Fäusten auf mich zu", berichtet die Zeugin. Sie sei daraufhin hockend vor ihrer Waschmaschine erstarrt, habe sich gar nicht getraut, sich aufzurichten. "Seine Augen waren irre, er war irgendwie gar nicht da. Alles wirkte voller Adrenalin. Ich habe echt gedacht, der bringt mich um", so die 46-Jährige. 

Nachbarn bemerken bedrohliche Veränderungen bei dem Dattelner

Der Elektroinstallateur habe die völlig verängstigte Frau unverhofft angebrüllt und ihr Vorwürfe gemacht. "Ich weiß nur noch, dass mein ganzer Körper Alarm geschrien hat. Ich habe dann auf ihn ein geplappert und mich einfach entschuldigt. Da ist er dann auch gegangen." Die immer bedrohlicher werdenden Veränderungen bei dem Beschuldigten hatten auch andere Nachbarn längst bemerkt. 

Anwohner wird von Frauenschrei aufgeweckt

Ein Anwohner berichtete von Ruhestörungen durch laute Musik. Eine andere Hausbewohnerin beschrieb den Dattelner als "aufgeladen" und erinnerte sich, dass sie am Tattag von einem "unheimlichen Rumpeln" aufgewacht sei und dann auch einen Frauenschrei wahrgenommen habe. Der psychisch kranke Beschuldigte hat bereits indirekt zugegeben, seine Nachbarin (33) erwürgt zu haben. Ihm droht die Unterbringung in einer geschlossenen forensischen Einrichtung.

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