Der Hündin geht es mittlerweile schon viel besser.
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Der Hündin geht es mittlerweile schon viel besser.

Neunjähriger bettelt auf der Straße

Happy End in Datteln: Die Hündin darf wohl bald ihren Lebensretter besuchen  

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Es gibt Neuigkeiten im Fall des Neunjährigen aus Datteln, der um Geld für seine Hündin bettelte. Wir haben mit der Tierschutzorganisation gesprochen. Und die hat gute Nachrichten. 

  • Das Jugendamt Datteln hat einen neunjährigen Jungen in Obhut genommen.
  • Der Junge machte sich vor allem Sorgen um seine Hündin.
  • Seiner vierbeinigen Freundin geht es mittlerweile wieder besser. 

Update, 29. Juni, 11.12 Uhr: "Es gibt regen telefonischen Kontakt mit dem kleinen Mann", berichtet Gabi Bayer. Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Dortmunder Tierschutzorganisation Arche 90. Der Hündin gehe es von Tag zu Tag besser, bestätigt sie. Gabi Bayer sagt, dass der neunjährige Junge, der für seine vierbeinige Freundin um Geld bettelte, genau richtig gehandelt hätte

Datteln: Tierschützer nennen den Neunjährigen einen Helden

"Der kleine Mann hat alles richtig gemacht", lobt sie den Jungen. "Durch sein Verhalten hat er der Hündin wohl da Leben gerettet." Es sei leider traurige Normalität, dass immer öfter Hunde in einem ähnlich abgemagerten Zustand aufgefunden oder abgegeben werden. 

"Oftmals sehen die Tiere noch viel schlimmer aus", sagt Gabi Bayer. "Aber das heißt nicht immer, dass die Tiere misshandelt wurden." Viele Menschen seien mit der Haltung eines Tieres völlig überfordert. Ursächlich dafür könnten Geldnot aber auch psychische Probleme sein. 

Datteln: Ein Wiedersehen ist fest eingeplant

"Diese Menschen lieben ihre Tiere aber über alles", sagt die Tierschützerin. "Und sie leiden oft selbst darunter, dass sie ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen können."  Im Falle des Neunjährigen aus Datteln gibt es aber positive Nachrichten zu vermelden. 

Aus Sicht der Tierschützer stehe fest, dass der Junge nichts mit dem schlechten Zustand des Tieres zu tun habe. Daher sei geplant, dass die Hündin - in Absprache mit dem zuständigen Jugendamt in Datteln - ihren kleinen Lebensretter besuchen darf.   

Update, 28. Juni, 16.52 Uhr: Es gibt gute Nachrichten im Fall des neunjährigen Jungen aus Datteln, der auf einer Straße im Norden der Stadt um Geld für seine vierbeinige Freundin bettelte. Die Hündin wurde durch die Dortmunder Tierschutzorganisation bei einer Pflegefamilie untergebracht. Dem Tier gehe es sehr gut, teilt die Organisation mit. 

Datteln: Jugendamtsleiter äußert sich zur Inobhutnahme

Auch ist davon auszugehen, dass es dem neunjährigen Jungen gut geht. Denn auf Nachfrage unserer Redaktion sagt der Leiter des Jugendamtes in Datteln, Peter Wenzel: "Wir haben in Datteln in den letzten vier Wochen kein Kind in einem verwahrlosten oder einem gesundheitlich bedenklichen Zustand in Obhut genommen." 

Ob und wann das Kind wieder zurück zu seiner Familie darf, dazu will sich Wenzel auch heute nicht äußern. Er verweist abermals auf die Persönlichkeitsrechte des Neunjährigen, die es zu schützen gelte. 

Datteln: Inobhutnahme nur in Ausnahmefällen

Die Inobhutnahme eines Kindes ist eine der strengsten Maßnahmen, die den Jugendämtern zur Verfügung stehen. Schließlich nimmt das Sorgerecht einen sehr hohen Stellenwert im Deutschen Rechtssystem ein. Es kann nur in Ausnahmefällen eingeschränkt werden.

Das Ziel der Jugendämter ist aber immer, die Inobhutnahme schnellstmöglich wieder zu beenden. Dafür muss allerdings sichergestellt werden, dass der Grund für die Inobhutnahme nicht mehr gegeben ist. 

Update, 25. Juni, 19.37 Uhr: Nach Informationen unserer Redaktion spielte sich das Drama auf einer Straße im Dattelner Norden ab. Wie die Tierschutzorganisation Arche 90 aus Dortmund mitteilt, geht es der Hündin schon wieder besser. Sie habe sogar an Gewicht zugenommen. 

Zur Verfassung des Kindes will Jugendamtsleiter Peter Wenzel sich auf Nachfrage nicht äußern.  "Wenn es einem Kind schlecht geht und wir als Jugendamt wissen davon, dann wird es dem Kind besser gehen", erklärt Wenzel. Daraus lässt sich wohl schließen, dass es dem Kind gut geht. 

Datteln: Junge nahm noch nicht am Schulunterricht teil

Dass das Jugendamt bisher keine Kenntnis über die Lebenssituation des Kindes hatte, könnte damit zusammenhängen, dass die Familie des Jungen erst vor wenigen Wochen nach Datteln gezogen ist. Nach unseren Informationen hatte der Neunjährige auch noch nicht am Schulunterricht teilgenommen. Dort hätte ein Lehrer oder ein Mitarbeiter der Schulsozialarbeit vermutlich auf das Kind aufmerksam werden können. 

Auch zum genauen Aufenthaltsort will sich im Rathaus niemand äußern. Für die Arbeit des Jugendamtes sei ein vertrauensvolles Verhältnis wichtig. Diese dürfe durch die Herausgabe persönlicher Daten nicht gestört werden, heißt es auf Nachfrage. 

Datteln: Ein Wiedersehen ist nicht ausgeschlossen

Ob der Junge und seine vierbeinige Freundin bald wieder zusammen sein können ist fraglich. Wird das Kind in einem Heim untergebracht, ist das ausgeschlossen. Anders sieht es aus, wenn der Neunjährige in eine Pflegefamilie kommt. Grundsätzlich sei es möglich, dass ein Kind, dass in eine Pflegefamilie kommt, nach Rücksprache mit der Familie, sein Haustier mitnehmen kann.     

Unsere bisherige Berichterstattung:

Einer aufmerksamen Passantin ist es zu verdanken, dass ein erst neunjähriger Junge sich nun in der Obhut des Jugendamtes in Datteln befindet. Der Junge hatte auf der Straße um Geld für seinen Hund gebettelt. Als die Passantin sich dem Jungen näherte, stellte sie fest, dass das Kind völlig abgemagert ist. 

Dennoch bettelte der Junge um Geld für seinen ebenso offensichtlich unterernährten Hund. Die Frau reagierte prompt und nahm das Kind kurzerhand zu sich nach Hause. Dort angekommen alarmierte sie unverzüglich die Feuerwehr. Die wiederum zog gleich darauf die Polizei und den Notdienst des Jugendamtes Datteln hinzu. 

Datteln: Junge sorgt sich vor allem um seinen Hund

Der Junge aber machte sich vor allem Sorgen um seinen vierbeinigen Gefährten, sodass das stark abgemagerte Tier an eine Dortmunder Tierschutzorganisation übergeben wurde. Die Mitarbeiter des hinzugezogenen Jugendamtes beschließen schnell, dass Kind nicht wieder zurück zu seiner Familie zu lassen. 

Das Dattelner Jugendamt will sich zum Ort der Unterbringung des Jungen nicht äußern und verweist auf geltenden Datenschutz. Es gehe dem Kind aber schon besser und auch der Zustand des Hundes habe sich schon gebessert.

Über weitere Entwicklungen in diesem Fall halten wie sie hier, in der Printausgabe der Dattelner Morgenpost und in unserem ePaper auf dem Laufenden. 

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