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Der Blick ins Publikum bei einem Crash-Kurs. Die Referenten hinterlassen viele betroffene Gesichter.

Einladung von Herbert Reul

"Lebensretter" ausgezeichnet: Sie berichten jungen Menschen über schlimme Erlebnisse bei Unfällen

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Beim "Crash Kurs NRW" berichten ehrenamtliche Helfer von ihren schlimmen Erlebnissen bei Verkehrsunfällen. Dafür wurden sie nun von NRW-Innenminster Herbert Reul geehrt.

  • Seit zehn Jahren führt die Polizei den "Crash Kurs NRW" durch. Die Organisatoren und vielen ehrenamtlichen Helfer wurden nun von NRW-Innenminister Herbert Reul in Köln geehrt.
  • Beim Crash-Kurs berichten Unfallhelfer oder Angehörige jungen Menschen zwischen 18 und 24 "aus erster Hand" über schwere Verkehrsunfälle. Die schlimmen Szenen und Abläufe versuchen sie mit ihren Worten detailliert zu beschreiben.
  • Seit 2007 sind die Unfallzahlen in NRW stetig gesunken. Laut Polizeihauptkommissarin Ute Honvehlmann kann dieser Erfolg in direkten Zusammenhang mit dem "Crash Kurs NRW" gesetzt werden.

700 "Macher" und Helfer des Crash-Kurses sind dem Ruf von NRW-Innenminister Herbert Reul nach Köln gefolgt. Die größte Gruppe stellten die 65 Helfer aus dem Kreis Recklinghausen. Mit 105 Helfern insgesamt belegt der Kreis Recklinghausen auch den NRW-Spitzenwert.

Von seinen Einsätzen berichten im Rahmen des Crash-Kurses auch der Dattelner Feuerwehrmann Johannes Klute. „Ungeschönt, so wie es ist“, sagt Klute. Seinen Zuhörern bleiben Beschreibungen vonabgetrennten Oberkörpern oder brennenden Fahrzeugen mit Insassen nicht erspart.

Datteln: Emotionale Berichte führen zu Tränen

Anfang gebe es immer Zuhörer, die den Crash-Kurs nicht wirklich ernst nehmen. „Aber im Laufe der Veranstaltung erreichen wir immer mehr von ihnen“, sagt er. Die ehrenamtlichen Referenten wollen ihren Zuhörern bei den Veranstaltungen auf emotionaler Ebene begegnen

„Die jungen Menschen sind ja mittlerweile überflutet von den ganzen schlimmen Nachrichten“, sagt Klute. Dadurch sei die jüngere Generation auch ein Stück weit abgestumpft. Tränen bei den Teilnehmern bleiben bei den detailreichen Beschreibungen dann aber nicht aus.

Laut Ute Honvehlmann sind die häufigsten Unfallursachen bei jungen Menschen zu hohe Geschwindigkeiten, Ablenkung durch Handys oder Beifahrer, mangelnde Sicherheit und der Konsum von Alkohol oder Drogen.

Datteln: NRW-Innenminister Herbert Reul ehrt "Lebensretter"

NRW-Innenminister Herbert Reul würdigt die Leistungen der Helfer: „Mit Ihrem Engagement helfen Sie Menschen nicht nur, Sie retten Leben. Das ist gar nicht hoch genug zu würdigen.“ Als Dank gibt es Urkunden und eigens für diesen Anlass geprägte Medaillen.

Beim Crash-Kurs in Datteln berichtete eine Angehörige von einem schlimmen Verkehrsunfall ihrer Tochter

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