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Der Parkstreifen an der Castroper Straße ist für den Audi von Anwohner Ingo Wassermann zu schmal – für das Parken auf dem Sicherheitsstreifen gab es daher ein Knöllchen

Schmaler Parkstreifen

Knöllchen-Abzocke an der Castroper Straße in Datteln? Das rät der ADAC

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Auf den Seitenstreifen entlang der Castroper Straße sind insbesondere Anwohner angewiesen. Für breite Autos, die über die Markierungen ragen, verteilt die Stadt Knöllchen.

  • Der Dattelner Ingo Wassermann erhielt ein Knöllchen, weil sein Audi über die Parkplatz-Markierung am Seitenstreifen ragt
  • Die Stadtverwaltung spricht von einem "Park-Angebot" - es bestehe keine Pflicht
  • Die Rechtsabteilung vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) rät zum Einspruch

Ingo Wassermann spricht von "Abzocke": Er gebe sich stets Mühe seinen Audi so zu parken, dass er keine Verkehrsteilnehmer an der Castroper Straße beeinträchtigt. In die Parklücke passt er mit seinem Wagen aber nicht. Dafür gab es ein 20-Euro-Knöllchen vom Ordnungsamt.

Anwohner in Datteln will sein Knöllchen nicht zahlen

Mit zwei Reifen steht der Audi von Ingo Wassermann auf dem sogenannten Sicherheitsstreifen an der Castroper Straße. Dieser trennt Parkstreifen von Fahrradweg und soll für die Sicherheit der Radler sorgen. Zahlen will Wassermann sein "Ticket" nicht - er will rechtliche Schritte einleiten.

Für Wassermann ist die Stadtverwaltung in der Pflicht: „Sie bieten Parkplätze an, auf die kein Auto passt und kassieren dann täglich kräftig ab.“ 1,70 Meter sind die Parkstreifen an der Castroper Straße breit. Wie Stadtsprecher Dirk Lehmanski erklärt, habe man im Jahr 2006 im Auftrag des Straßenbau-Landesbetriebes Straßen.NRW die Fahrbahn saniert und Radwege angelegt. Heutzutage seien die Autos größer und breiter.

Stadt Datteln sieht die Parkplätze als Angebot 

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist dieser Fall eindeutig. „Die Parkplätze an der Castroper Straße sind ein Angebot. Wenn die Fahrzeuge nicht hineinpassen, dann darf man dort nicht parken“, sagt Lehmanski. Und die Stadtverwaltung hätte darauf auch öffentlich hingewiesen, bevor Ordnungsgelder verhängt wurden.

Ein geparktes Auto muss laut Lehmanski mit beiden Reifen in die Markierungen des Parkplatzes passen. Kleinwagen wie ein Smart oder ein Renault Clio passen mit ihren Abständen von 1,50 bis 1,60 Metern in die Lücke hinein, der Audi von Ingo Wassermann, wie auch viele der beliebten SUV-Neuwagen nicht.

ADAC-Juristen raten Autofahrer aus Datteln zum Einspruch

„Diese geringfügige Überschreitung um maximal zehn Zentimeter ist als geringfügig und daher nicht ahndungswürdig anzusehen“, urteilt die juristische Abteilung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC). Das erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage in München.

Wer sich über eine „kleinliche Behandlung der Behörden“ ärgere, müsse dann Einspruch gegen das Bußgeld einlegen und die Sache so vor Gericht bringen. „Spätestens der Richter erkennt hier, dass das Verfahren aus Gründen der Verhältnismäßigkeit eingestellt wird“, heißt es aus der juristischen Abteilung.

Die Situation an der Castroper Straße kann gefährlich werden: Eine Pedelec-Fahrerin konnte einer Autotür nicht mehr ausweichen und wurde verletzt.

Auch ein Fahrradfahrer konnte auf der Castroper Straße nicht mehr ausweichen.

Beim jährlichen Fahrrad-Klimatest erhielt die Stadt Datteln zuletzt miserable Noten.

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