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Freuen sich über den Ausbildungsstart: v.l. Ausbilder Norbert Mendla, Erva-Dilara Aygün, Elisa und Carsten Abenhardt und IHK-Vizepräsident Prof. Ulrich Sick.

Abenhardt GmbH auf Wachstumskurs

Mit der Möhre zum Erfolg

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DATTELN - Es ist zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte. Und die basiert auf Möhren. Die Abenhardt-GmbH in Pelkum gehört mit einer Produktionsmenge von 70 000 Tonnen Möhren inzwischen zu den Top-Ten in Deutschland. Und dieser unternehmerische Erfolg hat Erva-Dilara Aygün zu einem Job verholfen. Die junge Frau ist seit dem 1. September die erste Auszubildende, die der Familienbetrieb im Verwaltungsbereich eingestellt hat.

Dafür wurde das Unternehmen am Donnerstag von der Industrie- und Handelskammer (IHK) stellvertretend für alle erstmals ausbildenden Unternehmen im Kreis Recklinghausen – das sind nach IHK-Angaben rund 25 – öffentlich als Ausbildungsbetrieb anerkannt und von Prof. Dr. Ulrich Sick, IHK-Vizepräsident, als Vorbild gewürdigt.

Die junge Frau hat bei einem Schülerpraktium den Betrieb in Pelkum bereits kennengelernt, einen sehr guten Eindruck hinterlassen und freut sich auf ihre Ausbildung als Kauffrau im Groß- und Einzelhandel.

Die Chemie stimmt, sagt Elisa Abenhardt. Sie ist auch froh, mit der jungen Frau eine Mitarbeiterin an Bord zu haben, die helfen kann, bei den zahlreichen türkischstämmigen Aushilfskräften in der Produktion mögliche Sprachbarrieren zu überwinden. Und noch eines spricht für die neue Auszubildende. „Ich mag gerne Möhren“, lacht Erva-Dilara Aygün bei der Übergabe der IHK-Urkunde.

Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens begann 1975, als sich Ernst Abenhardt auf Möhren spezialisierte. Damals erntete der Landwirt die Möhren tagsüber noch selbst und lieferte sie nachts mit dem Schlepper aus, erzählt Carsten Abenhardt, der 2010 die Geschäftsführung des Betriebs von seinem Vater übernahm.

Heute gehört Abenhardt zu den zehn Unternehmen, die in Deutschland 80 Prozent der Möhrenproduktion stellen. Das sind pro Jahr 500 000 Tonnen. Jeder Deutsche, so weiß der Pelkumer Unternehmer, isst durchschnittlich pro Jahr 6,8 Kilo Möhren – der Pro-Kopf-Verbrauch sei in den letzten zehn Jahren um 800 Gramm gestiegen. Aber da sei noch Luft nach oben. „Deutschland ist beim Möhrenverbrauch Schlusslicht in Europa. Die Polen zum Beispiel essen mehr als zehn Kilo.“

Apropos Ausland: Abenhardt importiert inzwischen Möhren aus mehreren europäischen Ländern und aus Israel, von dort kommen die Bio-Möhren. Der Großteil der Produktion stammt allerdings aus heimischen Gefilden. Abenhardt erntet im Umkreis von 40 Kilometern.

Warum sich Vater Ernst vor mehr als 40 Jahren auf Möhren spezialisierte, hat zwei Gründe: „Wir haben hier gute Böden, die sich für Möhrenanbau eignen. Und wir haben ein sehr weites Erntefenster“, sagt Carsten Abenhardt: von Juli bis in den Dezember hinein.

Grund für die Einstellung der ersten Auszubildenden ist unter anderem der stetig steigende Dokumentationsaufwand in der Möhrenproduktion. Über einen Zahlencode ist das Unternehmen zum Beispiel in der Lage, für jede Möhrenverpackung sagen zu können, auf welchem Feld geerntet wurde, wie das Wetter bei der Ernte war oder wie viel von welchem Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurde.

Die Möhre sei ein besonderes Produkt, betont der Chef. Und Erva-Dilara Aygün hat jetzt drei Jahre Zeit, sich in diese Besonderheiten einzuarbeiten. Für IHK-Vizepräsident Sick ist es die richtige Entscheidung des Unternehmens, selbst auszubilden. Das sei Zukunftssicherung und eine wichtige Investition in den eigenen Betrieb.

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