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Auf den Schultern ging es zur Krönung: Nach fünfstündigem Schießen der Bürgerschützengilde Natrop-Pelkum holte Achim Benterbusch den Vogel aus der Luft.

Schützenfest

Zäher Vogel: Achim I. ist neuer Schützenkönig in Natrop-Pelkum

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  • Norbert Schmitz
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Lange hat sich Vogel "Günni VIII." beim Schützenfest der Schützengilde Natrop-Pelkum gewehrt, bis Achim Benterbusch ihn nach knapp fünf Stunden vom Himmel holte.

in lautes Raunen schallte am Sonntagnachmittag um 16.55 Uhr über die Schützenwiese in Natrop-Pelkum. Ein platzierter Schuss von Achim Benterbusch traf den Vogel Günni VIII. genau in die Mitte. Der hartnäckige Vogel wackelte, blieb dann aber doch noch am „seidenen Faden“ hängen. Erst zwei Schüsse später verwandelte der neue Schützenkönig Achim I. seine eigene Vorlage und durfte nach knapp fünfstündigem Schießen in praller Sonne auf den Thron steigen. 

Bereits am Freitag begannen die Festivitäten in Natrop-Pelkum mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal. Am Samstag war es dann ein langer grüner Lindwurm, aufgelockert durch die Farben der Dirndl der BSG 1397, der sich beim großen Festumzug durch den Hötting bis hin zur Parade vor den Königshäusern vor dem Festzelt schlängelte. Der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Amandus gehört zu jedem Schützenfest der Gilde Natrop-Pelkum dazu. Schützenbruder und Pfarrer e.m. Hans Overkämping griff in seiner Predigt Gedanken von Heinz Agatz auf: „Mit Tradition und Brauchtum in die Zukunft gehen.“ 

Leider, so Schützenhauptmann Overkämping, werde das Schützenwesen von vielen Leuten mit Argwohn betrachtet. Aber gerade auch die Schützenvereine hätten eine soziale Aufgabe, nicht nur, was die Historie anbelangt. Overkämping: „Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Wir müssen den Mut haben, vorwärts zu schauen.“ Nach dem Gottesdienst traten die Natrop-Pelkumer Schützen und die Königshäuer der Gilden 1397, Hagem, Meckinghoven und Horneburg zum Großen Zapfenstreich auf dem Kirchplatz an, der in gewohnter Weise vom Spielmannszug und dem Blasorchester Olfen ausgezeichnet intoniert wurde. Den Abschluss des Festumzuges bildete wie gewohnt die Parade vor den Königshäusern. Der Platz auf dem Podium blieb für die Gilde Ahsen verwaist. Die Ahsener Schützen beerdigten ihren Schützenbruder Karl-Heinz Pätsch, der im Alter von 87 Jahren verstarb. 

Bei strahlendem Sonnenschein füllte sich die Schützenwiese am Sonntagvormittag schon früh. Als die scheidende Königin Anja I. um 12.13 Uhr mit dem ersten Schuss auf Vogel Günni VIII. das Schießen offiziell eröffnete, weilten schon viele der benachbarten Gilden und Zuschauer auf dem Festgelände. Nach dem Eröffnungsschuss reihten sich zahlreiche Schützen der Natrop-Pelkumer Gilde zum Vogelschießen ein. Schnell war allen bewusst, dass Günni VIII. ein besonders hartnäckiger Holzvogel sein muss. Denn obwohl Josef Vennemann dem Vogel mit seinem ersten Schuss das Zepter entreißen konnte und kurz darauf Ralf Liepelt das Zepter von Günni VIII. in seinen Händen trug, wollte er sich nicht so leicht zerrupfen lassen. Martin Aulke schoss nach langer Durststrecke der Schützen dann den kompletten rechten Flügel ab. „Wie das Zepter vor drei Jahren wird der Flügel einen schönen Platz finden“, sagte er nach seinem Triumph. Johannes Wember entledigte Günni VIII. kurz darauf auch seines linken Flügels. 

Als am Nachmittag eine letzte Pause vor dem Königsschießen eingeläutet wurde, lichtete sich der Kreis der Anwärter. Aus einer Reihe von Schützen blieben Achim Benterbusch, Heinz-Norbert Benterbusch und Stefan Wember übrig. Der erste Wirkungstreffer gelang Wember, als er ein ordentliches Stück des Körpers runter holte. Wie aber auch Dattelns stellvertretender Bürgermeister Norbert Benterbusch hatte Wember dann keinen Erfolg mehr. Und als Achim Benterbusch seinen Kontrahenten eine saubere Vorlage lieferte und Günni VIII. nur noch mit einer Spitze am Nagel hing, setzten diese zu hoch an, sodass letztendlich Achim Benterbusch von seinen Schützenbrüdern auf einer Sänfte ins Festzelt getragen wurde und als neuer Schützenkönig der Gilde präsentiert wurde. An seiner Seite regiert die nächsten drei Jahre Elisabeth Wember, die sich auf der Bühne sichtlich freute. 

Als Thronpaare unterstützen werden dabei Norbert und Edith Benterbusch sowie Michael Benterbusch mit Jasmin Renner. Bürgermeister André Dora verriet bei der Amtseinweihung des neuen Königspaares, dass er noch gestern zusammen mit Achim Benterbusch im Taxi nach Hause gefahren sei: „Da hat er noch geblockt, ob er denn heute Schützenkönig werden will.“ Der neue König konnte es im Festzelt immer noch nicht ganz fassen: „Wir werden die drei Jahre schon über die Bühne bringen, mit eurer Unterstützung“, rief er den jubelnden Schützen seiner Gilde zu.

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