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Der Kreisverkehr am Ortstand Horneburg hat keinen Paten mehr. Gärtnermeister Heinrich Stork hat seinen jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz eingestellt, weil er sich über die Stadt geärgert hat.

Ärger mit der Stadtverwaltung

Gärtner schmeißt die Harke hin

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DATTELN - Gärtnermeister Heinrich Stork wird leicht ungehalten, wenn man ihn auf den Kreisverkehr am Ortsrand Horneburg anspricht.

Stork, jahrelang ehrenamtlicher Kreisel-Pate, kümmert sich nicht mehr um die Grünpflege, weil ihn die Stadt geärgert hat. Ärger um eine Mülltonne. Seit der feierlichen Eröffnung der Ortsumgehung Horneburg (Landwehrring) im Jahr 2010 hatte Stork dafür gesorgt, dass es im Frühling und Sommer auf dem Kreisverkehr grünte und blühte.

Unentgeltlich. Auf eigene Kosten. Im Gegenzug durfte er vier kleine Werbetafeln aufstellen. Stork hat das gerne gemacht, sagt er. Es war ja „fürs Dorf“. Im Frühjahr blühten Tulpen auf den 400 Quadratmetern rund um den beim Umgehungsstraßenbau ausgegrabenen Findling, dann Wiesenblumen, später Sonnenblumen. Lob für den schönen Ortseingang gab‘s zuhauf. „Andere Städte haben nachgefragt, ob ich denen ihre Kreisverkehre nicht auch so schön machen kann“, erzählt Stork.

Regelmäßig hatten er und seine Mitarbeiter auf dem Kreisel zu tun. Verdorrtes war abzuschneiden, neue Pflanzen zu pflanzen oder auszusäen – und immer wieder war Müll einzusammeln, den andere aus dem Autofenster geworfen hatten.

Dafür hatte Stork eine zusätzliche Mülltonne von der Stadt bekommen. Doch das Leeren klappte nicht. „Erst haben sie die voll stehen lassen. Dann habe ich da angerufen – und die holen die ganze Tonne ab. Das ging ein paar Mal so. Wie im Kindergarten“, schimpft Stork. Im Herbst hat er den Schlussstrich gezogen, nicht mehr gemäht. „Soll die Stadt das doch alleine machen. Vielleicht kann die das ja besser…“ Ob‘s auf dem Kreisverkehr im Frühjahr wieder so schön blühen wird? Die Stadt war zunächst nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Auch der CDU Meckinghoven ist der „ungepflegte“ Zustand des Horneburger Kreisverkehrs aufgefallen. Schließlich ist der Meckinghover Friedhof gleich nebenan. „Der Vorstand ist der Ansicht, dass hier bald etwas getan werden muss“, schreibt Ortsverbandsvorsitzende Prof. Dr. Maria Zabel. Sie fordert, „benachbarte Gärtnereien einzuschalten, die die Pflege übernehmen könnten“. Eine Idee, die Gärtner Stork in die Tat umgesetzt hatte – bis zum Herbst 2014.

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