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Oberst Manfred Bellendorf (r.) und Stefan Hans befestigten das alte Storchennest auf der neuen Plattform.

Ahsener Schützen erfolgreich

Storchen-Paar von der Vogelstange hat neues Zuhause

DATTELN - Die Ahsener Schützengilde besorgte einem Storchenpaar, das sich auf der Vogelstange häuslich eingerichtet hatte, ein neues Zuhause – und zwar buchstäblich auf den letzten Drücker.

Die Pflege von Brauchtum, Tradition und Gemeinschaft, das ist eigentlich das, was sich eine Schützengilde auf die Fahne schreibt. Die Ahsener Schützen haben ihr Spektrum am Samstag erweitert – um die „Mission Storchennest“. Vor rund drei Wochen begann nämlich ein Storchenpaar damit, sich auf der fest montierten Vogelstange am Festplatz der Gilde häuslich einzurichten. Und damit stand plötzlich das bevorstehende Schützenfest zu Pfingsten auf der Kippe, denn Störche sind geschützte Tiere, dürfen nicht einfach verscheucht werden. Deshalb kam der Vorstand um Gildenchef Norbert Joemann auf die Idee, den Störchen rund 300 Meter weiter in Richtung Lippe ein neues Zuhause zu bauen. Natürlich in intensiver Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises und weiteren Vogelexperten des LANUV. Und diese ungewöhnliche Maßnahme ging am Samstagmorgen bei strahlendem Sonnenschein erfolgreich über die Bühne. Und das sprichwörtlich auf den letzten Drücker. „Wir haben die Tiere beobachtet und darüber auch ein Protokoll geführt. Das Balzverhalten ließ darauf schließen, dass in Kürze Nachwuchs zu erwarten ist“, erläuterte Norbert Joemann im Gespräch mit unserer Redaktion. Und deswegen war am Samstag die spannende Frage: Liegen schon Eier im Nest am Festplatz. Dann wäre die Mission Umzug nämlich beendet gewesen, bevor sie hätte starten können. Das war nicht der Fall.

So konnte das fertige Nest von der Vogelstange per Hubsteiger behutsam abgenommen und auf der neuen Plattform montiert werden. Und die gute Nachricht gab es eine Stunde nach der Aktion: „Das Storchenpaar hat das neue Nest schon angenommen“, freute sich Norbert Joemann. Vom Vorsitzenden gab es in dem Zusammenhang ein dickes Dankeschön an Rolf Rachuba, der als Vertreter der Naturschutzbehörde die Ahsener Schützen bei diesem ungewöhnlichen Unterfangen begleitet und beraten hatte. Denn ein Storchennest im Naturschutzgebiet aufzustellen, das ist mit einer Menge Auflagen verbunden. „Es durfte zum Beispiel kein Beton für das Fundament verwendet werden und der Mast darf nicht über zehn Meter hoch sein“, so Joemann. Rolf Rachuba ist schon lange dabei. „Aber so etwas habe ich auch noch nicht mitgemacht“, lachte der Mitarbeiter des Kreises und freute sich ebenfalls, dass alles ein gutes Ende gefunden hat. Allerdings gibt es im Lippedorf auch Gegner dieser Aktion, wie Norbert Joemann berichtete. Die Gilde sei wegen der Umsiedlung regelrecht angefeindet worden. Nach dem Motto: Alles nur, damit die Schützen in Ruhe am Festplatz rumballern und ihr Bier trinken können. „Das ist natürlich nicht der Fall“, widersprach der Vorsitzende. „Wir werden als Gilde die Patenschaft über die beiden Störche und die nachfolgenden Generationen übernehmen. Wir überlegen auch, den Storch in unser Wappen aufzunehmen.“ Grünröcke als Storchenpaten, das dürfte weit und breit in der Region ebenso einmalig sein wie die „Mission Storchennest“ am Samstag.

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