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Gute Freunde: Dr. Alfons Nowak und Father Jose.

Dr. Alfons Nowak gründete vor fünf Jahren die Flüchtlingshilfe

Flüchtlingslager Kakuma: Dattelner Arzt hilft 180.000 Menschen

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DATTELN - Der Dattelner Mediziner Dr. Alfons Nowak hat vor fünf Jahren die Flüchtlingshilfe Kakuma gegründet.

Es war ein Zufall, der Dr. Alfons Nowak 2013 ins Flüchtlingslager Kakuma im Norden Kenias führte. Er war seinerzeit einer Einladung eines befreundeten Salesianer-Paters nach Nairobi gefolgt. Die Salesianer kümmern sich seit vielen Jahren um die Flüchtlinge in diesem Camp. Als sie hörten, dass ein deutscher Arzt in der Nähe war, baten sie den Dattelner Mediziner, sich ein defektes Ultraschallgerät anzuschauen. „Nun, das Gerät konnte ich nicht reparieren“, blickt Dr. Nowak augenzwinkernd zurück. Aber aus dieser Begegnung entstand die Flüchtlingshilfe Kakuma, die Dr. Nowak vor fünf Jahren gründete.

Nachhaltiger Eindruck

Der Besuch in diesem Lager, das in der Spitze 180.000 Menschen beherbergte, hat einen nachhaltigen Eindruck auf Dr. Nowak hinterlassen. „Die Situation ist schon sehr dramatisch“, erklärt der Arzt im Gespräch mit unserer Redaktion. Nach ersten spontanen Hilfen mit Sachgegenständen wie Matratzen oder Solarlampen wurde Dr. Nowak mit seinen Partnern in Kenia schnell klar, dass das Ganze nachhaltiger organisiert werden muss, um wirklich etwas zu bewirken. Das war die Geburtsstunde der Flüchtlingshilfe Kakuma, die pro Jahr dank großzügiger Spenden rund 40.000 Euro nach Kakuma überweist.

Im Mittelpunkt steht dabei die Bildung der Kinder. Knapp 1000 Kindern wird an acht Standorten in diesem gigantischen Flüchtlingslager Englisch und Kisuaheli beigebracht, damit die Kinder, die aus verschiedenen Ländern stammen, sich überhaupt untereinander verständigen können. Daneben wird auch Mathe, Religion und Hygiene vermittelt. „Wenn sich die politische Situation in den Nachbarstaaten normalisiert, haben die Kinder so die Chance, sich selbstständig etwas aufzubauen“, so Dr. Nowak. Der Unterricht wird von einen Supervisor geplant. Der Verein von Dr. Nowak finanziert die Bezahlung der Lehrer, des Supervisors, die Unterrichtsmaterialien und auch Erfrischungsgetränke während des Unterrichts. Denn die Wasserversorgung ist alles andere als ideal in diesem Lager.

Zweites Projekt

Kakuma Flüchtlingshilfe - 2014 gründete Dr. Alfons Nowak die Kakuma Flüchtlingshilfe. Der Verein ist aktuell 40 Mitglieder stark. - Wer Mitglied werden möchte, um das Projekt zu unterstützen, zahlt einen Jahresbeitrag von 20 Euro. Damit werden anfallende Überweisungs- und Portogebühren bezahlt. - Wer für die Flüchtlingshilfe spenden möchte: Sparkasse Vest: Konto DE50 4265 0150 0080 0813 83 (Verwendungszweck Kakuma Flüchtlingshilfe)

Seit 2017 unterstützt der Verein auch ein zweites Projekt. Dabei geht es um Hilfe für Straßenkinder in den Slums von Nairobi. „Deren Situation ist noch um ein Vielfaches schlimmer als in dem Flüchtlingscamp“, berichtet Dr. Nowak. Die Kinder erfahren zunächst Erste Hilfe. Damit wird versucht, vertrauen aufzubauen. Dann kommen die Kinder in ein Internat. „Es ist immer wieder ein sehr schöner Moment, wenn wir erfahren, dass diese Kinder z.B. einen Schulabschluss geschafft haben“, so Dr. Nowak.

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