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Die Brüder Gotthard (li.,14) und Anatholy (11) Moseler verbindet die Liebe zur klassischen Musik. Für die Zukunft haben sie Pläne geschmiedet, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Anatholy und Gotthard Moseler lieben klassische Musik

Für diese Dattelner Brüder gilt: Ihre Hände sind ihr größtes Kapital

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DATTELN - Nur wenige Jugendliche haben so gut gepflegte Hände wie die Brüder Anatholy und Gotthard Moseler. Eine Karriere als Handmodel streben sie nicht an. Sie spielen Klavier und Violine.

Gotthard Moseler ist sechs Jahre alt, als er das Klavier für sich entdeckt. Seine ersten musikalischen Gehversuche startete er zuvor klassisch an der Blockflöte. Das Holzblasinstrument konnte ihn nicht überzeugen.

Dem Reiz der 88 Tasten aus Ebenholz und Elfenbein kann Gotthard sich nicht entziehen. „Das Klavier ist so vielseitig wie nur wenige andere Instrumente“, sagt er. „Ich kann darauf jede Musikrichtung spielen und es ist fast so, als spiele ich ein ganzes Orchester.“ Anatholy entdeckte die Violine für sich, als ein Freund der Familie auf dem viersaitigen Instrument vorspielt. „Ich war erst drei Jahre alt“, erinnert sich der Elfjährige. „Der Klang der Violine hat mich so fasziniert, dass ich unbedingt lernen wollte, sie zu spielen.“

Frühes Talent

Ein Jahr lang probiert sich Anatholy an der Violine, bevor er mit vier Jahren anfängt Unterricht zu nehmen. Die Eltern erkennen früh das Talent ihrer Söhne. Die Kirchenmusiker unterstützen die beiden talentierten Nachwuchsmusiker. „Ich wurde an einer privaten Musikschule in Dortmund unterrichtet“, sagt Anatholy. „Da konnte ich nicht alleine hinfahren.“

Während viele ihrer Mitschüler vom Comenius Gymnasium nach den Hausaufgaben ihre Freizeit genießen können, müssen die Moseler Brüder ihren Tagesablauf genau durchplanen. „Nach dem Schulunterricht müssen wir so wie alle unsere Hausaufgaben machen“, erklärt Gotthard. „Dann müssen wir noch an unseren Instrumenten üben.“ Gotthard investiert täglich zwei Stunden, sein Bruder drei, manchmal vier.

IT-Branche statt großer Bühne

„Für mich ist die Musik eher ein ernsthaftes Hobby“, erklärt Gotthard. „Ich habe nicht vor, Berufsmusiker zu werden und übe daher weniger als mein Bruder.“ Der 14-jährige Pianist möchte später in der IT-Branche Fuß fassen. „Bits und Bytes haben es mir einfach angetan“, schmunzelt er. Jedes Wochenende fährt er nach Düsseldorf. Er ist an der Robert Schumann Hochschule als Jungstudent eingeschrieben.

Anatholy hingegen strebt eine Karriere als Solist an. „Deswegen übe ich so viel“, sagt er und nennt Paganini als großes Vorbild, dem er nacheifert. Die täglichen Übungseinheiten fallen ihm nicht immer leicht. „Manchmal muss meine Mutter schon dafür sorgen, dass ich noch übe“, räumt er ein. Genau wie sein Bruder ist Anatholy bereits Jungstudent. Er verfeinert seine Fähigkeiten an der Folkwang Universität in Essen. An Motivation mangele es ihnen nicht, sagen die Brüder.

Keine Zeit für Freunde

Das Zeitmanagement sei schon eher ein Problem. „Für Freunde bleibt da halt nicht viel Zeit übrig“, merkt Gotthard schulterzuckend an. „Kontakte können wir eigentlich nur während der Schulpausen pflegen.“ Beide haben mehrere Musikwettbewerbe gewonnen. Egal, ob als Solisten oder als Teil eines Ensembles, Anatholy und Gotthard belegen zumeist die vordersten Plätze.

Junge Virtuosen, Benefiz- Konzert des Lions-Hilfswerks Castrop-Rauxel, u.a. mit Anatholy und Gotthard Moseler. Samstag, 11. Mai, Aula des Adalbert-Stifter-Gymnasiums, Leonhardstraße 8, Castrop-Rauxel. Einlass 17 Uhr, Beginn 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 15 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Schüler und Studenten.

Und was ist mit den Händen? Von ästethischen Gründen abgesehen müssen vor allem die Fingernägel kurz gehalten werden. Denn beim Spiel auf ihren Instrumenten kommt es im wahrsten Sinne des Wortes auf das richtige Fingerspitzengefühl an. Daher achten auch die Brüder Anatholy und Gotthard darauf, ihre Finger gut zu pflegen.

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