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Auf einen guten Start: Ressortleiter Peter Wernitz, Landrat Cay Süberkrüb, Standortleiterin Nadine Heidemann, Bürgermeister André Dora, Jobcenter-Vorstand Hans-Josef Böing und Dominik Schad, Leiter des Jobcenters, bei der offiziellen Eröffnung der Jobakademie.

Arbeitsmarkt

Jobakademie will Abgleiten in Langzeitarbeitslosigkeit verhindern

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Datteln - In Datteln ist am Donnerstag die Jobakademie eröffnet worden. Es ist der dritte Standort des Jobcenters im Kreis Recklinghausen.

Im Zusammenhang mit dem Begriff Jobcenter wird in der Regel auch schnell über das in der Region nach wie vor brennende Thema Langzeitarbeitslosigkeit gesprochen. Mit der Jobakademie will das Jobcenter Kreis Recklinghausen das Abgleiten in lange Arbeitslosigkeit verhindern. Ziel ist, die Kunden schnellstmöglich wieder zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Am Donnerstag ist nach Dorsten und Recklinghausen der dritte und vorerst letzte Standort der Jobakademie in Datteln offiziell ans Netz gegangen.

Die Jobakademie ist am Lutherplatz in den Räumen des ehemaligen Sozialamtes der Stadt Datteln untergebracht und ist zuständig für die Jobenter-Bezirksstellen Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick und Castrop-Rauxel. An diesen vier Standorten betreut das Jobcenter knapp 10.000 Bedarfsgemeinschaften mit ca. 20.000 Personen und rund 13.000 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten.

Aktuell sind 164 Personen in der Maßnahme „job:first“

Dominik Schad, Leiter der vom Kreis Recklinghausen und den zehn angehörigen Städten getragenen Behörde, sprach bei der Eröffnung von einem „Quantensprung“. Denn erstmals führt das Jobcenter über die Jobakademie eine Arbeitsförderungs-Maßnahme selbst durch, mit eigenem Personal. Der Titel: „job:first“.

Die ersten Zahlen, die Schad im Beisein von Bürgermeister André Dora und Landrat Cay Süberkrüb nannte, sind vielversprechend. Aktuell sind 164 Personen in der Maßnahme „job:first“. Insgesamt stehen 223 Teilnehmerplätze zur Verfügung. Und wenige Wochen nach Inbetriebnahme der Jobakademie sind bereits 25 Personen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bzw. in Ausbildung vermittelt worden.

Jobcoaches betreuen in Datteln rund 650 Kunden

„job:first“ ist gewissermaßen ein Sofort-Angebot, das neuen Kunden des Jobcenters unterbreitet wird, sobald diese in den Verantwortungsbereich des Jobcenters wechseln – also in der Regel nach einem Jahr Arbeitslosigkeit. Entscheidender Vorteil für diesen Personenkreis: Hier handelt es sich um Männer und Frauen, die als „arbeitsmarktnah“ gelten. Deren Chance, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt zu werden, ist größer als bei Langzeitarbeitslosen. Deshalb will die Jobakademie hier sofort handeln und keine Zeit verlieren.

Die Jobakademie zeichnet sich im Vergleich zu den normalen Bezirksstellen durch einen wesentlich kleineren Betreuungsschlüssel aus. Jobcoaches (zehn Vollzeitstellen) betreuen in Datteln rund 650 Kunden. So könnten die Mitarbeiter der Jobakademie die Kunden dreimal in der Woche sehen. Die Teilnehmer von „job:first“ nehmen an Einzel- und Gruppencoachings teil.

Dabei geht es um solche Fragen: Wie finde ich auf einem veränderten Arbeitsmarkt offene Stellen? Wie bewerbe ich mich richtig? Wie nehme ich Kontakt zum Arbeitgeber auf? Von großem Vorteil, so sagt Ressortleiter Peter Wernitz, sei die Tatsache, dass der Vermittlungsservice mit seinen Kontakten zu den Unternehmen auf dem gleichen Flur sitzt. Kurze Wege zwischen Stellensuchenden und Anbietern sind also garantiert.

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