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Ein Knackpunkt für die Forderung der Politik, ein durchgängiges Wegenetz am Mühlenbach zu schaffen: der schmale, jetzt noch gespundete Bereich von Castroper Straße bis Gertrudenstraße.

Ausschuss für Stadtentwicklung

Renaturierung des Mühlenbachs: „Historische Chance“ mit Hindernissen

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Datteln - Die Grünen fordern im Zuge der Renaturierung des Mühlenbachs eine durchgängige Wegeverbindung. Der Lippeverband tritt auf die Bremse.

Grünen-Ratsmitglied Dr. Marco Zerwas sprach im letzten Ausschuss für Stadtentwicklung von einer „historischen Chance“ für Datteln. Damit bezog er sich auf die Forderung der Grünen, im Zuge der ökologischen Verbesserung des Mühlenbachs und seiner Flussläufe – der eigentlichen Renaturierung des Bachs – eine durchgängige Wegeverbindung entlang des Bachs zu schaffen. Einem entsprechenden Antrag folgte der Ausschuss mit großer Zustimmung einstimmig. Der Lippeverband tritt aber auf die Bremse nach dem Motto: „Im Prinzip ja, aber...“

„Als Lippeverband befürworten wir eine möglichst lückenlose Realisierung von Rad- und Fußwegen. Leider ist es räumlich aber nicht überall möglich, einen Weg zu realisieren, der Radfahrern ausreichend Schutz bietet“, sagt Lippeverbands-Sprecherin Anne-Kathrin Lappe auf Anfrage unserer Redaktion. Gemeinsam mit der Stadt Datteln werde man sich vor diesem Hintergrund die angedachte Streckenführung anschauen und, wo möglich, Lücken im Wegenetz schließen.

Für die Grünen gilt: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“

Einer der Knackpunkte wird der Bereich des Bachverlaufs zwischen Castroper Straße und Heibeckstraße sein. Hier sind aktuell noch Spundwände gezogen, die im Zuge der ökologischen Verbesserung durch Winkelsteine ersetzt werden. Das ermöglicht eine breitere Aufböschung. Das Grundstück des Lippeverbands ist an dieser Stelle aber so schmal, dass ein Fuß- oder Radweg in diesem schmalen Streifen quasi bei Hochwasser überflutet würde. Der Verband sieht eine zu große Gefahr für die Bürger, die bei einem Unwetter in diesem Bereich unterwegs sind.

Für die Grünen aber gilt: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ So schlagen die Grünen zum Beispiel vor, entlang der Schulhoffläche der ehemaligen Ringschule zusätzliche Fläche für einen Weg zu beschaffen. Für die Grünen stellt es auch kein Problem dar, wegen einiger Zwangspunkte den Weg auch mal die Bachseite wechseln zu lassen.

Grundsätzlich halten die Grünen es für machbar, eine durchgehende, bachnahe und grüne Wegeverbindung für die Bürger quer durch Datteln zu schaffen – vom Gutacker im Westen bis zur Schleuse im Nordosten. Dazu müsste der Lippeverband aber Geld in die Hand nehmen. Nach Ansicht der Grünen entspräche das exakt dem im September beschlossenen Stadtentwicklungsprogramm: „Kurze Wege ans Wasser“.

Lippeverband investiert 18 Millionen Euro

In diesem Programm werden alle Aktivitäten des Gewässerumbaus in Datteln gebündelt: der Umbau des Mühlenbachs, die Fluss- und Auen-Entwicklung am Haus Vogelsang und der geplante Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals im Bereich der acht Kilometer langen Stadtstrecke Datteln.

Die erste ökologische Verbesserung gibt es auf 50 Metern an der Zechenstraße noch in diesem Jahr, weil der Lippeverband die Renaturierung direkt an das Verlegen der Kanalrohre anschließt. Fast fertig ist die ökologische Verbesserung im Bereich der Kläranlage, hier wird eine Strecke von 500 Metern naturnah gestaltet.

Der Lippeverband hofft, bis Ende 2019 die Genehmigung für das Planfeststellungsverfahren in der Tasche zu haben. Laut Anne-Kathrin Lappe sollen 2020 Fördermittelanträge gestellt sowie Ausschreibung und Vergabe vorbereitet werden.

2020/21 geht es mit der Renaturierung am Steinrapener Bach, Dümmerbach und Westerbach weiter, ab 2023 folgt dann der Rest des Mühlenbachs. Für die ökologische Verbesserung des Mühlenbach-Systems investiert der Lippeverband 18 Mio. Euro – einschließlich Fördergelder. Einen Teil der Kosten wird der Verband auf die Stadt und seine Bürger umlegen.

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