Betrüger verwenden Automatismen

Vermittlungszentrale wirbt im Internet mit dem Namen des Sanitärbetriebs Schlegel - Kundin tappt in die Falle

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Datteln - Der Dattelner Sanitär-Meisterbetrieb Schlegel war erst im Februar Opfer einer Betrugsmasche über das Internet. Nun gibt es eine neue Masche, um Kunden mit dem Firmennamen über den Tisch zu ziehen.

Ende Februar erst gab sich ein vermeintlicher Sanitär-Notdienst als Mitarbeiter des Dattelner Meisterbetriebes Schlegel aus. Die Betrüger ließen sich in Vorkasse bezahlen und verwendeten auf ihren Rechnungen Anschrift und Name des an der Gottlieb-Daimler-Straße ansässigen Betriebes. Zweieinhalb Monate später versucht nun wieder jemand, mit dem Namen „Schlegel“ Geld zu machen. Die Masche dahinter ist laut Geschäftsführer Torsten Schlegel „schier unglaublich“.

Eigentlich war Torsten Schlegel immer richtig zufrieden mit seinem Internetauftritt. Bei der Suchmaschine Google war sein Meisterbetrieb stets der erste Treffer bei Anfragen wie „Datteln Sanitär“. Nun aber musste er mit Verwunderung feststellen, dass selbst bei der Suchanfrage „Schlegel Datteln“ nicht mehr seine eigene Internetpräsenz an erste Stelle steht. Stattdessen wird unter dem Punkt „Anzeige“ die „Notfallhilfe Schlegel / Handwerker Schnellreparaturen“ angezeigt. Diese soll von einer Sanitärfirma Kunze betrieben werden. Beide Namen sind über eine Handynummer auf der Seite zu finden. Gibt man aber nun bei der Internetadresse (heizung-sanitaer-kunze.de/Sanitär+Schlegel) statt „Sanitär Schlegel“ einen anderen Namen oder andere Worte ein, dann erscheinen diese zusammen mit dem Namen der Firma „Kunze Haustechnik“ auf der Seite. „Diese Firma gibt es nicht“, klärt Torsten Schlegel auf. Das Impressum verweist auf eine Anschrift in Herne. Im Haftungsausschluss wird aber explizit auf eine „Vermittlungszentrale“ hingewiesen. Laut Torsten Schlegel könne nicht davon ausgegangen werden, dass in diesem Fall Fachkräfte am Werk sind.

Schlegel-Kundin tappt in die Falle

Eine seiner Kundinnen aus Recklinghausen fiel am Wochenende erst auf diesen Trick herein. Laut Schlegel sei der angeforderte „Monteur“ mit den vorgefundenen Sanitäranlagen nicht zurechtgekommen und unverrichteter Dinge, wohl aber gegen eine Anfahrtsgebühr von 50 Euro in bar, wieder abgezogen. „Die Frau hat gezahlt, aber wir würden niemals eine Barzahlung fordern“, sagt Schlegel. Wie beim ersten Betrugsfall gilt: „Wir kommen nur mit Fahrzeugen raus, auf denen unser Firmenname steht.“ Seine regulären Kunden hätten seine Telefonnummer zwar meistens zur Hand, Torsten Schlegel geht aber davon aus, dass sich diese Masche an Neukunden richte.

Polizeisprecherin Ramona Hörst sind solche Fälle bekannt: „Das sind Automatismen, die Betrüger im Internet verwenden.“ Sanitär- oder Schlüsseldienste seien dabei ein beliebtes Ziel, „weil die Leute sich in Not befinden und im Zweifelsfall keine Zeit haben, genauer hinzuschauen“. Sie rät dazu, nicht alles zu glauben, Handy-Nummern nicht gleich zu vertrauen und zur Not das Telefonbuch zur Hand zu nehmen.

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