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Bierbrauer v.l. Tim Nowak und Markus Holterhoff

Tag des Bieres

Ein kühles Holterhopfen zum Gedenktag

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Datteln - Am 3. August ist internationaler Tag des Bieres. Wir haben Markus Holterhoff besucht in seiner Heimbrauerei im Waschkeller.

Wenn der Dattelner Markus Holterhoff Lust auf ein Bier hat, fährt er nicht mehr in den Getränkemarkt. Er braucht nur in den Keller seines Hauses am Datteler Berg II gehen und schnappt sich ein kühles Holterhopfen der Marke Eigenbrau. Seit vier Jahren braut er inzwischen selbst und sein fruchtig-herbes, naturtrübes India Pale Ale findet im Bekannten- und Freundeskreis immer mehr Abnehmer.

Als er damals erstmals mit einem sogenannten Craftbier, ein handgemachtes Bier, in Berührung kam, weckte das seine Neugier. „Ich habe mir Literatur besorgt, mich eingelesen und war überrascht, wie relativ einfach das Selberbrauen klang“, erzählt der 37-Jährige beim Besuch unserer Redaktion im Brauerei-Waschkeller an der Edith-Stein-Straße.

Holterhoff´s erstes Bier war ein Weizen

Der Start hatte schon etwas Abenteuerliches. „Ich habe mit Omas Einkocher in der Garage angefangen“, erzählt er schmunzelnd an den Maischekessel gelehnt. Sein erstes Bier war ein Weizen. „Das hat mir von Anfang geschmeckt.“

Danach begann die Phase, die er als unheimlich spannend bezeichnet. Nämlich das Testen verschiedener Geschmacksrichtungen mit unterschiedlichen Malzsorten. Und im Laufe der Zeit wurde die Anlage immer professioneller. Vieles hat Holterhoff, der, wenn er nicht gerade Bier braut, in der Datenanalyse bei innogy arbeitet, selbst gebaut. Zusammen mit Brau-Kumpel Tim Nowak. Holterhoff hat für den Brauprozess einen Mini-Computer mit eigenem Programm entworfen. Auf dem Braukessel thront ein zur Dunstabzugshaube umkonzipierter Edelstahl-Lampenschirm von Ikea. Auch die Schrotmühle ist Marke Eigenbau. Die Hefe züchtet der 37-Jährige ebenfalls selbst.

Familie plan Brau-Workshops anzubieten

Die Tagesproduktion liegt bei maximal 100 Litern. Dafür braucht er zwei Brau-Durchgänge mit je 50 Liter. Mehr fasst die Anlage nicht. Bis zu fünf Wochen dauert es, bis das Bier trinkfertig ist und in die Flaschen gefüllt werden kann. Die Abfüllanlage hat Holterhoff ebenfalls selbst konstruiert. Er schätzt, dass er rund 3500 Euro in seine Anlage investiert hat. Der Dattelner hat noch einen Tipp für diejenigen, die selbst ins Braugeschäft einsteigen wollen. „Das muss beim Hauptzollamt angemeldet werden. Die ersten 200 Liter sind aber steuerfrei.“

Dass er mit seinem Hobby den Wäschekeller okkupiert hat, trägt Ehefrau Christina mit Humor. „Dafür habe ich ja einen Trockner bekommen. Es gibt schlechtere Hobbys. Wenn mein Mann braut, meist am Wochenende, ist er ja immer zu Hause und kann auch auf unsere Tochter aufpassen.“ Und sie adelt ihren Mann für den Holterhopfen. „Der schmeckt auch Frauen“, hebt Christiane Holterhoff geschmacklich den Daumen. In einem nächsten Schritt plant die Familie Brau-Workshops für Interessierte anzubieten. „Für fünf bis sechs Personen. Die müssen richtig mit anfassen bei dem Brauprozess. Dazu gibt es Bierverkostung und ein Brau-Quiz“, so Markus Holterhoff.

Den Schritt, selbst Bier zu brauen, hat der Dattelner nie bereut. Im Gegenteil. Wenn er über sein Hobby erzählt, sieht man ihm die Begeisterung regelrecht an. „Dieses Experimentieren und die Suche nach neuen Geschmacksrichtungen macht einfach nur Spaß.“ Er ist überzeugt, dass der Trend zum handgemachten Bier und zu Mikro-Brauereien zunehmen wird. Und natürlich gibt es bei den Holterhoffs zum Biertag ein kühles Holterhopfen. Na denn, Prost.

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