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Konditor Manfred Fischer steht mit 74 Jahren noch täglich um 6 Uhr morgens in der Backstube.

Café Fischer

Nachwuchs-Mangel macht Probleme

DATTELN - Das bekannteste und wohl beliebteste Café der Stadt, das Café Fischer schließt im Sommer seine Pforten. Die Nachricht löste bei der Dattelner Kundschaft allerlei Spekulationen und Gerüchte aus. Der Grund für die vorübergehende Schließung ist jedoch schlichter Personalmangel.

Manfred Fischer findet einfach keine Leute für den Café-Betrieb. Die Schließung betrifft ausschließlich das Café, der Konditorei-Betrieb läuft in vollem Umfang weiter und im Verkaufsraum richtet Fischer für den Übergang ein Stehcafé ein. „Bis Ende September bleibt das eigentliche Café geschlossen. Wir werden die Zeit nutzen, um ein wenig zu renovieren und modernisieren. Dann sehen wir weiter. Für Gesellschaften mit mehr als 20 Personen öffnen wir zwischenzeitlich wieder.“ Während die Damen-Kaffeekränzchen langsam aussterben, trifft die Schließung vor allem die vielen Frühstücks-Stammgäste hart.

Der Nachwuchsmangel macht dem Konditormeister aber in anderer Hinsicht noch viel mehr zu schaffen. Inzwischen 74 Jahre alt will Manfred Fischer auf weite Sicht sein Lebenswerk in versierte Hände übergeben. Aber trotz intensiver, NRW-weiter Suche hat er bislang keinen Nachfolger gefunden, der das florierende Geschäft übernehmen will. „Solange der liebe Gott mich noch lässt, mache ich erst mal weiter“, sagt Manfred Fischer schmunzelnd. So wie seit 60 Jahren – solange ist er schon im Beruf. Und seit 51 Jahren hat er seine eigene Konditorei. „70 Lehrlinge habe ich in dieser Zeit ausgebildet“, erklärt Fischer stolz. Trotz seines Alters macht der Konditor immer noch eine Siebentagewoche. „Ich stehe jeden Morgen um 6 Uhr in der Backstube und wenn wir um 19 Uhr schließen, bin ich immer noch da. Es ist wirklich nicht übertrieben, wenn ich von einer 60-Stunden-Woche spreche.“

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