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Mitarbeiter vom Caritasverband Datteln und Haltern am See e.V. haben in der Stadtgalerie mit Passanten zum Thema Wohnraumsituation gesprochen

Caritas-Jahreskampagne

„Jeder Mensch braucht ein Zuhause“

Datteln - Wie zufrieden sind die Dattelner mit der Wohnraumsituation? Der Caritasverband hat eine Fragebogenaktion gestartet.

In Deutschland fehlen eine Million Wohnungen. Dazu hatte der Deutsche Caritasverband e.V. eine Studie in Auftrag gegeben. Fazit: In einigen deutschen Städten ist es nicht mehr möglich, mit einem durchschnittlichen Einkommen eine Wohnung zu mieten. Das berge Konfliktpotenzial für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Caritas Datteln wollte jetzt wissen, was die Bürger zur Wohnraumsituation in ihrer Stadt zu sagen haben.

Andrea Kellmann, Ursula Kuchta, André Kranich und Kirsten Augello, Mitarbeiter der Caritas Datteln, bauen eine kleine häusliche Szene im Seitenausgang der Stadtgalerie auf. Hier positionieren sie sich mit ihrem Fragebogen zur Caritas-Jahreskampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“. Der Bogen umfasst zwei DIN A4-Seiten und fragt die wohnlichen Gegebenheiten ab: Größe, Zustand, Lage angemessene Miete.

Auch das Wohnumfeld wird in die Statistik aufgenommen: Verkehrsanbindung, ärztliche Versorgung, Nähe der Kita/Schule/Spielplätze. Der anonym gestaltete Fragebogen gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, ihre Erwartungsanhaltung an die Stadt, die Caritas und Kirche zu formulieren. Nach zwei Stunden hält das Caritas-Team bereits 100 ausgefüllte Fragebögen in der Hand.

Ergebnisse werden im November dem Bürgermeister übergeben

Es ist mehr die ältere Generation, die sich bereit erklärt mitzumachen. Wanda Wulf (83) unterhält sich angeregt mit Ursula Kuchta über Datteln, liest sich die Fragen genau durch und setzt ihre Kreuze. Ihr Fazit gibt sie gerne preis: „In Datteln lässt es sich auch im Alter gut leben.“ Sie selbst verstehe nicht die Nörgler, die bewusst nur das Negative suchen.

Auch Sandra Nickel (42) bleibt mit ihren Kindern Florian (11) und Lennart (7) stehen. Sie wohnt im Hötting und ist rundum mit den Gegebenheiten zufrieden. Minuspunkte hat sie keine für die Kanalstadt zu vergeben. Andrea Kellmann, Ursula Kuchta, André Kranich und Kirsten Augello stellen für sich fest, dass sie die Klientel, die ihnen ebenfalls wichtig ist, nicht in der Stadtgalerie finden: Erwerbslose, Obdachlose und Rentner mit Grundsicherung.

Sie planen weitere Befragungen an anderen Positionen, dazu gehören auch die Kunden der Tafel. Im November ist ein Gesprächstermin mit Bürgermeister André Dora vereinbart, dem die Ergebnisse aus der Umfrage übergeben werden.

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