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Ob Bewegung gegen Schmerzen hilft? Die Studienteilnahme hilft den Schülern des Comenius-Gymnasiums jedenfalls beim Tanzen: Vom Teilnahmegeld schafft die Schülervertretung neue Boxen und Ausstattung für die Schülerdisco an.

Comenius-Gymnasium

„CHAP“ geht auf die Zielgerade

Datteln - Kopfschmerzen bei Schülern sind ein immer größer werdendes Problem. Das Gymnasium macht deshalb bei einer Studie mit.

Kopfschmerzen bei Schülern sind ein immer größer werdendes Problem. Die CHAP-Studie des Deutschen Kinderschmerzzentrums an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln untersucht seit Anfang 2018, welche und wie viele Jugendliche betroffen sind und wie sie mit wiederkehrenden Schmerzen umgehen. Jetzt ziehen die Forscher eine erste Bilanz: „Die Studie läuft super“, freut sich Projektleiterin Dr. Julia Wager.

Insgesamt 2283 Schüler und 1466 Eltern an fünf weiterführenden Schulen in der Region befragen die Forscher. Mit dabei sind auch Schüler des Comenius-Gymnasiums. Seit Mitte November läuft dort die vierte und damit vorletzte Befragungsrunde mit einem Link zur Online-Befragung für die Schüler und Eltern. Im Februar 2019 wird die Studie auch dort abgeschlossen.

Nicht nur Kopfschmerzen treten auf

Sehr zufrieden macht das die Dattelner Forscher um die Psychologin Dr. Julia Wager: „Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist wirklich super, die Lehrer sind sehr engagiert und wir gewinnen wertvolle Erkenntnisse. Bereits jetzt wird deutlich, dass neben Kopfschmerzen viele Schüler auch über wiederkehrende Schmerzen des Bewegungsapparats klagen. Was den betroffenen Schülern hilft, ihre Schmerzen wieder in den Griff zu bekommen, können wir am Ende der Studie sagen, wenn alle Daten im Kasten sind.“

Ob beispielsweise Bewegung sich positiv auf Schmerzen auswirkt, können nun die Schüler des Comenius-Gymnasiums herausfinden. 1000 Euro Dankeschön-Geld für die Teilnahme der Schule an dem Projekt werden nämlich in neue Boxen und die Musikanlage für die Schüler-Disco investiert. „Perspektivisch soll unsere Studie helfen, Präventionsangebote für Jugendliche zu entwickeln und die Versorgung in Kinder- und Jugendarztpraxen zu verbessern“, erklärt Julia Wager den Ansatz der Studie.

Auch der DAK-Präventionsradar von 2017 zeigt, dass Kopfschmerzen unter Jugendlichen ein gravierendes Problem mit weitreichenden Folgen darstellen. Dennoch ist die Studienlage zu Kopfschmerzen bei Schülern eher dünn. Das soll das CHAP-Projekt („Chronic headache in adolescents: The patient perspective on health care utilization“, übersetzt: Chronischer Kopfschmerz bei Jugendlichen: Die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen aus Patientenperspektive) ändern. Aufgrund der gesellschaftlich hohen Relevanz des Themas, wird das Forschungsprojekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Dank der großen Teilnahmebereitschaft der Schüler und Eltern, die über ein Jahr lang fünf Mal Fragen beantworten, können wertvolle Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung von Kopfschmerzen und den Umgang mit diesen gewonnen werden.

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