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30 Jahre im (Dreh-) Buchgeschäft: Conny Lens wohnt in Datteln und schrieb von hier aus auch für Krimi-Serien wie „SOKO 5113“ oder „Wolfs Revier“ die Storys.

Conny Lens

Horneburger schrieb Drehbücher für TV-Krimis

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DATTELN - Conny Lens zündet sich die Pfeife an: „Ich bin kein Typ für die Großstadt“, legt der Schriftsteller los. Er fühle sich seit 26 Jahren in Datteln wohl, sagt es und lehnt sich genussvoll zurück. Obwohl sich seine Helden in den Drehbüchern bekannter Krimi-Serien wie „SOKO 5113“, „Wolfs Revier“ oder „Der Fahnder“ bestens in den Metropolen von Berlin bis München auskennen. Aus seinem Horneburger Schreibzimmer heraus führte er Kommissare, Mörder und Zeugen durch die zahllosen Fälle.

Jetzt feiert Conny Lens 30 Jahre Schriftstellertätigkeit unter anderem als Krimi-, Hörspiel- und Roman-Autor. Nach mehr als 20 Jahren hat er das Drehbuchschreiben aufgeben. Jetzt konzentriert er sich auf das Verfassen von Thrillern und Abenteuer-Romanen. „Ich hab jetzt alle Sub-Genres durch“, berichtet er aus seinem Autorenleben.

Der 65-Jährige wurde als Friedrich Hitzbleck in Essen-Kettwig geboren. „Schon mit acht Jahren habe ich versucht, Krimis zu schreiben.“ Es habe in seiner Familie nichts anderes zu lesen gegeben als Krimis und Western. Und die Cowboy-Geschichten schienen ihm schon damals zu sehr aus der Zeit gefallen zu sein.

1985 veröffentlichte er seinen ersten ernsthaften Krimi im Eigenverlag. Daraus wurde eine lange Karriere. Romane, Hörspiele, Hörbücher, Fortsetzungsromane in Zeitschriften, Theaterstücke und Comedy-Programme – das alles steht auf seiner langen Literaturliste.

„Aber die Königsdisziplin ist schon das Drehbuchschreiben“, sagt Lens. Dialoge, Dialoge, Dialoge – das ist seine Sache. „Das kann ich gut“, sagt Lens von sich selbst. Und deshalb ist es kein Wunder gewesen, dass Conny Lens 20 Jahre lang zu einem der gefragtesten Drehbuchschreiber für TV-Produktionen von „SOKO 5113“ über „Wolffs Revier“ bis hin zu „Ein mörderisches Spiel“ war.

Er entwickelte auch neue Serien für ARD, ZDF, RTL oder Pro7. „Ich konnte am Ende ein Drehbuch innerhalb von ein bis zwei Tagen für einen Serienteil fertigschreiben“, berichtet er und verrät sein Geheimnis: „Krimis sind wie ein Baukastensystem!“ Aber immer noch facettenreicher als das Schreiben von Liebesromanen. Da seien die Variationsmöglichkeiten der Handlungsstränge wesentlich geringer als bei Krimis. Liebesschnulzen à la Rosamunde Pilcher hätten ihn deswegen nie interessiert.

Die Zusammenarbeit mit Producern, Redakteuren oder Regisseuren sei nie leicht gewesen. „Das Schlimmste, was ich mal erlebt hatte, war eine vier Stunden lange Drehbuchbesprechung mit sieben Produktionsleitern, Regisseuren und Redakteuren in einem Hotel.“

In der glamourösen TV- und Film-Szene in Berlin oder München, wo jeder jeden kennt und „busserlt“, war er nicht gerne: „Ich hab’ mich da nie wohlgefühlt. Das ist nicht meine Welt.“

Nach 20 Jahren sagte er dieser Welt bewusst adé. „Jetzt kann ich machen, was ich will.“ Romane schreiben, das will Conny Lens jetzt: Er hat zwei Serien begonnen: eine Thriller-Reihe mit seinem Helden Ben Rosvik und eine Abenteuer-Roman-Serie, die in einem fiktiven Europa des 19. Jahrhunderts spielt. „Ich weiß am Anfang nie, wie das jeweilige Buch endet“, lacht Lens. Das sei der Reiz an der Arbeit in seinem „Ruhestand“.

Die Bücher erscheinen im Selbstverlag. Band eins ist jeweils fertig, die zweiten Bände entstehen gerade in Horneburg. „Ich will vor allem Spaß daran haben zu schreiben.“ Bei den Drehbüchern habe es gutes Geld zu verdienen gegeben, gibt er zu. „Aber Spaß machte das nicht, die Storys an einem Tag zu schreiben.“

Jetzt aber tobt er sich in seiner Fantasie-Romanwelt aus, hat mörderischen Spaß daran, berichtet davon mit großer Verve und zieht danach abermals genüsslich an seiner Pfeife.

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