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Immer wieder versuchen Betrüger ältere Menschen um ihr Hab und Gut zu betrügen. Der Enkeltrick via Telefon ist dabei eine Masche, die oftmals zum Erfolg führt.

Skrupelose Banden aus dem Ausland bringen alte Menschen um ihr Erspartes 

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Datteln: Als das Telefon von Gisela Stede klingelt, meldet sich  ihre Enkeltochter. Die 74-jährige Rentnerin ahnt in diesem Moment nicht, dass sie ins Visier von Betrügern geraten ist.

Es passiert immer wieder. Das Telefon klingelt und am anderen Ende der Leitung meldet sich eine Stimme, die behauptet ein naher Verwandter zu sein. Auch bei Gisela Stede (74) aus Datteln haben es die Betrüger versucht. Die junge Frau am Hörer behauptet, die Enkeltochter zu sein. Sie wolle sich eine Eigentumswohnung kaufen, erzählt die Frau. Dazu bräuchte sie aber Unterstützung der Großmutter. 

Gisela Stede ist aber auf Zack. "Meine Enkelin studiert im Moment und kauft sich ganz sicher keine Eigentumswohnung", so Gisela Stede. Die Rentnerin ahnt, dass etwas nicht stimmt und beendet augenblicklich das Gespräch. Aus Sicht des Kriminalhauptkommissars Ulrich Bauer hat Gisela Stede alles richtig gemacht. Er war als Referent im mobilen Beratungscafé der Diakonie auf dem Dattelner Marktplatz zu Gast. Bauer ist Fachmann für Kriminalprävention und Opferschutz und weiß wie die Betrüger vorgehen. 

Datteln: Die Betrüger investieren viel Zeit in Recherchen

Es reiche schon der Eintrag ins Telefonbuch, um ins Visier der Betrügerbanden zu geraten. "Die Betrüger orientieren sich auch an alten, klassischen Namen wie zum Beispiel Maria." Es sei unglaublich, wie viel Recherchearbeit die Banden in ihre Verbrechen investieren würden, so der Kriminalhauptkommissar. Ebenso käme es zu Testanrufen, um an möglichst viele Informationen über die späteren Opfer zu gelangen. 

Sie nutzen aus, dass viele Menschen im Rentenalter kaum noch soziale Kontakte pflegen. "Mit dem Eintritt ins Rentenalter fallen oftmals die sozialen Kontakte weg, die durch den Beruf einmal vorhanden waren", sagt Sandra Allerdisse von der Diakonie. "Gesundheitliche Einschränkungen sorgen nicht selten dafür, dass die Senioren ihre Wohnung kaum noch verlassen."

Datteln: Die Spur führt in die Türkei

27.000 Fälle gab es in diesem Jahr allein in Nordrhein-Westfalen. Dabei ist ein Schaden von insgesamt 15 Millionen Euro entstanden. 10 Fälle sind im Kreis Recklinghausen dokumentiert, durch die ein Gesamtschaden von 160.000 Euro entstanden ist. Ulrich Bauer sagt, dass es nahezu unmöglich sei, die Täter dingfest zu machen. "Die Callcenter und die Hintermänner dieser Betrugsmasche sitzen zumeist im Ausland. Vor allem in der Türkei", so Bauer. Das erschwere die Ermittlungen ungemein. 

Gisela Stede hat nochmal Glück gehabt. Bei ihr konnten die Betrüger keine Beute machen. Ulrich Bauer rät den Bürgern besser aufeinander zu achten, sich möglichst mit den Nachbarn abzusprechen und niemals jemand unbekannten in die Wohnung lassen. "Im Zweifel sollte immer die Polizei angerufen werden", so der Kriminalhauptkommissar. 

Datteln: Nicht zum ersten Mal versuchen die Betrüger Dattelner Rentner um ihr Geld zu bringen 

In diesem Fall war der Rentner auf Zack und ließ den Betrüger abblitzen. Auch eine 87-Jährige aus Rhade reagiert richtig und versaut den Betrügern die Tour. 

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