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Alle Dattelner Fußballer müssen ihre Rasenplätze künftig selbst pflegen.

Dattelner „Fußball-Soli“

Zwangsabgabe für erwachsene Mitglieder von vier Dattelner Vereinen

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DATTELN - Die Dattelner Fußballvereine, die auf städtischen Anlagen kicken, haben sich mit der Stadtverwaltung nach monatelangem Streit um Sparbeiträge geeinigt. Damit ist die angedrohte Schließung eines Fußballplatzes vom Tisch.

Für Mitglieder von SW Meckinghoven, SF Germania, SV Horneburg und Kültürspor bringt die Einigung Arbeit mit sich. Der Rasen muss künftig selbst gemäht und Büsche selbst geschnitten werden. Außerdem wird bei der Müllentsorgung gespart – durch kleinere Tonnen. Diese Teile der Vereinbarung gelten ab sofort und sollen den städtischen Haushalt jährlich um rund 21 000 Euro entlasten.

Hinzu kommt ab dem 1. Januar 2017 eine Zwangsabgabe für jedes erwachsene Vereinsmitglied: 1 Euro pro Monat. Bei aktuell 703 erwachsenen Klubmitgliedern kämen pro Jahr 8 436 Euro zusammen. So werden die im Haushaltssanierungsplan festgeschriebenen 30 000-Euro-Sparbeiträge nahezu erreicht. Diese Summe entspricht den jährlichen Kosten für die Pflege eines Fußballplatzes.

Bürgermeister André Dora nennt die 1-Euro-Zwangsabgabe einen „Fußball-Soli“.

Ausgeklammert ist bei dieser Vereinbarung Borussia Ahsen. Der Klub aus dem Dattelner Norden pflegt seine Anlage seit 1996 weitgehend in Eigenregie und bezahlt einen Großteil seines Energieverbrauchs selbst. Ebenfalls außen vor sind DJK Eintracht und der TV 09, denn diese Klubs nutzen vereinseigene Plätze.

Mehr Eigenleistung und „Fußball-Soli“ – das sorgt bei den betroffenen Vereinen natürlich nicht für Begeisterung. Klaus Herrmann, Sprecher des Arbeitskreises der Fußballklubs, meint aber, dass eine für alle Vereine gerechte Lösung gefunden wurde.

Die wichtigsten Ziele der Klubs, die Schließung eines Platzes zu verhindern und Jugendliche nicht durch höhere Mitgliedsbeiträge belasten zu müssen, seien schließlich erreicht worden. Außerdem, betont Herrmann, bleiben die Energiekosten (Wasser, Heizung, Strom) bei der Stadt. Die sanierungsbedürftigen Dattelner Sportanlagen sind wahre Energieschleudern. Die Klubs drängen schon lange auf Sanierung.

Zusätzlich zu den ab 2017 einzusparenden bzw. zu zahlenden 30 000 Euro müssen Germania und Meckinghoven seit 2014 pro Jahr jeweils 3 000 Euro berappen und Horneburg und Kültürspor jeweils 2 000 Euro – Gebühren für die Nutzung „ihrer“ Plätze.

„Wir verbinden mit unserem Einlenken auch eine Forderung“, sagt Klaus Hermann: „Wir fordern, dass die Planung zur Sanierung und Weiterentwicklung unserer Fußballanlagen jetzt zügig weitergeht.“ Geplant ist neben dem Bau eines Sportzentrums (mit Kunstrasenplatz) in Hagem auch die Aufwertung der Meckinghover Fußballanlage mit Kunstrasen sowie Gebäudesanierung. Die Stadtverwaltung hofft nach wie vor, dafür Fördergeld zu bekommen.

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