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Bürgermeister André Dora empfing (v. li.) Dr. Nelli Toth und Dr. Sadrack Oumbe Tiam sowie Unternehmensberater Tobias Brouwer.

Dattelner Hausarzt

Die junge Generation übernimmt die Praxis

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DATTELN - Dr. Nelli Toth und Dr. Sadrack Oumbe Tiam lassen sich in Datteln nieder und bescheren Dr. Klaus Többen einen frühzeitigen Ruhestand.

Aus Mangel an Nachfolgern müssen sich auch die Dattelner Hausärzte frühzeitig Gedanken über die Zukunft ihrer Praxis machen, wenn das Rentenalter naht. Im Fall von Dr. Klaus Többen und seiner Praxis am Türkenort 17 ging plötzlich aber alles ganz schnell: Seit April betreiben mit Dr. Nelli Toth und Dr. Sadrack Oumbe Tiam zwei Ärzte der jüngeren Generation nun eine Gemeinschaftspraxis in den Räumlichkeiten.

Drei bis vier Jahre, so schätzt Oumbe Tiam ein, sei derzeit die durchschnittliche Wartezeit für niedergelassene Ärzte, um eine Nachfolge zu finden. Im Fall der ehemaligen Többen-Praxis war es ein großer Zufall, der eine schnelle Übernahme ermöglichte. Vorausschauend suchte Többen eine Nachfolge, um sich in drei bis vier Jahren zurückziehen zu können. Gleichzeitig suchten Oberarzt Oumbe Tiam und Fachärztin Toth, die zusammen an im St.-Johannes-Hospital in Dortmund praktizierten, eine Praxis.

Da die Ambitionen der beiden Dortmunder Ärzte eher eine Seltenheit ist und nicht absehbar war, wann sich die Möglichkeit einer Praxisübergabe das nächste Mal ergibt, entschieden sich beide Parteien, den Wechsel schon direkt im April zu vollziehen. Der 41-jährige Sadrack Oumbe Tiam berichtete Bürgermeister André Dora beim Kennenlernbesuch, dass nicht viele seiner ehemaligen Kollegen in Krankenhäusern eine eigene Praxis anstreben. „Die Selbstständigkeit bekommen wir im Medizinstudium nicht beigebracht“, sagt er. Für den 41-Jährigen stand aber schon immer fest: „Mit Mitte 40 wollte ich entweder noch Karriere machen oder mich niederlassen.“ Seine 38-jährige Kollegin Nelli Toth brauchte er dabei nicht groß überreden, bestätigt sie.

Auf den Standort Datteln kamen sie durch Unternehmensberater Tobias Brouwer aus Waltrop. Der überzeugte die Dortmunder Ärzte mit seinen Argumenten, dass es gerade im Ostvest eine hohe Altersstruktur der Ärzte gibt und junge Hausärzte dringend gebraucht werden. Bürgermeister Dora begrüßte das Engagement der zwei jungen Ärzte und verwies auf den demografischen Wandel, der auch in Datteln spürbar sei. Das würde mit vermehrten Arztbesuchen der Bürger einhergehen. Oumbe Tiam erklärte, dass Dr. Töppen knapp 2000 Patienten pro Quartal behandelt hatte. Der Durchschnitt in Deutschland liege bei knapp 1200. „Daher sind wir froh über die Gemeinschaftspraxis. So können wir die Last aufteilen, jedem Patienten die nötige Zeit für seine Behandlung einräumen und ihn nach unseren Ansprüchen beraten“, sagt er.

Einige Patienten werden die beiden schon gesehen haben. Bereits vor der Übernahme warfen sie einen Blick in den Praxisalltag. Seit dem 1. April stehen sie nun auf eigenen Beinen. Das Team wurde dabei komplett übernommen. Nur eine medizinische Fachangestellte wird derzeit noch gesucht.

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