+
Deutschunterricht in der Klasse 5c der Wolfhelm-Gesamtschule in Hachhausen. Die Schülerinnen Jordana, Nisa und Brigit (v.l.) bei der Arbeit an ihren Netbooks. Das Thema: Briefe schreiben.

Dattelner Schulen

Digitale Aufrüstung im Klassenzimmer

  • schließen

Datteln - Netbooks, Whiteboards, Tablets: Die IT-Technik hält Einzug. An der neuen Gesamtschule hat sogar jeder Schüler seinen mobilen Computer.

Das analoge Arbeiten an einer Tafel mit Kreide im Unterricht war gestern. Weiterführende Schulen in Datteln sind heute mit sogenannten Whiteboards ausgestattet. Das sind elektronische Tafeln, die an einen PC angeschlossen sind und Inhalte vom Rechner wiedergeben können. Sie werden mit bestimmten Stiften oder dem Finger durch „touch“, also drücken auf die Tafeloberfläche, bedient. Ein Großteil der Geräte hat einen integrierten Dokumenteninspektor – einen Overheadprojektor kennen viele Schüler gar nicht mehr.

Der digitale Wandel schreitet rasant voran. Schülerinnen und Schüler sollen gut darauf vorbereitet werden. An der Wolfhelm-Gesamtschule Olfen und damit auch am neuen Teilstandort Datteln sind im Gegensatz zu Realschule und Gymnasium sogar alle (!) Schüler und Lehrer mit Netbooks (mobilen Computern) ausgestattet. Das Comenius-Gymnasium und die Realschule setzen dagegen auf Tablets: „Netbooks sind überholt“, sagt Frank Bernhard, Chef der Realschule.

Dattelner Realschule hat 30 Tablets angeschafft

An seiner Schule seien aktuell zwei Tablet-Koffer mit jeweils 15 Tablets angeschafft worden. Diese können individuell in den Klassen eingesetzt werden. „Das spart den Gang in den Computerraum“, sagt Bernhard. In den Herbstferien müsse aber erst einmal geprüft werden, ob das WLAN-Netz in der Schule schon ausreiche, damit alle Teilnehmer auch ins Internet kommen können. Für kommendes Jahr seien sogar „iPad-Klassen“ geplant, in denen vermehrt mit den Tablets gearbeitet würde. Es gebe aber auch weiterhin „normale“ Klassen. „Die Entscheidung hierfür überlassen wir den Eltern.“

Auch am Gymnasium soll die Arbeit mit den Tablets ausgeweitet werden. Vor wenigen Wochen wurden die ersten Geräte angeschafft, die hauptsächlich in den naturwissenschaftlichen Fächern (MINT) eingesetzt werden. „Die Ausweitung des Tablet-Einsatzes hat Priorität“, sagt Andreas Gayda, stellvertretender Schulleiter. Ob die Tablets flächendeckend zum Einsatz kommen können, hänge von den Finanzierungsmöglichkeiten ab. „Wir versuchen gerade Spenden zu akquirieren“, so Gayda.

Auf Netbooks statt auf Tablets setzt dagegen die Wolfhelm-Gesamtschule. „Wir überlegen jedoch, wie wir uns langfristig aufstellen“, sagt Rainer Timmermann, Abteilungsleiter Gymnasiale Oberstufe der Gesamtschule. „Wir sind aktuell aber mit den Netbooks zufrieden.“ Diese seien leistungsstärker und produktiver als Tablets.

Eltern zahlen für Computer Leasingrate

Bereits vor zehn Jahren haben intensive Planungen für den Übergang zu einer Netbook-Schule begonnen. 2010 wurden erste Geräte für die Jahrgangsstufe 5 angeschafft. Das Ergebnis nach drei Jahren war eindeutig: Schüler, Lehrer und Eltern stimmten mit mehr als 90 Prozent für eine Fortsetzung des Netbook-Projekts. Und so arbeiten heute alle 1000 Schüler und Lehrer in Olfen und die ersten Klassen am Teilstandort in Datteln mit Netbooks.

Diese werden von den Eltern durch Leasingverträge finanziert. Zwölf Euro zahlen die Eltern monatlich für das Gerät – einschließlich Versicherungsschutz, Reparaturanspruch, Softwarepaket und privater Nutzungsmöglichkeit. Um die Verwendung in der Schule zu gewährleisten, mussten jedoch weitere Bedingungen erfüllt werden: Die Schulen haben eine aufwendige IT-Infrastruktur geschaffen und Netzwerke, Whiteboards und Dokumentenkameras angeschafft.

Bei Gesamtschülern kommt die Arbeit an den Netbooks gut an

Die Netbooks werden in allen Fächern eingesetzt. „Dabei gilt der Grundsatz, dass diese Werkzeuge an Stellen im Unterricht verwendet werden, wo durch den Gebrauch ein Mehrwert erzielt werden kann“, sagt Timmermann. „Auf diese Weise lassen sich Zusammenhänge besser veranschaulichen oder Schüler können mit deutlich höherer Motivation Lerninhalte erarbeiten“, so Timmermann. „Auch können Schüler im Krankheitsfall auf das in der Schule eingesetzte Unterrichtsmaterial zugreifen“, so Timmermann.

Lehrer werden in schulinternen und externen Fortbildungen auf die Arbeit mit den Netbooks vorbereitet. Schüler der Klasse 5 erlernen auch am Standort Datteln zu Beginn des Schuljahres die wichtigsten Grundlagen. Im Klassenbuch wird festgehalten, welche Programme sie bereits kennengelernt haben. Bei den Dattelner Gesamtschülern kommt die Arbeit an den Netbooks jedenfalls recht gut an: „Es ist mal was Neues und abwechslungsreich“, sagt die zehnjährige Brigita.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Weiße Pracht vor dem Rathaus Herten: So lief die  Eröffnung der "Winterwelt"
Weiße Pracht vor dem Rathaus Herten: So lief die  Eröffnung der "Winterwelt"
Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?
Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?
Zusammenstoß auf der Halterner Straße in Marl - Feuerwehr befreit Verletzte aus ihren Autos 
Zusammenstoß auf der Halterner Straße in Marl - Feuerwehr befreit Verletzte aus ihren Autos 
Kein Anschluss unter dieser Stadt - Marl verliert wichtige Zug-Verbindung
Kein Anschluss unter dieser Stadt - Marl verliert wichtige Zug-Verbindung
Transporter wird seit einem Jahr nicht bewegt - was die Behörden jetzt tun können
Transporter wird seit einem Jahr nicht bewegt - was die Behörden jetzt tun können

Kommentare