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Dattelner Tafel

Helfer brauchen Hilfe

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DATTELN - Die Tafel braucht auf lange Sicht Unterstützer im Ehrenamt, damit die Versorgung von derzeit rund 1300 bedürftigen Menschen mit kostenlosen Lebensmitteln in Datteln gewährleistet bleibt.

Das Ehrenamt ist wohl unbestritten eine der haltgebenden Säulen unserer Gesellschaft. In Deutschland engagieren sich immerhin 23 Millionen Menschen im Ehrenamt. Rund 60.000 von ihnen unterstützen die „Tafel“, die bedürftige Menschen kostenlos oder vergünstigt mit Lebensmitteln versorgt.

Tafel betreut 1300 Kunden

„60 ehrenamtliche Helfer sind derzeit für uns tätig“, beschreibt Tafel-Leiterin Ursula Kuchta den Aufbau der Organisation vor Ort „Außerdem drei geringfügig Beschäftigte, drei Teilnehmer einer Fördermaßnahme, sowie die Mitarbeiter die im Zuge einer sogenannten Arbeitsgelegenheit (AGH), auch bekannt als Ein-Euro-Job, für uns im Einsatz sind.“ Allein diese Zahlen lassen schon aufhorchen. Setzt man dann noch die Zahlen derer entgegen, die auf das Angebot der Tafel angewiesen sind, werden die Dimensionen erst richtig erkennbar. „Etwa 1300 Personen, Kinder nicht mitgerechnet, kommen regelmäßig zu uns“, erläutert Ursula Kuchta die Situation in Datteln „Dazu kommen aber noch etwa 420 Kinder.“

Funktionierendes Netzwerk

Um all diesen Menschen helfen zu können, bedarf es eines gut funktionierenden Netzwerks von Händlern, von denen die Tafel die Lebensmittel erhält. Bekannte Handelsketten, aber auch kleinere Betriebe unterstützen die Arbeit der Dattelner Tafel. Die Versorgung der Bedürftigen durch die Hilfsorganisation ist im Grunde genommen sichergestellt, kleinere Engpässe gab es kurzfristig im Zuge der ersten großen Flüchtlingsströme. Doch Ursula Kuchta drückt ganz woanders der Schuh.

„In der Regel sind es die älteren Semester, die bei uns im Ehrenamt aktiv sind. Doch es kommen nur sehr wenige nach“, umschreibt sie das Problem „Viele unserer Helfer sind deutlich über 60 Jahre alt.“ Einer dieser Helfer ist Ulrich „Uli“ Karthaus (65). Der gebürtige Dattelner ist Anwalt für Arbeitsrecht und unterhielt bis zu seinem Renteneintritt eine Sozietät in Dortmund. Noch während seiner anwaltlichen Tätigkeit suchte Uli nach einer sinnstiftenden Betätigung für die Zeit nach dem Berufsleben. Ein Aufruf der Dattelner Tafel vor zwei Jahren war dann die Initialzündung für ihn. „Für mich war es kein Problem, vom Chefsessel auf den Fahrersitz zu wechseln“, erinnert sich Uli an die Anfänge seiner ehrenamtlichen Tätigkeit „Ich hatte keine Präferenzen, wo ich eingesetzt werden wollte. Ich helfe da, wo meine Hilfe gebraucht wird.“

Einfach mal vorbeischauen

INFO Wer die Helfer der Dattelner Tafel, die die Lebensmittel abholen, einmal begleiten möchte, kann sich zu einer „Schnupperfahrt“ unter Tel. 565 616 anmelden.

„Uli Karthaus ist nur ein Beispiel, das stellvertretend für die unterschiedlichsten Biografien und Beweggründe der ehrenamtlichen Helfer steht“, erläutert Ursula Kuchta. Daher möchte sie und ihr Team für das Engagement im Ehrenamt werben. „Wir werden über kurz oder lang neue Unterstützer brauchen“, so die Leiterin mit Blick auf die nahe Zukunft „Daher möchten wir interessierte Bürger dazu einladen, sich ganz ungezwungen einmal ein Bild von unserer Arbeit und unserem tollen Team zu machen.“

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