Dattelnerinnen im Hilfseinsatz

Kleine Patienten in Afrika glücklich gemacht

DATTELN - Mit bewegenden Eindrücken sind jetzt die drei angehenden Kinderkrankenpflegerinnen der Vestischen Kinderklinik von ihrem „Urlaub“ der besonderen Art zurückgekehrt. Vier Wochen waren Marielle Lamkowsky, Isabel Bergmann und Svea Peters in Tansania im Einsatz und halfen nach Kräften im St. Joseph Hospital und der Primary School von Makambako. Am Donnerstag (31. August) um 19 Uhr berichtet das Trio im Ahsener Pfarrheim St. Marien über das Tansania-Projekt.

Mitgebracht hatten sie die Spenden aus Datteln – 46 Kilo Übergepäck pro Nase, bestehend aus 500 Kuscheltieren (eingeschweißt und vakuumiert, damit möglichst viele ins Gepäck passten), steriles Verbandsmaterial, ein Kinder-Rollstuhl, Spielsachen und Schulmaterial. „Die Kinder waren so dankbar für jede Kleinigkeit, das hat uns richtig glücklich gemacht. Und demütig, denn dann merkt man erst wieder, wie verwöhnt wir bei uns eigentlich sind“, sagt Marielle. Im Krankenhaus haben die Drei jeden Tag vom frühen Morgen bis zum Nachmittag gearbeitet: „Wir sind ganz toll aufgenommen worden, offen und herzlich. Und die Ärzte haben uns ganz viel zugetraut. Wir haben alles mitgemacht, in der Notaufnahme, im OP, und Marielle durfte sogar die Erstversorgung eines Kaiserschnitt-Kindes übernehmen“, erzählt Svea. Im St. Joseph werden fast ausschließlich schwere Fälle behandelt. Dazu muss man wissen: „Es gibt keine Krankenversicherung und die Leute in der Region Makambako können sich eine Krankenhausbehandlung kaum leisten. Sie gehen zuerst zum Medizinmann ihres Dorfes, bis es nicht mehr geht“, berichtet Isabel. Da in den meisten Familien noch über dem offenen Feuer gekocht wird, ist die Zahl der Kinder, die mit schweren Verbrühungen oder Verbrennungen ins Krankenhaus kommen, enorm hoch. Da erwiesen sich die Spendengelder aus Datteln als Segen: „Wir haben drei Familien die Behandlung ihrer Kinder ermöglichen können. Sie waren so glücklich, das kann man sich nicht vorstellen“, erzählt Svea Peters. Einen großen Behandlungserfolg brachten auch die Wundauflagen, die das Trio aus Deutschland mitgebracht hatte: „Bei einer kleinen Patientin, bei der eine 15 Zentimeter lange offene Wunde über Wochen nicht heilen wollte, war die Verletzung nach drei Wochen praktisch geschlossen“, berichtet Marielle. „Wir haben die Firma in Deutschland gleich über die Erfolge informiert und haben daraufhin gleich drei weitere, riesige Pakete für Tansania bekommen.“ Nach „Feierabend“ besuchten die drei Dattelnerinnen meist die Kinder in der benachbarten Primary School. „Wir haben mit ihnen gespielt, ihnen Buntstifte, Spielsachen und Schulmaterial mitgebracht. Und manchmal haben wir uns Überraschungen ausgedacht: Mal sind wir auf den Markt gegangen und haben 800 Orangen für die Kinder gekauft, mal haben wir als verspätete Oster-Überraschung 750 Eier in der Schulküche gekocht und gefärbt“, berichtet Isabel. Für alle drei steht fest: „Diese Arbeit in Makambako ist so erfüllend und berührend. Wir fahren auf jeden Fall wieder hin.“ Doch zunächst steht für das Trio im nächsten Jahr das Examen an der Kinderklinik an.

INFO Am Donnerstag (31. August) um 19 Uhr berichten die Kinderkrankenpflegerinnen im Pfarrheim St. Marien in Ahsen über ihr Tansania-Projekt und sammeln gleichzeitig Geldspenden.

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