+
Vocal-Coach, Talent-Scout und Dattelner Ur-Gestein Kalle Hölscher (li.) bei einer Spontanprobe mit Tina Vogel und Roland Portale im hauseigenen Proberaum.

Dattelns Talent-Coach Karl Hölscher

Kalles Musikfabrik

  • schließen

DATTELN. - RTL hat Dieter Bohlen, Datteln hat Kalle Hölscher. Seit 50 Jahren steht er mit seiner Klampfe auf der Bühne, spielt, improvisiert, unterhält. Kalle ist aber auch Talent-Scout, musikalischer Ziehvater und sorgt dafür, dass die Musikfabrik Datteln weiterhin erstklassige Produkte auf den Markt bringt. So wie Tina Vogel und Roland Portales Baukasten-Projekt „Das Portal“.

„Die wollte ich haben, unbedingt“, sagt Kalle. Vor sieben Jahren traf er Tina Vogel bei einem gemeinsamen Konzert des Dattelner und Recklinghäuser Gospelchores. Beide sangen Tenor. „Ich hab’ mich gewundert, dass die Recklinghäuser so’ ne Schräpe haben“, scherzt Kalle. Sie kann alle Stimmen.

Für die Dattelner Band „Kaptain Knebels Knochen Kombo Krew“ wird die Blondine fürs Keyboard engagiert. Der Vater, ein Jazzmusiker. Sie hatte zehn Jahre Gesangs- und Klavierunterricht. „Ich hab’s gemacht, aber auf Keyboard hab’ ich eigentlich keinen Bock“, sagt sie frei Schnauze.

Tina will singen. Das darf sie auch, schmettert mit Kalle Duette. Bei der Musicaltruppe „Mutterklötzchen“ macht sie mit, übernimmt beim zweiten Stück die Rolle „einer halbseidenen Animierdame“. Kalle ist begeistert: „Ein Allroundtalent, sich für nichts zu schade und probiert aus.“

Hier kommt Lebensgefährte Roland Portale ins Spiel. Auch seine musikalischen Wurzeln liegen in Datteln. „82 hab’ ich im Jugendzentrum in Meckinghoven mein erstes Konzert gespielt“, sagt er. Stones, Beatles, Oldies, Blues und Soul. Mit der alten Gitarre vom Opa hat er sich auf in die Welt der Noten und Akkorde gemacht, bringt sich alles selbst bei, spielt in verschiedenen Bands.

Für ihn ist Musik ein „Intensivst-Hobby“. Die Gitarre stets bei der Hand, „hat er auch eine göttliche Stimme“, schwärmt Tina Vogel. Beide nehmen bei wem Gesangsunterricht? Richtig, Mikesch Götzer.

Vor einem Jahr wollen die Recklinghäuser mehr – ihre Band. Ein neues Konzept muss her. Ein Baukastenprinzip. Je nach Veranstaltung (Sommerfest im Kindergarten, Beerdigung, Taufe, Geburtstagsparty, Firmenjubiläum...) wird ein Programm zusammengestellt, Cover-Songs interpretiert. Dabei drückt das Duett den Liedern den eigenen Stempel auf.

Das Bonbon: Musiker können dazu gebucht werden. Im Angebot ist die Partyband „What’s next“, die 80er-Jahre-Kombo „Ma’ anders“ aus Datteln, die gerne auch die B-Seiten der großen Bands spielt. Mit Miriam Geier steht eine klassische Pianisten zur Verfügung, als Quartett (zwei Gitarren, zwei Sängerinnen) gibt es „Das Portal“ auch und liebend gern werden auch französische Popsongs mit einer Gastsängerin kredenzt. Live-Musik für jeden Anlass.

„Der Trend geht zur Kleinstmusik, der Aufwand ist für Veranstalter und uns geringer. Da muss nicht immer ein Schlagzeug aufgebaut werden“, erklärt Roland Portale, der die Technik übernimmt.

Verwandlungsfähig sind sie auch. Neben dem hauseigenen Proberaum im Keller ist eine ganze Perückensammlung aufgereiht. „Wer ’ne blonde Sängerin will, kriegt eine. Aber auch schwarz- oder rothaarig ist kein Problem. Wir machen uns gerne zum Affen“, sagt Tina Vogel.

Tina Vogel und Roland Portale spielen beim Kanalfest am Freitag, 22. August, um 22 Uhr auf der Kleinkunst-Bühne. „Das Portal“ ist erreichbar unter Tel. 01 77 / 3 45 05 67 oder im Internet: www.portal-live.de

Das Konzept kommt an. Sie sind damit so erfolgreich, dass die Lehrerin und der Techniker sogar über eine Stundenreduzierung nachdenken, um sich ihrer musikalischen Karriere zu widmen. Und die wurde von der Musikfabrik Datteln geprägt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare