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Die 13-jährigen Comenius-Schülerinnen Serra und Azra arbeiten gerne im Unterricht mit den Tablets und halten diese für sinnvoll. Für sie brauche es neben den I-Pads und einer Internetleistung keine weiteren technischen Spielereien im Unterricht.

„DigitalPakt Schule“

Digitale Ungleichheiten bremsen den Fortschritt

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Datteln - Während an der Wolfhelm-Gesamtschule jeder Schüler ein Netbook besitzt, kämpft die städtische Realschule mit lahmen Leitungen.

Der kürzlich vom Bundestag beschlossene „DigitalPakt Schule“ wird an den Dattelner Schulen durchweg positiv aufgenommen. Gleichwohl warnen sie davor, ausschließlich auf digitale Lösungen zu setzen, zumal die technischen Voraussetzungen an den Schulen nicht die gleichen sind.

„Wir verfügen derzeit nur über eine 16.000er Leitung“, beschreibt Frank Bernhard, Leiter der städtischen Realschule in Datteln, das Ungleichgewicht. „Wenn sich da mehr als fünf Tablets einwählen ist hier Feierabend.“ Am benachbarten Comenius-Gymnasium sehe das ganz anders aus.

Bis das Glasfasernetz kommt, dauert es noch

Dort habe man sich mit einem LTE-System beholfen, merkt Bernhard an. „Das hätten wir auch ganz gern an unserer Schule.“ Also habe er zu diesem Thema bereits Kontakt zur Stadtverwaltung aufgenommen. Denn, bis die Schule an das Glasfasernetz angeschlossen wird, könnte es noch bis zu drei Jahre dauern. Projekte wie die erste I-Pad Klasse an der Realschule, die ab dem neuen Schuljahr an den Start gehen soll, wären ohne das LTE-System dann schlichtweg nicht umsetzbar.

Regina Brautmeier, Schulleiterin des Comenius-Gymnasiums, ist der Meinung, dass ihre Schule bereits jetzt technisch „sehr sehr gut“ ausgestattet ist. Beamer und sogenannte „Smartboards“ seien in den Klassenräumen zu finden und würden fast in jeder Stunde zum Einsatz kommen. Die „Smartboards“ erlauben es, dass projizierte Texte oder Grafiken direkt vor den Schülern auf einer großen Leinwand bearbeitet werden können.

Brautmeier und Bernhard hoffen auf finanzielle Hilfe von der Stadt

An Endgeräten mangelt es also nicht am Gymnasium, es stelle sich aber die Frage, wer die technische Hilfe und Instandhaltung der Geräte übernehme. Dafür seien keine Lehrerstunden zugewiesen und folglich könne das Gymnasium diese nicht Leisten. Ähnliche Bedenken äußert auch Realschulleiter Frank Bernhard. Beide würden sich daher wünschen, dass der technischen Hilfeleistungen von der Stadt übernommen wird. „Als budgetierte Schule können wir das nicht stemmen“, sagt Bernhard.

Den digitalen Fortschritt will Regina Brautmeier am Gymnasium mit bedacht vorantreiben: „Wir werden unseren Unterricht auf keinen Fall nur der neuen Medien wegen umstellen.“ Es müsse inhaltlich passen und zudem soll die Kommunikation zwischen den Schülern weiter gefördert werden. Fördermittel aus dem „DigitalPakt“ könnten laut Brautmeier für die Anschaffung von Geräten der „neuen Generation“ genutzt werden. „Wir waren schon früh digital ausgestattet“, sagt sie, weiß aber auch, dass der „Zug der Zeit“ nicht stillsteht.

Problemstellungen, mit denen man sich am Teilstandort der Wolfhelmschule wohl nicht befassen muss. Man verfüge über einen großen Erfahrungsschatz mit digitalen Medien, sagt Schulleiter Dr. Jerome Biehle. Obwohl der Teilstandort erst im vergangenen Jahr eröffnet wurde. „Wir arbeiten seit acht Jahren an der Digitalisierung“, sagt er. Alle Schüler und Lehrer werden an der Gesamtschule mit Netbooks, einer abgespeckten Version der Laptops, ausgestattet.

„Wir erfüllen bereits alle Voraussetzungen und haben einen Wissensvorsprung“, fährt Biehle fort. Dennoch werde bei der Olfener Schule nach dem Prinzip „Stillstand ist Rückschritt“ gearbeitet. Somit befasse sich die Schulleitung derzeit damit, ob ein Umstieg auf eine Kombination zwischen Laptop und Tablet Sinn für die Schüler machen würde. Zurzeit laufen Internet-Leitungen am Standort Datteln problemlos, berichtet Biehle. Auch ab Sommer, wenn die doppelte Anzahl an Schülern mit den neuen Fünftklässlern hinzukommt, werde es keine Schwierigkeiten geben. „Sonst hätten wir acht Jahre lang etwas falsch gemacht“, sagt er.

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