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Auf der gesamten Fläche rechts vom Hof Schulte-Hubbert sollen die grünen Wiesen und Felder einem interkommunalen Gewerbepark weichen.

Dillenburg

Schulte-Hubbert will sein Land behalten

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DATTELN - 40 Hektar eines möglichen interkommunalen Gewerbeparks Dillenburg sind im Besitz des Landwirts. Der Hauptausschuss diskutiert.

An der Stadtgrenze zwischen Datteln und Oer-Erkenschwick soll ein interkommunaler Gewerbepark entstehen. Der Regionalverband Ruhr hat die Fläche mit der historischen Gebietsbezeichnung „Dillenburg“ als möglichen Standort für ein Gewerbegebiet im Kreis Recklinghausen in den Regionalplan aufgenommen. 40 Hektar dieser Fläche besitzt nach eigenen Aussagen der Dattelner Landwirt Wilhelm Schulte-Hubbert. Seine landwirtschaftlichen Flächen würde er gerne behalten.

Abstimmungen

Im Hauptausschuss stimmten Dattelns Lokalpolitiker in der vergangenen Woche über den Beitritt der Stadt Datteln in die interkommunale Vereinbarung zur Entwicklung von Gewerbe- und Industriestandorten im Kreis Recklinghausen ab. Die Fraktionen der SPD, CDU und FDP stimmten diesem Beitritt zu.

Theo Beckmann (Grüne) zeigte sich dagegen aufgrund der großen Fläche auf Dattelner Gebiet überrascht. „Ein Mitwirken der Stadt müsste bedeuten, alles dafür zu tun, dort kein Gewerbegebiet entstehen zu lassen.“ Landwirtschaftliche Nutzflächen seien in Datteln ohnehin schon rar gesät. Beckmann und sein Parteikollege Mohamad El-Zein lehnten einen Beitritt ab. Ebenso Linken-Politikerin Petra Willemsen. Sie machte darauf aufmerksam, dass die Stadt gegen eine Westfleisch-Erweiterung wegen hoher Verkehrsbelastung klage, nicht aber gegen dieses Gewerbegebiet, das ebenfalls für mächtig Verkehr auf den Straßen sorgen würde. FDP-Ausschussmitglied Peter Amsel gab seine Zustimmung zu dem Beitritt mit dem Argument: „Wir müssen interessant werden.“

Drei Vorschläge

Bürgermeister André Dora (SPD) erklärte, dass die Stadt den Regionalplanern in Essen drei Vorschläge für Gewerbeflächen übermittelt habe. Die Wahl sei dort auf die Dillenburg gefallen. In Richtung der Kritiker von Grünen und Linken sagte Dora: Datteln habe wenig Fläche zur Verfügung, aber viele Anfragen von Gewerbetreibenden. „Wenn das die einzige Chance ist, ein Gewerbegebiet nach Datteln zu bekommen, dann kann ich das nicht verhindern“, sagte Dora.

Landwirt Wilhelm Schulte-Hubbert befasst sich nach eigenen Angaben schon seit knapp 20 bis 25 Jahren mit politischen Vorstößen für ein Gewerbegebiet direkt neben seinem Hof. Die 40 Hektar, über die jetzt diskutiert wird, würden knapp die Hälfte seiner landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen. Seinen Hof – nach seinen Angaben der Zweitälteste in Datteln – will er gerne weiter betreiben, da auch seine Tochter bald in den Betrieb einsteigen soll.

Dort, wo nach dem Regionalplan große Gewerbehallen entstehen und tonnenschwere Lkw rollen sollen, baut Schulte-Hubbert Mais und Getreide an. „Sonst gibt es nicht mehr viel Land in der Nähe“, sagt der Landwirt, der das Areal zurzeit großflächig um seinen eigenen Hof nutzt. Seine Bedenken habe er bereits geäußert. So lange ein Gewerbepark Dillenburg aber nur ein Planungsgebiet bleibt, macht sich Schulte-Hubbert noch nicht allzu große Sorgen.

Verkaufen ist nicht geplant

Über einen möglichen Verkauf denke der Landwirt zurzeit überhaupt nicht nach. Sollte er hart bleiben, könnte das eine Umsetzung des Gewerbeparks Dillenburg auch im dritten Anlauf binnen 30 Jahren zwar erschweren, wahrscheinlich aber nicht verhindern. Denn falls das Gewerbegebiet im endgültigen Regionalplan verankert wird und im Anschluss auch ein Bebauungsplan vorliegt, könnte die Fläche aufgrund von übergeordnetem staatlichen Interesse eingefordert werden. Von Juristen wird in solchen Fällen eine gütliche Einigung empfohlen, die den Landwirt für die Realisierung des Gewerbeparks entschädigen würde.

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