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Lesen ist eines der vielen Hobbys von Norbert Filthaus. Sein Engagement als Pfarrer ist jedoch eine „innere Berufung“ für ihn. Nicht nur deswegen hängen in seinem Büro Bilder von jeder seiner Konfirmanten-Klassen

Ehrenamt

Ex-Schalke-Pfarrer gibt eine „Zugabe"

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DATTELN - Pfarrer i.R. Norbert Filthaus ging vor vier Jahren in den Ruhestand.Zuvor war er in Gelsenkirchen-Erle direkt am Berger Feld und in der Arena auf Schalke als Pfarrer aktiv. In seiner Wahlheimat Horneburg steigt er am 1. September offiziell wieder in seinen Beruf ein.

Die Ziffern 1904, die Pfarrer i.R. Norbert Filthaus auf der Brust trägt, sind kein Verweis auf eine Stelle in der Bibel. Und in dem Flur vor seiner Wohnungstür steht auch keine Miniaturausgabe einer Kirche, sondern vielmehr der Arena auf Schalke. Der FC Schalke 04 ist eines seiner großen Hobbys – sein Beruf sei aber mehr als das. Er sei eine „innere Berufung“. Aus diesem Grund gibt der 69-jährige Wahl-Horneburger vier Jahre nach seinem Ruhestand nun eine „Zugabe“ als ehrenamtlicher Pfarrer.

Zwischen Bottrop und Waltrop

Viele Hobbys hat Norbert Filthaus für sich entdeckt, seitdem er vor vier Jahren vom Posten des Schalker Arena-Pfarrers in den Ruhestand ging. Es sei eine pastorale Weisheit, dann wegzuziehen, um Raum für seine Nachfolger zu machen. Nach 36 Jahren in Gelsenkirchen – zuvor war er ein Pfarrer in Erle unweit vom Berger Feld – verschlug es ihn letztendlich in eine Neubausiedlung in Datteln-Horneburg. „Zwischen Bottrop und Waltrop wollten meine Frau und ich uns niederlassen“, erklärt Pfarrer Filthaus, „die Kontakte sollten nämlich nicht ganz abreißen. Und eine Dauerkarte habe ich ja schließlich auch noch.“

Zum Ruhestand gehöre auch, „zurück in die Normalität“ zu finden. Und so hielt sich die Familie Filthaus im ersten halben Jahr der Emeritierung in Horneburg sehr bedeckt und besuchte nur regelmäßig die Gottesdienste in ihrer neuen Gemeinde. Trotz vieler Spaziergänge über Wanderrouten, Kulturausflüge nach Dortmund und Bundesligaspiele auf Schalke, fehlte Norbert Filthaus aber ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben. So brachte er sich als helfende Hand in der Gemeinde ein, übernahm Taufen, Trauungen und Predigten und wurde dazu immer noch von seinen alten Kontakten aus Gelsenkirchen für Arena-Taufen oder Goldene Hochzeiten angefragt, die er gerne übernahm.

Fußballverein in Gelsenkirchen - Schützenverein in Horneburg

Es ändert sich ab dem 1. September also nicht viel für Norbert Filthaus. In einem Vertrag stimmte er zu, ehrenamtlich als Pfarrer tätig zu sein. Die meisten Aufgaben hatte er aber auch zuvor schon übernommen. „Es ist nun mehr mit Verbindlichkeiten verbunden“, erklärt er das Konzept. Eine sei der monatliche Pfarrer-Austausch. Nach Horneburg zu ziehen, hat Norber Filthaus noch „zu keinem Zeitpunkt bereut.“ Er fand schnell Anschluss. „Wo man sonst übers Wetter redet, spricht man in Gelsenkirchen über Schalke“ gibt er Einblick in den Alltag seiner ehemaligen Gemeinde, wo der Fußballverein auch ständiger Begleiter in seinen Predigten war. Und was in Gelsenkirchen der Fußballverein ist, seien in Horneburg die Bürgerschützen. „So kann man es beschreiben“, lacht Filthaus. Es dauerte also nicht lange, bis der Pfarrer dem Schützenverein beitrat. „Die Kirche muss da sein, wo der Mensch ist“, sagt er, „aber natürlich darf man sich nicht anbiedern. Man muss schon ehrliches Interesse haben.“

Norbert Filthaus sieht seinen Beruf als „lebenslangen Dienst“, in dem er etwas „Sinnvolles beitragen kann.“ Es sei jedoch auch eine Belastung, die man nicht bis ans Lebensende ausüben könne. „Innerlich hört man aber nie auf.“ Mit seiner „Zugabe“ fängt der in diesem Jahr 70 Jahre alt werdende Pfarrer schließlich gerade erst an.

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