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700 Kerzen brannten am Samstagabend als Zeichen der Solidarität vor dem Treffpunkt Hachhausen.

"Eine Million Sterne"

Jungen Afrikanern Perspektiven geben

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DATTELN - 700 Kerzen brannten am Samstag vor dem Treffpunkt Hachhausen als ein Zeichen der Solidarität. Sie sollten an Menschen erinnern wie die jungen Afrikaner, die auf eine Zukunft in Europa hofften, sich ihren Weg bis nach Marokko bahnten, wo dann ihre Träume an der Realität zerschellten. Caritas International hilft ihnen in Rabat, will ihnen Perspektiven in Afrika bieten.

Fairouz Idbihi und Jorge Dominguez sind auf Tournee durch Europa. Sie berichten den Menschen von dem Leid in Nordafrika – so auch am Samstagabend bei der Aktion „Eine Million Sterne“.

In Rabat helfen die Psychologin und der Sozialarbeiter im Caritas-Migrationszentrum jungen Menschen, die vom Studium, einem besseren Leben in Europa träumten, doch nach teilweise wochenlangen Fußwegen an die Mittelmeerküste erfuhren, dass der reiche Kontinent im Norden sie nicht will.

„Marokko soll zum sicheren Herkunftsland erklärt werden, dann sind ihre Chancen dahin“, erklärt Stefan Teplan, der bei Caritas International für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die Gründe, warum sie ihre Heimat – überwiegend kommen sie aus dem Kongo, der Elfenbeinküste oder Guinea – verlassen, sind vielfältig. Manche wollen studieren oder Fußball-Profi werden. „Bei vielen sind die Eltern arm, können die Familien nicht ernähren. Dann ziehen die ältesten Söhne los, um der Familie zu helfen“, erklärt Jorge Dominguez. Ihre Freunde, die es nach Europa geschafft haben, stellen in Sozialen Netzwerken im Internet Fotos von schicken Autos ein, zeigen das wohlhabende Europa, so Teplan.

Sie wussten, dass sie ihr Leben riskieren, wenn sie das Mittelmeer überqueren wollen, waren auf dem Weg zur Küste häufig „psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt“, sagte Fairouz Idbihi.

165 Minderjährige haben in dem Migrationszentrum in Rabat seit Anfang des Jahres zumindest vorübergehend ein Zuhause, Halt gefunden. Ziel ist es, ihnen in Afrika eine Perspektive zu geben. Sei es, dass sie einen Beruf erlernen oder studieren. Und vielleicht kehren sie anschließend in ihre Heimat zurück.

Musikalische Unterstützung bekam die Dattelner Caritas bei der großen Spendenaktion – die Hälfte des Erlöses ist für das Zentrum in Rabat, die andere Hälfte fließt in lokale Projekte – von der Concert Band des Comenius Gymnasiums, die Kinder der Kita St. Franziskus sangen, Anke Riemer tanzte zum Thema „Flucht“, Pfarrer Ludger Schneider gab einen liturgischen Impuls und Schirmherr Bürgermeister André Dora sprach Grußworte.

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