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Leonie Stöbel will ihren E-Flitzer nicht mehr missen. Die eigene Ladestation wird, so wir ihr ganzes Haus, mit Sonnenenergie versorgt. Den Bau weiterer Ladestationen begrüßt sie ausdrücklich.

Elektroautos

Neue „Tankstellen“ für Dattelns Elektro-Autos

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DATTELN - Die Verwaltung plant zwei E-Ladestationen auf dem Schützenplatz und an der Friedrich-Ebert-Straße - eine Investition in die Zukunft der Stadt.

Leonie Stöbel ist seit mittlerweile vier Jahren E-Auto-Fahrerin. 46.000 Kilometer hat sie bereits mit ihrem Kia Soul zurückgelegt. Weitere E-Ladestationen im Stadtgebiet kommen ihr sehr entgegen. „Schön, dass jetzt mehr Ladestationen kommen werden“, freut sie sich. „Das wird vielleicht noch mehr Leute veranlassen, sich für ein E-Auto zu entscheiden.“

Fünf Standorte

Für fünf Standorte hat der Energieversorger Innogy Wegerechtsverträge mit der Stadt Datteln abgeschlossen. Hierdurch erhält das Unternehmen das Recht, öffentliche Straßen, Wege und Plätze zur Verlegung von Versorgungsleitungen in Anspruch zu nehmen. „Wir planen Ladestationen am Schützenplatz sowie an der Friedrich-Ebert-Straße“, teilt Pressesprecher Dirk Lehmanksi mit. „Wir haben diese Plätze gewählt, weil dort ausreichende Parkflächen vorhanden sind und diese auch zentral gelegen sind.“ Derzeit betreibt die Stadt Datteln nur eine Station direkt am Rathaus.

Reiner Spotke ist seit neun Monaten ebenfalls Besitzer eines E-Autos. „Nur eine E-Ladestation war natürlich ein bisschen wenig“, berichtet er.

„Wir beziehen unseren Strom aus Solarenergie“, erzählt Leonie Stöbel. Ein E-Auto zu kaufen war für sie und ihren Ehemann also nur konsequent. „Es war aber gar nicht so einfach, ein adäquates Gefährt zu finden. Die meisten Händler hatten gar keine E-Autos vor Ort oder waren noch gar nicht richtig mit dem Thema vertraut.“ Sie und ihr Mann absolvierten diverse Probefahrten und recherchierten in Eigenregie, bis sie den passenden Elektro-Wagen für sich gefunden hatten.

„Ich habe mich mit dem Thema Feinstaubbelastung schon sehr früh beschäftigt, auch wenn es in letzter Zeit erst in den Fokus der Öffentlichkeit getreten ist“, erzählt Reiner Spotke. „Es gibt ja kaum noch fließenden Verkehr, und das ständige Stop-and-go ist eine unglaubliche Belastung für die Umwelt.“ Unter anderem aus diesem Grunde habe er sich beim Kauf seines neuen Autos für den BMW i3 entschieden. „Ich wollte einfach ein Auto, das keine Schadstoffe ausstößt“, so Spotke.

Optimierungsbedarf sehen Leonie Stöbel und Reiner Spotke auf jeden Fall nicht nur beim Ausbau weiterer E-Ladestationen, sondern auch bei den Betreibern. „Das fängt schon bei den Ladesteckern der Autos an“, erzählt Leonie Stöbel. „Da gibt es oftmals Unterschiede bei den Anschlüssen, und Adapter gibt es dafür nicht.“ Reiner Spotke berichtet noch, dass man an den kostenpflichtigen Ladestationen oft nicht wisse, wie viel man am Ende bezahlen muss. „Da wird man dann später erst überrascht.“

Zudem gebe es derzeit ungefähr 46 verschiedene Kartensysteme in Deutschland, sogenannte RFID-Karten (Radio Frequency Identification), mit denen man an den Stationen bezahlen könne. „Da sehe ich noch Handlungsbedarf“, so Spotke.

Nachfrage wird steigen

Die Stadtverwaltung in Datteln geht davon aus, dass die Nachfrage bezüglich E-Autos in Zukunft deutlich steigen werde. „Darauf wollen wir vorbereitet sein“, so Lehmanski. „Wir sehen darin eine Investition in die Infrastruktur unserer Stadt, die sich auszahlen wird.“ Das käme am Ende auch den ortsansässigen Autohändlern zugute, so der Stadtsprecher. Derzeit sind im Kreis Recklinghausen 375 E-Autos angemeldet, 24 davon in Datteln. „Auch wenn derzeit nur wenige E-Autos in unserer Stadt gemeldet sind, wollen wir deren Versorgung sicher stellen“, so Lehmanski.

Reiner Spotke hat festgestellt, dass er gelassener am Straßenverkehr teilnimmt, seit er ein E-Auto fährt. „Rote Ampeln find ich gut“, zieht er schmunzelnd sein Fazit. „Denn jedes Mal wenn ich abbremsen muss, erzeugt das Energie, die den Akku auflädt.“

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