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Auch ohne Datteln 4 ist die Fernwärmeversorgung in Datteln sicher, sagt Uniper. Rund 80 Prozent der Fernwärme wurde 2018 mit den ölbefeuerten Hilfskesseln am Altkraftwerk produziert.

Fernwärme

Rückwärtsbetrieb für den Notfall

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DATTELN - Wenn es längere Zeit knackig kalt wird, kann Energieversorger Uniper Fernwärme aus anderen Kraftwerken ins Dattelner Stadtnetz einspeisen. Möglich macht das die neue Leitung nach Recklinghausen.

Wie Uniper-Sprecherin Ilona Flechtner auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, hat die Bezirksregierung in Münster den Rückwärtsbetrieb der neuen Versorgungsleitung von Datteln nach Recklinghausen genehmigt. Ursprünglich war die Fließrichtung des heißen Wassers nur in Richtung Recklinghausen genehmigt. Denn Datteln 4 soll dann mit seiner Fernwärme rund 100.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgen. Bis Datteln 4 aber ans Netz geht, dauert es noch. Wie berichtet, wird aufgrund des derzeit laufenden Austausches des defekten Kesselstahls mit der Inbetriebnahme erst im Sommer 2020 gerechnet. Uniper habe jetzt die Möglichkeit, bei entsprechendem Bedarf Fernwärme zum Beispiel aus Scholven nach Datteln zu holen, so Flechtner. Das sei allerdings eher als Notfall-Lösung zu verstehen. Die Menge bei dem Rückwärtsbetrieb sei auch begrenzt auf 600 Tonnen pro Stunde, betont die Sprecherin.

Der Hauptanteil der Dattelner Fernwärme werde weiterhin in den ölbefeuerten Hilfskesseln am Altkraftwerk produziert. Die Hilfskessel am neuen Kraftwerk befinden sich noch in der Testphase. Im letzten Jahr haben die Hilfskessel am Altkraftwerk rund 80 Prozent der benötigten Fernwärme erzeugt. Gut sieben Prozent lieferte die Anlage von Mine-Gas. Der Rest werde zu üblichen Marktpreisen von Uniper eingekauft. Uniper habe für die Versorgungssicherheit der Fernwärmekunden zu sorgen. Der Rückwärtsbetrieb in der neuen Fernwärmeleitung sei dafür eine weitere Maßnahme, so Flechtner weiter. Denn die Öl-Hilfskessel in Datteln dürften auch nur eine bestimmte Zeit pro Jahr laufen. Es gebe da Auflagen von den Aufsichtsbehörden. Zudem sei der Betrieb natürlich kostenintensiver als die Erzeugung von Fernwärme im normalen Kraftwerksbetrieb.

Die Fernwärme-Sparte von Uniper warte händeringend auf die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks in Datteln, so Flechtner, weil künftig Anlagen wie Scholven oder Herne 4 vom Netz gingen. „50 Prozent der Kapazitäten werden hier abgebaut.“

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