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Am Montag sollen hier 21 Flüchtlinge einziehen. Donnerstag traf die Stadt erste Vorbereitungen in der alten Grundschule Ahsen.

21 Flüchtlinge kommen Montag

Ahsens Schule wird Notunterkunft

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DATTELN - Drei Sammelunterkünfte für Flüchtlinge gibt es bereits in Datteln, an der Markfelder, der Wittener und der Industriestraße. Jetzt plant die Stadt Datteln eine vierte. Die leer stehende Grundschule in Ahsen soll umgebaut werden. Der Hauptausschuss hat dieses Vorhaben politisch einstimmig abgesegnet.

Die Unterbringungsnot in der Kanalstadt ist groß und wächst von Tag zu Tag. Inzwischen leben in Datteln 361 Flüchtlinge. 274 davon sind in diesem Jahr der Stadt zugeteilt worden, davon im September allein 92 Personen. Die aktuelle Situation: Die Unterbringungskapazitäten sind zu mehr als 100 Prozent ausgeschöpft.

Ordnungsamtschef Gerhold Loske hat vor Tagen im Gespräch mit unserer Redaktion angekündigt, wegen des Notstands in den vorhandenen Unterkünften zu verdichten. Aber beengte Wohnverhältnisse sind problematisch, die Fälle von Gewaltausbrüchen in zu beengten, überfüllten Heimen nehmen bundesweit zu. Und für den kommenden Montag sind nach Angaben von Bürgermeister André Dora weitere 21 Personen in Datteln angekündigt.

Angesichts dieser Ausgangslage will die Verwaltung den Umbau der Schule Ahsen nebst Pavillon nicht länger aufschieben. Dort soll Platz geschaffen werden für 40 Flüchtlinge. Das Gebäude wird für 230 000 Euro umgebaut. Nach den Planungen der Stadt soll der Umbau im zweiten Quartal 2016 fertig sein. Unabhängig davon sollen die angekündigten 21 Flüchtlinge provisorisch schon ab Montag dort untergebracht werden.

Am Donnerstag hat sich die Stadt die Immobilie angeschaut. Gerhold Loske sagt auf Anfrage, dass das Erdgeschoss wohl als Übergangslösung nutzbar sei. Tagsüber, außerhalb des Vereinsbetriebes, können die Flüchtlinge die sanitären Anlagen der benachbarten Turnhalle nutzen.

Doch auch dieses Provisorium, das ist sicher, wird nicht lange reichen. CDU-Sprecher Thomas Benterbusch vermisste im Ausschuss „ein Konzept der Verwaltung“. Bürgermeister Dora konterte: „Der Bund hat kein Konzept, das Land hat kein Konzept, aber von der Stadt erwarten sie eins. Wir brauchen für ein Konzept verlässliche Zahlen, aber die gibt es nicht.“

Gleichwohl ist sich auch der Bürgermeister im Klaren darüber, dass jetzt weiterer Wohnraum kurzfristig angemietet werden muss. Die Stadt ist in Verhandlungen mit mehreren Immobilienbesitzern. Dazu zählen nach Angaben Doras z.B. der Dattelner Hof in der Innenstadt, die Pension Breuckmann in Ahsen und eine Immobilie am Grünen Weg.

Doch es geht nicht nur um die kurzfristige Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge. Dora sagt, Datteln müsse langfristig Platz für mindestens 200 Personen schaffen. 3,5 Mio. Euro für den Bau neuer Unterkünfte stehen im Haushalt. Von der Summe soll natürlich, so Dora, so viel wie möglich über Zuschüsse oder zinslose Darlehen finanziert werden.

Zwei Standorte für Neubauten sind im Rathaus in der Planung: Markfelder Straße neben der aktuellen Sammelunterkunft, die wegen gravierender Baumängel nicht mehr lange zur Verfügung stehen dürfte, und die sogenannte Villa Sonnenschein in Hachhausen.

Sollte es bei dem Betrieb der benachbarten Schießanlage bleiben, hält André Dora es für „sehr unsensibel“, an der Markfelder Straße eine neue Asylunterkunft zu bauen. Allerdings laufe, so Dora, derzeit ein Anhörungsverfahren, ob es durch den Schießbetrieb eine Belastung des Bodens gibt. Eine mögliche Verlagerung des Schießstandes aus Umweltgründen würde der Stadt bei der Standfortfrage in die Karten spielen.

Da die Landesregierung die Standards und Auflagen für die Flüchtlingsunterbringung gelockert hat, lässt Dora parallel die 24 Standorte, die schon vor zwei Jahren für einen Neubau einer Sammelunterkunft in der Diskussion waren, neu überprüfen.

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