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Mächtige Eichen hat der Sturm im Lohbusch gefällt. Bis zum 18. Februar sind Wälder und Parks noch gesperrt.

Folgen des Sturms

"Friederike" machte Eichen den Garaus

DATTELN - Sturmtief Friederike hat auch in Datteln viele Bäume komplett entwurzelt. Die Folgen sind bis heute sichtbar. Baumkontrolleur Martin Mathiowetz erklärt, warum auch Efeu dabei eine Rolle spielte.

Am 18. Januar fegte Sturmtief Friederike über Deutschland. Bundesweit starben acht Menschen. Nordrhein-Westfalen war das erste und am stärksten betroffene Bundesland – auch Datteln bekam die Auswirkungen zu spüren. Die Haard, der Lohbusch und das Herdieckswäldchen bleiben deshalb noch bis 18. Februar gesperrt. „Bereits beim ersten Sturm des Jahres waren Anfang Januar Bäume umgefallen, aber jetzt sind noch mehr umgestürzt“, sagt der städtische Baumkontrolleur Martin Mathiowetz. „Ich kenne jeden Baum in Datteln“, sagt er und schaut sich um. Der gelernte Gärtner steht am Eingang zum Lohbusch.

Dort stürzten, während Friederike wütete, acht Bäume samt Wurzelteller um, jeweils fünf weitere fielen dem Orkan im Herdieckswäldchen sowie in verschiedenen städtischen Parkanlagen zum Opfer. „An den Straßen sind teilweise Äste abgebrochen, aber das hielt sich in Grenzen“, sagt der 54-Jährige. Rund 5000 Straßenbäume gibt es in Datteln. Noch einmal so viele Bäume stehen in städtischen Grünanlagen. Doch warum fielen so viele Bäume um? Martin Mathiowetz zeigt auf mehrere Baumstümpfe und zwei beschnittene Eichen, von denen nur noch gekappte, rund drei Meter hohe Stämme übrig sind. „Diese beiden Eichen waren bis zur Spitze mit immergrünem Efeu bewachsen und waren zudem fast abgestorben“, erzählt Martin Mathiowetz, der seit mehr als 30 Jahren bei der Stadt arbeitet.

Baumbestand ist 150 Jahre alt

Der Baumbestand in dem Buchen-Eichen-Mischwald ist rund 150 Jahre alt. Wegen der fehlenden Blätter sind die Bäume im Winter eigentlich nicht so windanfällig. Aber: „Wegen des Efeus hat es sie trotzdem erwischt“, erklärt Mathiowetz. Außerdem sei der Boden vor dem Sturm durch den vielen Niederschlag sehr feucht und aufgeweicht gewesen, sagt Martin Mathiowetz. „Das Erdreich war lockerer. Dadurch sind die Wurzeln der Bäume anfälliger gewesen. Sie hatten weniger Halt.“

Und noch eine Beobachtung hat der Baum-Fachmann nach Friederike gemacht: „Von kleinen Obstbäumen bis hin zur 150-jährigen Eiche war alles dabei, je nachdem, wo die Windböe durchgezogen ist“, schildert er. Eigentlich seien Flachwurzler wie Fichten gefährdeter, aber auch das habe bei Friederike keine Rolle gespielt. „Wenn ein Baum einer Gruppe in andere Bäume stürzt, kann das eine Kettenreaktion auslösen“, weist Martin Mathiowetz auf ein weiteres Problem hin. Zudem kann durch die sogenannte Freistellung eine andere Windlast auf den restlichen Bäumen liegen. In einem Bestand sind die Wurzeln meist nicht so stark ausgeprägt. Doch: „Wenn die Bäume dann nicht sofort umfallen, gleicht das das Wurzelwerk in den nächsten zwei bis drei Jahren aus.“ Ortswechsel: der Bolzplatz an der Schillerstraße. Hier sind dicke Äste an einem rund 40 Jahre alten Feldahorn abgebrochen. „Der Baum war kerngesund und stand geschützt“, sagt Martin Mathiowetz und seufzt. „Wenn eine ungünstige Orkanböe kommt, können auch junge Bäume abknicken oder ganz umfallen. Das lässt sich nicht vorhersagen.“ „Die Extremwetterlagen werden mehr“, sagt der Baumkontrolleur. Mit Kyrill habe es 2007 den ersten Jahrhundertsturm gegeben. Dann folgte Ela – und nun Friederike. „Der Abstand zwischen solchen Ereignissen wird wesentlich geringer.“

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