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Hier war nichts mehr zu retten: Stundenlang kämpften im Juli mehr als 100 Einsatzkräfte gegen den Haus- und Scheunenbrand in Ahsen, der auch noch durch Funkenflug einen Wald- und Flächenbrand auslöste.

Freiwillige Feuerwehr

Rund um die Uhr in Bereitschaft

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Datteln - Beim Tag der Feuerwehr gibt es viel Lob für die Einsatzkräfte. Die hatten es im letzten Jahr allein mit sechs Großbränden zu tun.

Es ist der 26. Juli 2018 gegen 22.30 Uhr: Die Feuerwehr rückt zum Fährlevener Weg in Ahsen aus. Dort wartet der spektakulärste und größte Einsatz, den die Wehr im letzten Jahr fahren muss: Ein Wohnhaus mit Scheune steht in voller Ausdehnung in Flammen, durch Funkenflug kommt es zusätzlich angrenzend zu einem Wald- und Flächenbrand. 110 Einsatzkräfte aus Datteln und den Nachbarstädten kämpfen stundenlang gegen die Flammen an. Es ist einer von sechs Großbränden in 2018, die Feuerwehrchef Theo Berkel und sein Stellvertreter Christian Wojtys am Samstagabend auf dem Tag der Feuerwehr noch einmal in den Fokus rücken.

Keine Verursacher erwischt

78 Brandeinsätze unterschiedlicher Größenordnung beschäftigte im letzten Jahr die Feuerwehr. Neben dem Feuer in Ahsen waren der Dachstuhlbrand an der Castroper Straße im März und der Waldbrand in der Haard die herausragenden Ereignisse. Hinzu kamen 388 weitere Einsätze wie Sturmeinsätze, oder die Beseitigung von Ölspuren. Deutlich gestiegen ist die Zahl der böswilligen Alarme (von 5 auf 14). „Erwischen konnten wir leider keinen der Verursacher“, sagt Theo Berkel.

Im Rettungsdienst ist die Zahl der Einsätze deutlich gesunken, von 7564 in 2017 auf 6889 im letzten Jahr. Das liegt an einer Neuregelung bei den Krankentransporten. In Castrop-Rauxel und Oer-Erkenschwick wird inzwischen rund um die Uhr ein KTW vorgehalten, folglich sank die Zahl der Fahrten der Dattelner Rettungswache.

Neues Löschfahrzeug

Feuerwehrchef Theo Berkel dankte am Samstag nicht nur den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr für ihre Einsatzbereitschaft. Ein Lob ging auch an Politik und Stadtverwaltung, die die Feuerwehr mit den nötigen Finanzmitteln für Personal und Ausrüstung ausstattet. So konnten in 2019 ein neues Löschfahrzeug und ein Notarzt-Einsatzfahrzeug im Gesamtwert von rund 600.000 Euro angeschafft werden. Bürgermeister André Dora spielte den Ball gleich zurück. Hier kein Geld zur Verfügung zu stellen sei Sparen am falschen Ende.

Folgende Beförderungen und Ehrungen wurden am Samstag beim Tag der Feuerwehr vorgenommen: Feuerwehrmannanwärter: Nico Hentschel; Feuerwehrfrau/mann: Linda Löer, Claus Böhlje, Justin Dohmen, Fabian Gerlach, Thomas Kantereit, Marcel Schmidt, Niklas Schmöller, Andreas Wystrach; Oberfeuerwehrfrau/mann: Nele Wetterkamp, Timo Erler, Heiko Gelesch, Moritz Witt, Nico Schulte; Hauptfeuerwehrmann: Felix Meinert; Unterbrandmeister: Daniel Steinbach, Dennis Thierling, Frank Merhofe; Brandmeister: Tobias Tiesler; Oberbrandmeister: Marcel Köhler, Bastian Theiner; Brandinspektor: Stefan Krawietz, Sebastian Schwott. 25 Jahre Mitgliedschaft: Andreas Dey, Mirko Breuckmann, Franz-Josef Möller, Kai Wenner; 35 Jahre Mitgliedschaft aktiv: Markus Hawener, Dietmar Witt; 40 Jahre Mitgliedschaft: Uwe Worawetz; 50 Jahre Mitgliedschaft: Reinhard Swaczyna, Josef Kalfhaus, Eberhard Holöchter, Reinhard Hoppe; 55 Jahre Mitgliedschaft: Hans Halberstadt.

Landrat Cay Süberkrüb dankte wie Dora der Freiwilligen Feuerwehr für ihre Einsatzbereitschaft rund um die Uhr. Er ging in seinem Grußwort auf eine unerfreuliche Entwicklung der letzten Jahre ein. Er kritisierte zum einen die Gaffer, die mit ihren Handys Bilder und Videos von Einsätzen machten und dabei auch die Helfer behinderten. Zum anderen verurteilte er scharf diejenigen, die den Rettungskräften bei ihrer Arbeit mit Respektlosigkeit und sogar Gewalt begegneten. „Das muss aufhören“, so Süberkrüb.

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