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Die neue Familienhebamme Marion Korte (li), Sozialarbeiterin Birte Wachtel (Mitte) und Maria Klein vom Jugendamt.

Frühe Hilfen

Eine Hebamme, die auch mal Salem Aleikum sagt

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Datteln - Marion Korte unterstützt seit Januar immer mehr Familien in Datteln. Der Sozialdienst katholischer Frauen ist begeistert.

Familienhebamme Marion Korte spricht arabisch. Statt „Guten Tag“ sagt sie dann auch schonmal „Salem Aleikum“, wenn sie Eltern zu Hause besucht. „Ich war schon 14 oder 15 Mal in Syrien. Das erste Mal 1984“, erzählt die Hebamme. Die Sprachkenntnisse kommen ihr in ihrem neuen Job zugute, denn sie betreut auch Migrationsfamilien.

Das Angebot werde sehr gut angenommen. „Die neue Familienhebamme Marion Korte ist eingeschlagen wie eine Bombe“, schwärmt Birte Wachtel, Sozialarbeiterin vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Im Rahmen des Programms Frühe Hilfen wurden im vergangenen Jahr noch rund 30 Familien betreut. „Bis Ende September 2018 waren es schon 40 Familien“, sagt Wachtel. Etwa die Hälfte seien Migrationsfamilien gewesen.

Die Frühen Hilfen für Eltern bietet der SkF seit 2008 in Kooperation mit dem Jugendamt an. „Je früher wir Familien erreichen, desto besser“, sagt Maria Klein vom Jugendamt der Stadt Datteln. Sie macht mit ihrer Kollegin Susanne Sassor die Erstbürgerbesuche in Datteln und sieht so jährlich etwa 300 Babys in deren Zuhause.

Kooperation zwischen SkF und Jugendamt nur mit Zustimmung der Eltern

Bei Bedarf und auf Wunsch vermittelt das Jugendamt die Familien dann weiter an den SkF, wo Eltern auf vielfältige Weise Unterstützung und Beratung erfahren: praktische Hilfe bei Arztterminen und Behördengängen, Beratung zu Pflege und Versorgung des Babys, Beratung bei Konflikten in der Beziehung der Eltern oder Tipps und Tricks zur Haushaltsführung.

Für Marion Korte steht als Familienhebamme mehr der soziale als der medizinische Aspekt im Vordergrund. Drei Mal in der Woche ist sie in Datteln im Einsatz. Korte betreut Mutter und Kind ab der Schwangerschaft bis zum ersten Lebensjahr des Kindes. Im Anschluss kann auf Wunsch eine Sozialarbeiterin vom SkF oder eine Mitarbeiterin vom Jugendamt die Betreuung der Familie – bis zum Ende des dritten Lebensjahres des Kindes – übernehmen.

Ansprechpartnerinnen vom SkF sind: Familienhebamme Marion Korte ( 9100935, E-Mail: oder Sozialarbeiterin Birte Wachtel ( 9100932, E-Mail:

Die Kooperation zwischen dem SkF und dem Jugendamt geschieht jedoch immer nur mit Zustimmung der Eltern. „Wir vom Jugendamt erfahren nichts von den Einsätzen des SkF“, versichert Maria Klein. Der Beruf der Hebamme sei zudem oft positiv besetzt. Es sei für Familien weniger unangenehm, wenn eine Hebamme zur Unterstützung nach Hause kommt als das Jugendamt. „Es ist manchmal ein Türöffner“, sagt Sozialarbeiterin Birte Wachtel. Die ambulante Hilfe werde gut angenommen. „Und das Angebot ist kostenlos und freiwillig“, betonen die Berater.

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