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Die Organisatoren des geplanten Festes "Vielfalt macht stark" auf dem Dattelner Neumarkt im August 2015 (v.li.): Christina Hussing, Tülin Engüdar, Kirsten Augello, Lea Seidlitz und Moritz Krumm.

Gegen Rassismus

Ein Fest für die Vielfalt

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DATTELN - Ausgrenzung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, Rassismus, Bewegungen wie „Pegida“ – „das darf es in unserer Stadt nicht geben“, sagt Tülin Engüdar (23), Krankenschwester aus Datteln. Und deshalb hat sie vor Monaten damit begonnen, ein Fest zu planen, das ein Zeichen setzen soll – für Toleranz und ein Miteinander.

Ein Kulturfest mit Infoständen und Bühnenprogramm steigt am Sonntag, 16. August, von 14 bis 19 Uhr auf dem Neumarkt.

Tülin Engüdar, gebürtige Berlinerin mit türkischen Wurzeln, hat schon etliche Gruppen, Vereine und Organisationen von ihrer Idee begeistert und fürs Mitmachen gewinnen können. Dabei sind bislang: die Eine-Welt-AG des Comenius-Gymnasiums, die DLRG, das DRK, der TV 09 und Kültürspor, die Buchhandlung Bücherwurm sowie der ökumenische Aktionskreis Asyl. Weitere Mitstreiter sind willkommen. Das Motto des Festes: „Vielfalt macht stark“.

Denn: „Vielfalt ist wichtig in der Gesellschaft“, sagt Tülin Engüdar. „In Datteln darf kein Platz sein für ausgrenzende und menschenverachtende Einstellungen. Da wollen wir mal ein Zeichen setzen.“ Friedlich und freundlich. Ein Fest für Kinder, Erwachsene, Senioren – für alle Dattelner, egal, welcher Herkunft.

Die Proteste gegen die geplante Unterbringung von Flüchtlingen im Hötting haben sie schockiert, sagt Tülin Engüdar. Aber Misstrauen und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen habe es ja auch vorher schon gegeben.

Um an einer Willkommenskultur in Datteln mitzuarbeiten, engagiert sich die Krankenschwester seit März vergangenen Jahres im ökumenischen Arbeitskreis Asyl, hilft bei der Betreuung einer Kindergruppe. Als Fest-Veranstalterin will Tülin Engüdar, die mittlerweile ein Organisationsteam mit Kirsten Augello, Christina Hussing, Lea Seidlitz und Moritz Krumm um sich geschart hat, nicht auftreten – aus versicherungstechnischen und steuerlichen Gründen.

Veranstalter soll der Dattelner Integrationsrat sein. Dessen Vorsitzender Aletin Kurtal (FDP) sagt: „Wir wollen das unterstützen.“ Allerdings muss der Integrationsrat das noch formal beschließen. Die nächste Sitzung ist am 16. April.

Auch bei der Stadtverwaltung hat Tülin Engüdar „Klinken geputzt“ und Unterstützung zugesagt bekommen. Doch verlässliche Aussagen lassen auf sich warten. „Langsam wird die Zeit knapp“, klagt die ehrenamtliche Volksfest-Organisatorin. Am Freitag trifft sie sich mit Bürgermeister André Dora.

Solch ein Fest zu organisieren, macht viel Arbeit – das hat die 23-Jährige in den vergangenen Monaten schnell festgestellt. Zurzeit ist sie auf Sponsorensuche. Wenn der Integrationsrat als Träger auftritt, könnte die Stadt Spendenquittungen ausstellen.

Da die DLRG und das DRK mit im Boot sitzen, sei für die Sicherheit der Besucher gesorgt – selbst wenn es ein paar Hundert werden sollten.

Bühne, Strom, Infostände, Verpflegung, Tische und Bänke – all das muss noch organisiert werden. Tülin Engüdar hofft auch auf die Unterstützung der Stadt.

„Wir gucken, wie wir helfen können“, sagt Stadtsprecher Dirk Lehmanski und verweist auf die angespannte Finanzlage der Stadt.

Wer das Kulturfest „Vielfalt macht stark“ unterstützen will, erreicht Tülin Engüdar unter: Tel.01 52 / 59 56 22 97 oder per E-Mail: kulturfest-datteln@outlook.de

Lokale Bands sollen auf der Bühne spielen. AGs des Comenius Gymnasiums wollen Bilder und Sketche beisteuern, sagt Ex-Comenius-Schülerin Tülin Engüdar. Einige Sponsoren haben schon gespendet oder Unterstützung zugesagt. Jede Idee und Hilfe ist willkommen.

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