Gerichtsverhandlung

120.000 Euro Beute durch Zahnstocher-Trick

Datteln - Drei Männer stehen vor Gericht, weil sie mithilfe eines Zahnstocher-Tricks in Wohnhäuser in Datteln und Umgebung eingebrochen sein sollen. Die Beute soll sich auf 120.000 Euro belaufen.

Mit einem perfiden Zahnstocher-Trick sollen drei junge Männer reihenweise Ein- und Zweifamilienhäuser in Datteln, Oer-Erkenschwick und Recklinghausen ausgeräumt haben. Seit Mittwoch stehen sie in Bochum vor Gericht.

Der Trick war so einfach wie effektiv. Laut Anklage hielten die in Oer-Erkenschwick wohnenden Männer gezielt Ausschau nach Häusern mit heruntergelassenen Rollos. Dort hielten sie an und platzierten einen Zahnstocher in einem der Schlitze. War er zwei Tage später noch da, gingen die Täter davon aus, dass die Bewohner im Urlaub sind.

Dann hebelten sie ein Fenster auf oder warfen eine Scheibe ein – und nahmen sich anschließend alle Zeit der Welt. Die Wohnungen wurden komplett und systematisch abgesucht. Dabei wurde aber längst nicht nur Wertvolles mitgenommen. Vieles scheint auch dem Eigenbedarf gedient zu haben. Klopapier zum Beispiel, Küchentücher, Konserven mit Ravioli oder getragene Badelatschen. Kurz vor Weihnachten ließen sie sogar eine gefrorene Gans mitgehen – wahrscheinlich für das eigene Festtagsmenü.

Angeklagte haben sich bislang selbst nicht geäußert

Ein anderes Mal fanden sie in einem Vorratsraum ein Glas Würstchen, dessen Inhalt sie gleich vor Ort verspeist haben. Oder sie nahmen alle Bettdecken mit, inklusive Spannbettlaken und Bezügen. Schmuck, Bargeld und Elektronik war natürlich auch dabei. Der Wert der Beute, der zwischen Juni 2017 und Februar 2018 angehäuft wurde, soll sich auf rund 120.000 Euro belaufen. Die gestohlenen Gegenstände waren so zahlreich, dass die Täter manchmal sogar zurückkommen mussten, um alles abzutransportieren.

In Datteln waren die Einbrecher am 6. Januar 2018 in ein Wohnhaus im Kehrwinkel und zwölf Tage später in ein Einfamilienhaus am Heideweg eingebrochen. Dabei wurden neben einer Fritteuse und einer Mikrowelle auch eine Sexskulptur und fünf Kilo Münzgeld gestohlen.

Zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht haben sich die drei ursprünglich aus Rumänien stammenden Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Was sie allerdings belastet: Laut Anklage wurden in ihren Wohnungen einige der Beutestücke gefunden. Einer trug bei seiner Festnahme angeblich sogar eine der gestohlenen Ketten um den Hals. Alle drei Männer sitzen in Untersuchungshaft.

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