Gerichtsverhandlung

Zahnstocher-Bande kündigt Geständnis an

Datteln - Drei Männer sollen in mehrere Häuser eingebrochen sein. Dem Hauptangeklagten der Zahnstocher-Bande droht trotz Geständnis eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren und zwei Monaten.

Die mutmaßlichen „Zahnstocher-Einbrecher“ von Datteln, Oer-Erkenschwick und Recklinghausen haben am Bochumer Landgericht angekündigt, weitreichende Geständnisse abzulegen. Den drei Angeklagten (28/32/48) drohen nichtsdestotrotz mehrjährige Gefängnisstrafen.

Die Richter der 10. Strafkammer haben dem Trio am Montag klar signalisiert, dass selbst bei umfassenden Geständnissen nicht mal mehr die winzigste Möglichkeit auf eine Bewährungschance besteht. Der vielfach vorbestrafte und hafterfahrene Hauptangeklagte (48) müsse selbst bei einem Geständnis mit einer Haftstrafe von bis zu sechs Jahren und zwei Monaten rechnen.

Seine zwei Mitangeklagten könnten am Ende im für sie ungünstigsten Fall zu drei Jahren und neun Monaten beziehungsweise vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt werden. Hintergrund für diese Strafmaßankündigung waren formelle Verständigungsgespräche zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht. Alle drei Angeklagten hatten zuvor über ihre Verteidiger signalisiert, an einer zügigen Verfahrensbeendigung interessiert zu sein.

Wert der Gesamtbeute soll bei etwa 120.000 Euro liegen

Laut Anklage hat das Trio zwischen Juni 2017 Februar 2018 mit Hilfe eines perfiden Zahnstocher-Tricks reihenweise Ein- und Zweifamilienhäuser in Datteln, Oer-Erkenschwick und Recklinghausen ausgeräumt. Die Angeklagten sollen ganz gezielt offensichtlich von Bewohnern zeitweise verlassene Wohnhäuser mit heruntergelassenen Rollos ausgespäht haben. Dort platzierten sie laut Staatsanwaltschaft als minimale Einbrecher-Markierung einen kleinen Zahnstocher in einem der Rollladen-Schlitze. War das Holzstäbchen zwei Tage später noch immer an derselben Stelle, waren sich die Täter sicher, dass sie für einen Einbruchs-Coup ausreichend Zeit haben werden – und legten los.

Die betroffenen Wohnungen und Häuser wurden von den Tätern bis in die letzten Ecken durchkämmt und ausgeräumt. Blickt man auf die in der Anklageschrift aufgelisteten Beutestücke wie zum Beispiel Klopapier, Bettwäsche, einen Liter Milch oder eine tief gefrorene Gans, könnte man fast meinen, dass sie nebenbei ihre Einkäufe erledigten. Der Wert der Gesamtbeute – überwiegend Bargeld, Schmuck und Elektronikartikel – soll sich auf rund 120.000 Euro belaufen.

In Datteln waren die Einbrecher am 6. Januar 2018 unter anderem in ein Wohnhaus im Kehrwinkel und zwölf Tage später in ein Einfamilienhaus am Heideweg eingebrochen. Der Prozess vor dem Bochumer Landgericht wird fortgesetzt.

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